Jetzt wird es sogar Thierse zu bunt

Wolfgang Thierse hat mit einer Kritik an Identitätspolitik für Unmut in der SPD gesorgt. Parteichefin Esken zeigte sich in einem Brief angeblich »beschämt«. Nun stellt der Berliner Politiker laut einem Bericht des »Tagesspiegel« seine Parteimitgliedschaft infrage. weiter bei SPIEGEL

  1. #1 von ingres am 05/03/2021 - 08:38

    Zu Thierse habe ich meinen allerersten Leserbrief, damals an die FAZ geschrieben. Mit Namen und Adresse. Thierse hatte in der FAZ damals (um 2000 rum) verlauten lassen: Politiker müßten gut verdienen, damit sie nicht bestechlich seien.
    Das erregte mich. Auf der Fahrt zur Arbeit verfaßte ich in der Straßenbahn eine Satire dazu. Wie ich ddas abgeschickt habe weiß ich aber nicht mehr. Ich habe damals 100-er Leserbriefe gescherieben, aber die habe ich alle gefaxt (wofür ich mir extra Fax-Software für mein damaliges Mode gekauft habe, (für 200/300 DM. ). Ich war sehr erregt über Thierse und habe ihn verachtet. Aber ich war völlig unbefangen und dachte damals. man habe für eine abweichende Meinung nichts zu befürchten.

  2. #2 von Zalman Yanowsky am 05/03/2021 - 15:13

    Lieber Ingres, das haben damals fast alle gedacht: daß man für eine abweichende Meinung nichts zu befürchten habe. Und das aus heutiger Sicht fast Unglaubliche ist: zu Recht.
    Was hatten wir für einen wunderbaren, bewahrenswürdigen Staat! Und daß die Institution, die alle Bürger, die ihn sich zurückwünschen, als Feinde ansieht und sich dabei auch noch als Verfassungsschutz bezeichnet, ist ein Hohn.

  3. #3 von Heimchen am Herd am 05/03/2021 - 15:35

    „Zur Volkspartei gehöre die Wahrung von Minderheits- und Mehrheitsinteressen, wobei das Gleichheitsgebot Orientierung biete. „Genau so schreibt Thierse“, meint Merkel: „Wenn Frau Esken und Kevin Kühnert das nicht so lesen können, stehen sie quer zu den sozialdemokratischen Traditionen und sind fehl in der Führung einer Partei, die verzweifelt darum kämpft, Volkspartei zu bleiben.“ “

    Die SPD ist schon lange keine Volkspartei mehr, aber das ist den Genossen anscheinend auch
    egal! Leute wie Karl Schiller, Helmut Schmidt , Willy Brandt oder Egon Bahr waren noch echte
    SPD-Leute! Die heutigen Figuren in der SPD sind alle zum Fürchten!