Ihr habt so zu leben, wie wir es sagen!

Von Johannes Eisleben

Politiker und Medien schreiben uns immer mehr vor, wie wir zu leben haben, und seit einigen Jahren werden uns durch Exekutive und Legislative immer mehr Freiheiten und Rechte genommen: Das Recht, über die Verwendung unserer Steuermittel mitzubestimmen (Eurorettung durch EZB), die Freiheit, in sozialen Medien unsere Meinung zu äußern (NetzDG), das Recht, darüber zu bestimmen, wer unser Land betritt (Grenzöffnung) und neuerdings zahlreiche bürgerliche Freiheiten und Rechte (Covid-Maßnahmen). Der Prozess begann schleichend, doch sind wir den Weg in die Knechtschaft (v. Hayek, „Der Weg zur Knechtschaft„, PDF) nun schon ein gutes Stück gegangen, was man sofort sieht, wenn man einen Bahnhof oder ein Geschäft betritt: Ohne jeglichen medizinischen Grund müssen wir dort alle Masken tragen, die uns unser menschliches Antlitz, ohne das wir als soziale Wesen nicht funktionieren, nehmen. Ja! Masken! Mehr auf der Achse …

  1. #1 von Heimchen am Herd am 11/07/2020 - 21:45

    „Und was kann die Gegenöffentlichkeit tun? Sie kann die Zustände beschreiben – so lange sie dazu noch die Freiheit hat – und geistiges Material für eine spätere Wende bereitstellen. Dabei braucht man Geduld, es kann lange dauern, wie die Geschichte des intellektuellen Widerstands gegen das Ancien Régime in Frankreich zeigt: Seit 1720 schrieben die Freimaurer gegen die pervertierte Monarchie an, aber die meisten erlebten deren Ende nicht mehr. Die Reformation brauchte noch länger: Von der Verbrennung Jan Hus‘ beim Konzil von Konstanz bis zu Luthers Anschlag der 95 Thesen dauerte es mehr als hundert Jahre. Aber unsere Zeiten sind schnelllebiger, vielleicht erleben wir die Wende noch.“

    Ich will doch stark hoffen, dass wir die Wende noch erleben!

  2. #2 von CheshireCat am 12/07/2020 - 01:13

    Ein interessanter Artikel, allerdings mit vielen falschen Behauptungen.

    „Dieses zuerst in Frankreich ausformulierte Denken hat die Moderne zutiefst geprägt, heute ist es weltweit dominierend,…
    … alle Regierungen betreiben ihn – mit unterschiedlichem Ausmaß der Entrechtung und Verknechtung.“

    ???
    Dominierend wurde Sozialkonstruktivismus erst in XX Jahrhundert mit Sozialismus (internationaler / nationaler / maoistischer usw. Prägung).
    Nach dem Zusammenbruch des realen Sozialismus lebt Sozialkonstruktivismus in der Bunten Ideologie (Globalismus) weiter, allerdings nur im degenerierten Westen.
    (Interessanterweise ist diese Bunte Utopie derart wahnsinnig / krass, dass sie nicht kodifiziert und verkündet wurde (es würde zu viel Empörung hervorrufen) und nur schleichend durchgesetzt wird.)

    Im Rest der Welt versuchen zwar die Regierungen die Bevölkerung zu kontrollieren (und das war immer und überall so), aber ohne das Ziel, die Gesellschaft / den Menschen wesentlich zu ändern.

    „Ein gutes Beispiel dafür ist die sogenannte “Klimarettungspolitik”, ein Musterstück des Sozialkonstruktivismus…“

    Immer und überall mussten sich menschliche Gruppen / Gesellschaften den sich ständig ändernden äußeren Bedingungen (z.B. Klima) anpassen, sonst hätten sie nicht überlebt.
    Das hat mit Sozialkonstruktivismus überhaupt nichts zu tun.

