Herden-Immunität: Näher als gedacht?

Von Michael W. Alberts

Damit das gleich ganz klar ist: Ich bin kein Mediziner und ich will mir hier nicht das Mäntelchen eines wie auch immer gearteten „Experten“ umhängen. Mein Respekt gilt daher solchen Autoren wie Prof. Ederer oder Dr. Frank, die hier auf Achgut.com aus der Perspektive tatsächlicher einschlägiger Wissenschaft und Praxis schreiben.

Andererseits ist Mitdenken auch von Laien in der Demokratie nicht nur erlaubt, sondern eigentlich Pflicht, denn sonst wird der Laden zur Expertokratie, und das Ergebnis ist dann so ungefähr, was die Kanzlerin und ihre zwei besten Epidemiologenfreunde für richtig halten. Mehr auf der Achse …

  1. #1 von ingres am 25/05/2020 - 15:08

    Nun, wie ich an anderer Stelle schrieb (ohne allerdings an die „Super-Spreader“ zu denken) das Infektionsgeschehen dürfte in der Breite, also in der Fläche viel günstiger erscheinen, wenn man (insbesondere derzeit) die Hotspots rausrechnet (also Flüchtlingsheime, Schlachthöfe und natürlich Heime allgemein) denn die bergen ja nicht eine so große Verbreitungsgefahr in die allgemeine Bevölkerung in sich. Ich hatte also angemahnt, dass das RKI eine Statistik um Hotspots bereinigt rausbringt. Aber das machen die nicht. So kann ich nicht beurteilen, was in den relativ niedrigen (und manchmal nun sehr niedrigen Neuinfektionen die begrenzten Hotspots, bzw, die gefährlichen Flächeninfektionen sind. Man weiß nicht, sind die Schlachthöfe schon in den 693 drin und die 273 dann die Flächeninfektionen (zusätzlichmit den Baptisten). Das RKI könnte es wissen. Aber das sagt uns das nicht.

  2. #2 von Heimchen am Herd am 25/05/2020 - 20:43

    „Andererseits ist Mitdenken auch von Laien in der Demokratie nicht nur erlaubt, sondern eigentlich Pflicht, denn sonst wird der Laden zur Expertokratie, und das Ergebnis ist dann so ungefähr, was die Kanzlerin und ihre zwei besten Epidemiologenfreunde für richtig halten.“

    Merkel reichen die Meinungen ihrer zwei Freunde! Die anderen Experten haben gefälligst den
    Mund zu halten!

  3. #3 von ingres am 26/05/2020 - 00:20

    #1 von ingres am 25/05/2020 – 15:08

    Also das RKI schildert in seinem aktuellen Tagesbericht die außergewöhnlichen Geschehnisse schon. Das sollte man vielleicht erwähnen, Heute ist sogar auch recht deutlich von Ausbrüchen in Heimen für Geflüchtete die Rede (das war nicht immer so). Aber die konkreten Zahlen fehlen und die getrennte Statistik zum „normalen“ Geschehen in der Fläche.

  4. #4 von CheshireCat am 26/05/2020 - 01:16

    „Nur Schweden hat es gewagt, sein Internierungs- und Kontaktsperre-Regime auf ein Mindestmaß zu beschränken und darauf zu setzen, dass die weitaus meisten Infizierten, jedenfalls die im öffentlichen Leben aktiveren Jüngeren, ein ausreichend gutes Immunsystem besitzen und dass die Ansteckungswelle ab einem gewissen Punkt an ihrem eigenen Erfolg erstickt, …“

    Schweden lässt das Virus durchmarschieren, um sich seiner Alten zu entledigen, und wieder mehr Geld für Migranten zu haben.
    So schauts aus!

    PI-Fund

  5. #5 von CheshireCat am 26/05/2020 - 01:52

    „Sterblichkeit nach Infizierung viel geringer als befürchtet“

    Bei COVID-19 geht es schon lange nicht mehr um Sterblichkeit.
    Dieses Virus ist keine Grippe, sondern befällt den ganzen Körper und richtet dort umfangreiche, noch nicht bis Ende erforschte Schäden an.

