Die bösen Vermieter

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Die bösen Vermieter …warum ich keine Wohnungen mehr vermieten würde!
Wenn über steigende Mietpreise diskutiert wird, wenn Vermieter als Abzocker und raffgierige Spekulanten dargestellt werden, was manche große Wohnungsbaugesellschaften unbestritten sind … dann wird gerne vergessen, wer den Wohnungsmarkt wirklich am Leben erhält mit seinen Investitionen …es sind die Kleinen, die privaten Vermieter!
Über 60 Prozent der Wohnungen in Deutschland werden von ihnen gebaut oder in der Substanz erhalten! Mehr als die Hälfte!
Mieter sein ist nicht immer lustig, Vermieter sein aber auch nicht.
Für viele ist diese Investition die Rente oder sie sollte es zumindest sein. Mit der bestehenden Gesetzgebung läuft man als kleiner Vermieter jedoch zunehmend Gefahr, investiertes Geld und damit Sicherheit und Einkommen zu verlieren.
Die geforderten Massnahmen für Wärmedämmung, Heizungsumbau, Aufrüsten und Umrüsten, die gestiegenen Nebenkosten in der öffentlichen Verwaltung sind oft nicht vollständig auf die Miete umzulegen, erst einmal muss man für lange Zeit Geld vorschiessen und hat man es trotzdem getan, dann gibt es noch eine kleine Hürde … Gesetze, die einzig den Mieter schützen aber nicht den Vermieter. Daher sollte man sich seine Mieter gut aussuchen.
Das war mein Job. Gewerblich und auch privat. Privat übernahm ich diese Aufgabe für ein älteres Ehepaar. Sie hatten sich für die spätere Rente zwei Wohnhäuser gekauft, saniert … wirklich liebevoll saniert … sogar ein Grillplatz für die Hausbewohner wurde im gemeinschaftlich zu nutzenden Garten eingerichtet und Haustiere waren auch erlaubt. Es waren Wohlfühlhäuser und Wohlfühlwohnungen, die ich gerne vermieten wollte.
Als die ersten Mieter wieder auszogen, weil Trennung, Arbeitswechsel oder eine neue Beziehung Veränderung erforderten, war ich auch für die Wohnungsübergaben verantwortlich.
Was ich dort teilweise vorfand hat meine Einstellung nachhaltig verändert.
Schimmlige Wände, weil man schlicht und ergreifend nicht gelüftet hatte, lädierte Böden, Dellen, Löcher und tiefe Schrammen im Parkett, Bohrlöcher- und Krater, quer durchs gesamte Badezimmer, angeschlagene Keramik, die neuen Türen und Türrahmen waren teilweise aufgebrochen worden oder im Streit zerschlagen … auch die Treppenhäuser hätten bereits schon wieder eine Totalsanierung benötigt. Es waren keine „Asozialen“ .. ich hatte die Leute gesehen und war deshalb doppelt entsetzt. Scheinbar war es „normal“ mit fremdem Eigentum so umzugehen.
Unnötig zu erwähnen, dass auch die Miete oft nicht regelmäßig floss oder ein paar mal viele Monate Ausstand für immer verloren war, weil man auch nicht durch zusätzliche hohe Rechtsanwaltkosten Geld holen kann, wo keines zu holen ist.
Bitter, wenn diese Summen als Rente gedacht waren und Ausfälle nicht einfach verbucht werden , wie es die großen Wohnungsgesellschaften tun können.
Irgendwann fand ich bei einer dieser Wohnungsübergaben auch zwei abgemagerte Katzen in einer völlig verdreckten und stinkenden Wohnung vor. Die armen Wesen waren nicht nur ohne Futter sondern auch ohne Katzenkisten zurückgelassen worden. Reiner Zufall, dass ich rechtzeitig erschienen war und die Tiere versorgen konnte. Die ruinierten Holzböden hat nie jemand ersetzt, es blieb das Problem des Vermieters…
Das war dann übrigens das Ende der erlaubten Tierhaltung, denn auch viele andere Dinge, die ich während dieser Zeit mitverfolgen musste, waren weit entfernt von meiner Vorstellung der Tierhaltung.
Ich denke seither oft, wie viele Tiere wohl hinter Wohnungstüren vegetieren, ohne artgerechte Versorgung, ohne Auslauf oder tagelang allein zurück gelassen …
Aber das ist ein anderes Thema.
Es gab auch viele nette Mieter, … vorher konnte man das aber leider nicht immer wissen.
Ich habe aus all dem gelernt, dass Vermieter sein längst nicht so erstrebenswert ist, wie allgemein angenommen wird.
Wenig Rechte, viele Pflichten, hohe Auflagen, nicht zuletzt jetzt durch die neuen Energiespar-Gesetze zusätzliche, hohe Kosten und wenn etwas schief läuft ist die Rechtsprechung meist auf Seiten der Mieter.
Das ist gut, wenn man Mieter ist, das kann schnell in den finanziellen Ruin führen, wenn man auf der Vermieterseite steht und nicht unendliche Ressourcen zur Verfügung hat.
60 Prozent aller Wohnungen werden von privat vermietet. Sie alle sind von Gesetzen und Massnahmen betroffen, die eigentlich vor den „Großen“ schützen sollten, vor den Miethaien. Doch wer schützt die kleinen, privaten Vermieter?
Falls sich also wieder einmal jemand wundert, warum es zu wenige Wohnungen gibt, Leerstände, die niemand vermieten möchte.
Ich denke, ich kenne den Grund dafür 😉

  1. #1 von Heimchen am Herd am 24/09/2021 - 17:56

    „Die geforderten Massnahmen für Wärmedämmung, Heizungsumbau, Aufrüsten und Umrüsten“

    Das haben sie den Grünen zu verdanken! Die würden die Häuser der Vermieter am liebsten
    enteignen, wenn sie könnten!

  2. #2 von kalyptus666 am 25/09/2021 - 04:09

    Ich habe als „Hausmeister“ 35 Jahre lang Wohnungen vermietet und auch wieder abgenommen. Es gibt genug Möglichkeiten sich gegen solche Mieter zu schützen.
    Aber es ist halt wie mit Gastwirten, jeder meint das könne jeder machen, ohne Vor – oder Ausbildung, oder sich mal kundig zu machen.

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