    Objektive Klimaerwärmung wird von Globalisten für ihre Zwecke missbraucht.
    Somit hat Klima mit Sozialkonstruktivismus so viel zu tun, wie Geld mit dem Dieb.

    „Denn anders als im Kalten Krieg gibt es zum Sozialkonstruktivismus keinen Gegenentwurf mehr“

    Man braucht das Rad nicht neu erfinden:
    der Gegenentwurf zum Sozialkonstruktivismus existiert schon lange – das sind klassische westliche Werte / Modelle (Freiheit, Patriotismus, Liberalismus, Konservatismus, Soziale Marktwirtschaft).
    Sie sollen allerdings angesichts moderner Herausforderungen (z.B. ökologische Probleme, Überbevölkerung, Digitalisierung usw.) angepasst werden.

  3. #3 von ingres am 12/07/2020 - 14:12

    #2 von CheshireCat am 12/07/2020 – 01:13#2 von CheshireCat am 12/07/2020 – 01:13

    Ich hatte den Artikel gestern gesehen, aber nicht rein geschaut. Aber bei diesem Kommentar habe ich etwa gewittert und es hat mich nicht getrogen.
    Vor längerem bin ich nämlich auf die Idee gekommen, dass die „Reform“ ein Übel ist. Dann wenn man die gezielt plant und formuliert. Eines der Grundübel, dass in unsere Gesellschaft eingebaut war. Nicht, dass sich nie was ändern soll oder wird. Aber gezielte Änderungen sind tödlich! Es muß von selbst geschehen. Reformen sind eigentlich nur die Rechtfertigung überflüssiger Politiker. Die genaue Balance ist eine andere Frage. Das will ich nicht weiter beleuchten. Aber die „Reform“ ist das Übel; denn sie erzeugen überflüssige Politik. Es wird zum Selbstzweck und dann zur Diktatur. Es ist ein grundsätzlicher Webfehler des vor Jahrzehnten noch erträglichen Systems. -> Fortsetzung

  4. #4 von ingres am 12/07/2020 - 14:21

    #3 von ingres am 12/07/2020 – 14:12

    Wie gesagt, Reform und Veränderung von selbst sind nicht so ohne weiteres zu trennen. Man muß den Unterschied aus sich selbst heraus begreifen. Und er ist ja auch im Artikel beschrieben. Außerdem kommen Veränderungen nicht in Watte gepackt zustande usw. Das wäre ein schwieriges Gebiet. Aber man kann Veränderungen nicht planen. Man weiß nie welche Entwicklungen zusätzlichen Einfluß ausüben, weil man die Entwicklungen ja gar nicht kennt. Auch kann mannciht einfach sagen, man müsse überhaupt nichts planen. Aber man sollte spüren, dass die Institutionalisierung der Reform als solches das Problem darstellt. Ich spür so was.
    Was den Bezug zu Frankreich anbelangt. In der Tat nahm das vor der französischen Revolution dort fahrt auf. Vor Jahren als noch TV gesehen habe gab es mal einen Beitrag indem damalige Fanatiker vorgestellt wurden die meinten man könne die menschlichen Angelegenheiten mathematisch planen. Das endete dann mit der Giullotine.

  5. #5 von ingres am 12/07/2020 - 14:23

    Technische Anmerkung in eigener Sache. Auf einem anderen WordPress-Blog habe ich mit Account keine 11 Zeilen Beschränkung.