    Kein vernünftiger Mensch will an so etwas überhaupt erkranken, selbst wenn er gute Überlebenschancen hat.

    „Das heißt im Ergebnis: Je weiter der Erreger sich verbreitet, desto „anstrengender“ wird es für ihn schon ziemlich bald, denn die sehr kontaktfreudigen Super Spreader hat er ja schon als erste zur Verbreitung eingespannt.“

    Bei COVID-19 findet die Ansteckung statt, wenn man längere Zeit (mehr als 15 Min.) relativ nah (weniger als ein Paar Meter) zur Infektionsquelle war.
    Das ist z.B. im Büro, in der Betriebskantine oder im öffentlichen Verkehrsmittel gegeben.

    Also man muss überhaupt kein Super Spreader sein, um viele Leute anzustecken – es reicht ganz normal zur Arbeit zu gehen.
    Ähnlich war es mit der Pest – erst waren es Super Spreader (Kaufleute), die Seuche verbreitet haben, dann aber ganz normale Menschen.

    Also, Eindämmungs- / Vorsichtsmaßnahmen sind unbedingt notwendig.
    Aber nicht der totale Shutdown landesweit. So was ist nur dann gerechtfertigt, wenn wirklich Leichenberge auf der Straße liegen – das war / ist bei COVID-19 in Deutschland (noch) nicht der Fall (und hoffentlich bleibt es so).

    Merkel-Regierung hat aber genau falsch gehandelt – erst gar nichts unternommen und dann den unnötigen Shutdown veranlasst.
    Das ist aber typisch Merkel – die selbst verursachte Krise (in diesem Fall durch Nichtstun während Corona schon in China und Italien wütete) mit maximalen Schäden „managen“.
    Jetzt dürfen wir Folgen des Merkelscher Krisen-Management (Rezession, Pleiten, Schulden usw.) auslöffeln.

    *Danke, Merkel!*

  6. #6 von Heimchen am Herd am 26/05/2020 - 09:51

    Studie: Ein Gen, das das Risiko einer Demenz erhöht, kann auch das Risiko eines schweren Coronavirus erhöhen

    Personen mit zwei Kopien einer genetischen Mutation, bei denen das Risiko für schweres COVID-19 mehr als doppelt so hoch ist wie bei Personen mit zwei Kopien eines anderen Gens.

    Diejenigen mit einer genetischen Mutation, die das Risiko einer Demenz erhöht, haben möglicherweise auch eine größere Wahrscheinlichkeit, an schwerem COVID-19 zu leiden, berichtete The Guardian und zitierte eine neue Studie, die im Journal of Gerontology: Medical Sciences veröffentlicht wurde .

    „Dies ist ein Beispiel für eine bestimmte Genvariante, die bei einigen Menschen eine Verwundbarkeit verursacht“, erklärte Professor David Melzer, Experte für öffentliche Gesundheit und Epidemiologie an der Exeter University und Mitautor der Studie.

    Die Studie analysierte genetische und Gesundheitsdaten der britischen Biobank von 500.000 Freiwilligen im Alter von 48 bis 86 Jahren und konzentrierte sich auf das ApoE-Gen. Eine Variante des Gens, bekannt als „e4“, beeinflusst den Cholesterinspiegel und den Prozess der Entzündung und erhöht auch das Risiko für Herzkrankheiten und Demenz.

    Die Studie untersuchte 9.022 Teilnehmer europäischer Abstammung, die zwei Kopien der e4-Variante hatten, sowie über 223.000, die zwei Kopien der e3-Variante hatten.

    Bei Personen mit zwei Kopien der e4-Variante bestand ein bis zu 14-mal höheres Demenzrisiko als bei Personen mit zwei Kopien der e3-Variante. In der Studie hatten 37 Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden, zwei Kopien der e4-Variante, während 401 zwei Kopien der e3-Variante hatten. Nach Kontrolle anderer Faktoren hatten diejenigen mit zwei Kopien der e4-Variante ein mehr als doppelt so hohes Risiko für schweres Coronavirus als diejenigen mit zwei Kopien der e3-Variante.

