Eine Jüdin im Iran

Von Arye Sharuz Shalicar

Mein ganzes Leben musste ich schweigen. Schweigen, um meine Tante im Iran nicht in Gefahr zu bringen. Meine Tante, die ältere Schwester meiner Mutter, die samt ihrer neuen Familie vor mehreren Jahrzehnten schon zum Islam konvertiert ist. Nicht aus Liebe zur Religion, sondern, um im „neuen“ Iran nach der islamischen Revolution nicht aufzufallen. Um nicht anders wahrgenommen zu werden. Und um ihren Kindern aufgrund der jüdischen Religion keine Hindernisse in den Weg zu räumen.
Meine Tante ist vor wenigen Tagen von uns gegangen. Sie war krank. Krank, deprimiert und müde. Müde von ihrem Leben in Gefangenschaft.
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  1. #1 von Heimchen am Herd am 27/06/2021 - 18:06

    „Heute weiß ich es und kann es offen aussprechen: Ein Leben in Angst. Ein Leben unter der Herrschaft radikalislamistischer Schiiten. Ein Leben der Lüge. Nicht um zu leben. Um zu überleben. Doch was ist das Leben wert, wenn man sich in einer Art offener Vollzugsanstalt befindet? Was ist das Leben wert, wenn man eine Religion annimmt, nur um seine Nachfahren zu schützen? Was ist das Leben wert, wann man seine Geschwister nicht anrufen kann und kein offenes Gespräch führen kann, nur weil sie in Israel leben?“

    Eigentlich ist Israel das sicherste Land für die Juden, doch selbst dort werden sie von den dort
    lebenden Arabern bedroht und ermordet! Man kann sagen, dass unter all den Menschen, die
    Juden das schwerste Leben haben und dennoch geben sie niemals auf, das bewundere ich
    so sehr an den Juden!