  6. #6 von ingres am 12/07/2020 - 14:35

    #4 von ingres am 12/07/2020 – 14:21

    Die französische Revolution galt ja immer als das Ereignis, dass uns den modernen demokratischen Staat gebracht hat und wird ja auch dementsprechend gefeiert. Aber mir fiel auch da vor lange Zeit schon auf wie verbrecherisch brutal das damals zuging. Das wird komplett verschwiegen. Zufällig bin ich ja schon in einem anderen Kommentar darauf zurückgekommen, ohne diesen Artikel hier zu kennen. Aber der Zusammenhang ergibt sich ja von selbst da ging es um die Anti-Rassisten und schreiben uns ja auch vor wie wir leben sollen.
    Aber was die französische Revolution anbelangt, kann sie eben als Ur-Motor der linken Bewegung angesehen werden. Und in der französischen Revolution war eben auch der linke Terror angelegt. Insgesamt ist es natürlich komplexer, denn es wurden auch moderne demokratische Möglichkeiten geschaffen. Aber insgesamt war es kein linearer Fortschritt, der nun mittlerweile in ein neuartigen Terror mündet.

  7. #7 von ingres am 12/07/2020 - 15:26

    #3 von ingres am 12/07/2020 – 14:12

    Ich muß bei Reform immer an einen Film denken (Ja vor langer Zeit habe ich auch noch TV geschaut, nun schon mehr als 2 Jahre nicht mehr). Es ging um einen Lehrer der andere Vorstellungen hatte und insbesondere seinen Schülern das proletarische Fußballspielen nahe brachte. Als Auflockerung des hergebrachten Unterrichts Ich meine es war historisch. Man kann den als Reformer bezeichnen. Und so wird es immer Änderungen geben, die von selbst entstehen. Aber das ging von einem Einzelnen (in seiner Tätigkeit) aus, der sich mit der Konvention anlegte. Das ist was anderes als die institutionalisierte Reform und z. B. Franziska Giffey und Christine Lambrecht

  8. #8 von ingres am 12/07/2020 - 15:37

    #2 von CheshireCat am 12/07/2020 – 01:13

    Ich meine man kann auch beim Umgang mit den Klimawandel ein grundsätzliches Problem identifizieren (ganz abgesehen von Degeneration und Korruption). Das Problem besteht darin dass sich die Politik dem planend angenommen hat. Das wird immer schief gehen. Man sollte es den Menschen überlassen Elektro-Autos zum Sieg zu verhelfen, wenn sie das denn wollen. Oder Windrädern, wenn sie denn teureren Strom wollen gegen irgendwelche Gefahren. Die Politik darf das nicht steuern. Und ja in der Tat ist Politik für mich außer für innere und äußere Sicherheit überflüssig. Mag sein, dass wir dann alles sterben. Aber durch die Politik sterben wir ja auch. Also ich würde es ohne Politik riskieren wollen.

  9. #9 von CheshireCat am 13/07/2020 - 02:30

    @#3 von ingres am 12/07/2020 – 14:12

    „Vor längerem bin ich nämlich auf die Idee gekommen, dass die „Reform“ ein Übel ist… Nicht, dass sich nie was ändern soll oder wird. Aber gezielte Änderungen sind tödlich! Es muß von selbst geschehen.“

    Ich habe nicht gewusst, dass Sie ein Revolutionär sind.
    Denn ohne Reformen (von oben) bricht früher oder später Revolution aus, die dann die Änderungen „von selbst geschehen“ lässt.

    @#8 von ingres am 12/07/2020 – 15:37

    „Ich meine man kann auch beim Umgang mit den Klimawandel ein grundsätzliches Problem identifizieren (ganz abgesehen von Degeneration und Korruption). Das Problem besteht darin dass sich die Politik dem planend angenommen hat. Das wird immer schief gehen. Man sollte es den Menschen überlassen.“

    Man kann nicht alles den Menschen überlassen.
    Denn sie wählen die günstigen (für sich) Lösungen, die aber für die Umwelt / Gesellschaft sehr teuer bis tödlich sein können.

    Und nicht alles kann spontan geschehen.
    Manche Probleme können nur durch vom Staat organisierte Projekte (die sorgfältige Planung benötigen) bewältigt werden.
    Siehe z.B. Fliegen ins All.

    Man soll dem Markt überlassen, was er kann, aber er kann nicht alles.

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