Schlachthöfe: Von wegen “früher war alles besser”

Von Leopold Vogt

Es ist eine weit verbreitete Ansicht, dass “früher alles besser war”. Besonders in der sehr emotional geführten Debatte um die Erzeugung unseres Essens wird dieses Motiv ständig bemüht, so wird auch jetzt ein Zurück zu den alten, dezentralen Schlachthäusern propagiert. Denn die Realität sieht momentan anders aus: Ein großer Teil des konsumierten Fleisches stammt aus zentralen, großen Einrichtungen, die täglich tausende Tiere verarbeiten, Tönnies zum Beispiel produziert nach eigenen Angaben 850 Tonnen Schweinefleisch pro Tag und erreicht damit 27 Prozent Marktanteil. Mehr auf der Achse …

  1. #1 von ingres am 14/07/2020 - 17:38

    Ja so ist das, angesichts Tönnies waren die Heuchelei und der Populismus groß und viele Rechte Gutmenschen werden vielleicht auch gesagt haben die Grünen haben diesmal aber recht statt an Heuchelei und Populismus zu denken (die Rumänen sind freilich eine gesonderte Problematik).
    Ich will mich auch nicht davon frei sprechen gegen Großschlachtereien emotionalisiert zu sein. Aber ich habe als Kind gesehen wie ein Schwein privat geschlachtet wird. Das ist dann auch tot, obwohl Schweine intelligent sein sollen. Und abends haben die ersten Stücke besser geschmeckt wie sonst nie wieder.
    Ja und woran hab ich auch gedacht. Nun ich dachte wie war das damals mit der Fleischbeschau und den Trichinen. Soll ja in der Großschlachterei auch besser sein. Aber durch die Grünen wird jetzt in Folge Corona auch hier alles gut. Der Staat plant jetzt neu.

  2. #2 von Heimchen am Herd am 14/07/2020 - 18:49

    „Besonders in der sehr emotional geführten Debatte um die Erzeugung unseres Essens wird dieses Motiv ständig bemüht,“

    Ich sehe das nicht emotional! Ich möchte Fleisch essen, dass lecker ist und gut schmeckt! Natürlich
    sollen die Tiere nicht gequält werden und artgerecht untergebracht sein, das ist aber auch schon
    alles, was mich interessiert! Fleisch gehört für mich zum Essen, ich könnte nicht darauf verzichten!

  3. #3 von CheshireCat am 15/07/2020 - 02:05

    „Es ist eine weit verbreitete Ansicht, dass “früher alles besser war”.“

    Nein, früher war es fürchterlich.
    Das Fleisch war bezahlbar.
    Und es gab sogar wirklich günstige Angebote, z.B. Schweinefleisch für 3,33 Euro / Kilo oder Hähnchenschenkel für 1,70 Euro / Kilo, so dass selbst Hartzer es kaufen konnten.
    Die grauenhaften Folgen waren Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und folglich Corona-Epidemie.

    Wir wurden aber von unserer fürsorglichen Muddi Mehrkill gerettet:
    sie hat den Einzelhandel zu sich zitiert und Preiserhöhung für Fleisch angeordnet.
    Und unsere supermächtigen Discounter haben selbstverständlich den Wettbewerb ausgesetzt und alle gleichzeitig die Preise erhöht.

    Jetzt darf das Prekariat Fußballspiele mit Negern, aber ohne Schweinebraten und Hähnchenschenkel anschauen.
    Mal sehen, wie lange das Prekariat es duldet.

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