Streit um Betroffenheitsfeier

Die bisher gerichtlich ungeklärte Mordserie an acht Türken und einem Griechen, die nach jahrelang anderslautenden „Untersuchungsergebnissen“ neuerdings einem mutmaßlichen rechtsextremen Verbrecherduo zugeschrieben wird, hat auf höchster Ebene zu Streit zwischen Bundespräsident und Bundestagspräsident – den zwei formal ranghöchsten Repräsentanten Deutschlands – geführt. Während Wulff garnicht genug vom Betroffensein kriegen kann, erinnert Lammert daran, dass die Bundesrepublik Deutschland sonst eher zurückhaltend ihrer Toten gedenkt.

Der SPIEGEL berichtet:

Es ist nicht der erste Streit zwischen Bundespräsident Christian Wulff und Bundestagspräsident Norbert Lammert. Dieses Mal ging es nach Informationen des SPIEGEL darum, wie an die Opfer der rechtsradikalen Terrorgruppe aus Thüringen erinnert werden soll. Wulff wollte zunächst eine zentrale Gedenkfeier im Parlament, an der Vertreter von Bund und Ländern gemeinsam teilnehmen sollten. Ein Termin Anfang Dezember war ins Auge gefasst.

Lammert hielt jedoch die Bundestagsdebatte in der vergangenen Woche bereits für ausreichend. Auch für die Opfer des RAF-Terrors oder für in Afghanistan gefallene Soldaten habe es keine Gedenkfeier im Parlament gegeben. Wulffs Amtschef Lothar Hagebölling gab schließlich während eines Telefonats in der vergangenen Woche nach.
Nun will Wulff, den das Treffen mit den Angehörigen der Neonazi-Opfer am vergangenen Mittwoch tief bewegte, im Februar eine Veranstaltung mit der Bundesregierung durchführen – ohne Lammert.

Der späte Termin geht auf den Wunsch der Opferfamilien zurück, die sich bis dahin mehr Aufklärung über den Hergang der Taten und über die Beteiligten erhoffen.

Ob es die Angehörigen wirklich nicht stört, dass der Verlust ihrer Lieben die „Betroffenen“ erst seit dem Augenblick betrifft, als sich die Möglichkeit einer politischen Kampagne ergab? Was das Andenken an unsere Gefallenen in Afghanistan angeht, empfehlen wir einen Blick nach Großbritannien – auch wenn der Bundespräsident zu Recht nicht so viele Orden besitzt, wie Prince Philip:

  1. #1 von Heinz Ketchup am 27/11/2011 - 17:40

    @QQ

    Prince of Wales – den Titel führt doch der Sohnemann.

    Die Orden besitzt aber sein Vater Prince Philip, Duke of Edinburgh. 😉

  2. #2 von quotenschreiber am 27/11/2011 - 17:53

    Danke, haben wir korrigiert. Die europäischen Königshäuser sind nicht gerade unser Fach….

  3. #3 von Jaette am 27/11/2011 - 18:23

    Auch für die Opfer des RAF-Terrors oder für in Afghanistan gefallene Soldaten habe es keine Gedenkfeier im Parlament gegeben.

    Wozu „auch“, das waren doch keine Menschen mit MIHIGRU, die stets und ausreichend unterwürfig zu huldigen sind ❗ 👿

  4. #4 von Rationalist64 am 27/11/2011 - 18:34

    Vieles ist im Zusammenhang mit den ungeklärten Morden „anders“ als sonst.

    Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um eine inszenierte Kampagne handelt, um von anderen Problemen, namentlich der Euro-Krise abzulenken. Deshalb lassen hohe Repräsentanten des Staates und der Politik auch jegliche gebotene Zurückhaltung vermissen. Die Sache kann gar nicht hoch genug gekocht werden.

    Mein Vorschlag, um diese Ablenkungsstrategie ins Leere laufen zu lassen: Ignorieren und Nicht-Beachten – statt dessen um sehr Befassung mit den Themen, von denen abgelenkt werden soll.

    Stell Dir vor, Wulff inszeniert eine „Gedenkveranstaltung“ – und keiner geht hin….

  5. #5 von Heinz Ketchup am 27/11/2011 - 19:31

    Vielleicht wäre ein Mahnmal für die Opfer von Rechtsradikalen vor dem Reichstag sinnvoll, da könnten dann alle „Betroffenen“ regelmäßig Gedenkveranstaltungen abhalten.

    Schnarre will die Angehörigen der Opfer mit Steuergelder entschädigen:

    http://www.kybeline.com/2011/11/20/leutheusser-schnarrenberger-will-familien-der-donermorde-mit-steuergelder-entschadigen/

    Wann findet eigentlich eine (z.B. jährliche) Gedenkfeier für die Opfer (und deren Angehörigen) unserer Bereicherer und der Linksradikalen statt?

    Das wäre doch mal ein Zeichen unserer Regierung an die Bevölkerung.

    Warum gibt es für diese Opfer keine Steuergelder von Schnarre?

  6. #6 von Kulturopfer am 28/11/2011 - 01:55

    Ich wünsche dem Herrn Bundespräsidenten gute Besserung und einen glimpflichen Verlauf der Gemütsverfassung. Ist sicherlich nicht schön, wenn man mal himmelhochjauchzend sich eine schöne Republik malt und dann in einer Tiefphase plötzlich sturzbetroffen feststellt, dass diese Republik nicht immer schön ist. Manche Leute lernen mit ihren wechselnden Gemütsverfassungen umzugehen, andere nehmen einen Psychiater in Anspruch.

  7. #7 von waldhof am 28/11/2011 - 14:29

    Eine kleine dreckige Mordserie im türkischen Geldwäschermilieu wird Jahre später zum Kampf gegen Hitler instrumentalisiert! Sowas ist weltweit in einem einzigen Land möglich, in der Deppen- und IdiotenBRD! Ich hoffe auf eine so richtig peinliche Gedenkfeier. Hoffentlich hält Erdogan eine Rede, während sich die SED – Merkelowa und Islamian Wulff voller Pathos in den Staub werfen…

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