    Diese Assoziation blieb auch dann bestehen, wenn diejenigen Teilnehmer, die an Demenz litten, von der Analyse ausgeschlossen wurden: Bei keinem der Coronavirus-positiven Teilnehmer wurde Demenz diagnostiziert, sagte Melzer.

    „Es ist ziemlich kugelsicher – unabhängig von der damit verbundenen Krankheit, die wir entfernen, ist der Verein immer noch da“, sagte Melzer. „Es sieht also so aus, als ob es die Genvariante ist, die es tut.“

    „Diese Vereinigung wird nicht von Menschen angetrieben, die tatsächlich an Demenz leiden“, fügte er hinzu. „Der Effekt könnte teilweise auf diese zugrunde liegende genetische Veränderung zurückzuführen sein, die sie sowohl für COVID-19 als auch für Demenz gefährdet.

    Sowohl bei der Stichprobengröße als auch bei der Gesamtbevölkerung sei die Mehrheit der Menschen noch nicht dem Coronavirus ausgesetzt gewesen, sagten die Forscher.

    https://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/280869

    Demenz betrifft vor allem alte Menschen, an Corona sterben auch vor allem alte Menschen!
    Es sterben aber auch jüngere Menschen und selten auch Kinder an Corona!

  7. #7 von ingres am 26/05/2020 - 10:41

    #4 von CheshireCat am 26/05/2020 – 01:16

    Ich bezweifle auch die rationalen Motive Schwedens, aber mathematisch betrachtet wird man das schwedische Experiment natürlich zum Vergleich heranziehen können. Ich sehe noch nicht, dass die Kurve besonders gut aussieht. Aber leichte Rückgänge gibts auch da. Und bei einer Pandemie, die halt in der BRD niemals enden kann, ist es schon interessant, ob sie auf natürlichem Wege enden kann (wenn das in Schweden, aus welchem Grund auch immer durchgezogen wird). Bisher galt das ja für Pandemien.

  8. #8 von ingres am 26/05/2020 - 10:49

    Bei COVID-19 findet die Ansteckung statt, wenn man längere Zeit (mehr als 15 Min.) relativ nah (weniger als ein Paar Meter) zur Infektionsquelle war.
    Das ist z.B. im Büro, in der Betriebskantine oder im öffentlichen Verkehrsmittel gegeben.

    ———————————————–
    Dazu wären natürlich die Zahlen nicht schlecht. Also wer steckt sich wo derzeit an? Das finde ich beim RKI nicht. Es würde ja reichen Massenausbrüche der Anzahl sonstiger Infektionen gegenüber zu stellen. Aber vielleicht ist das zu rechts und zu verschwörungstheoretisch gedacht?

  9. #9 von ingres am 26/05/2020 - 10:59

    #8 von ingres am 26/05/2020 – 10:49

    Also noch mal ganz konkret, weil ich das für extrem wichtig halten würde, denn auf dieser Basis kann man durchaus relativ gute mathematische Vorhersagen treffen. Wo steckt man sich derzeit an, diese Zahlen vermisse ich schon seit Monaten. Steckt man sich derzeít in Heimen oder Schlachthäusern oder Kirchen und Gaststätten an. Und wo steckt man sich ganz normal. an. Wie sind die Zahlenverhältnisse? Das muß doch möglich sein, das zu untersuchen.

  10. #10 von CheshireCat am 27/05/2020 - 00:17

    @#8 von ingres am 26/05/2020 – 10:49

    Ich habe solche Zahlen nicht gesehen.
    Allerdings fallen alle bekannten Ansteckungen (Fasching, Party, Gastwirtschaft (in Ischgl), Altenheime, Krankenhäuser, Gottesdienst usw.) unter dieses Schema (längere Zeit (mehr als 15 Min.) relativ nah (weniger als ein Paar Meter) zur Infektionsquelle).

    Es sind aber keine Ansteckungen auf der Straße / im Supermarkt (kurzer Kontakt) bekannt. Sogar Supermarkt-Mitarbeiter stecken sich (massenweise) nicht an – die haben selbst maskenfreie Phase der Epidemie unbeschadet überstanden.

    Es kann also als gesichertes Wissen betrachtet werden