Demo für das Leben reizt Linke zur Weißglut

Bei Protestaktionen gegen den von Abtreibungsgegnern organisierten «Marsch fürs Läbe» in Zürich-West ist es zu Ausschreitungen gekommen.
Linksextreme warfen Gegenstände, zündeten Abfallcontainer an und demolierten ein Polizeifahrzeug. Die Polizei setzte Tränengas und Gummischrot ein. Zwei Polizisten wurden leicht verletzt.
Ein 30-jähriger Mann ist wegen Gewalt und Drohungen festgenommen worden. 175 weitere Personen wurden von der Polizei kontrolliert. weiter bei NZZ

  1. #1 von CheshireCat am 17/09/2019 - 15:52

    Abtreibungsgegner mischen sich massiv in private Angelegenheiten (Abtreibung) der anderen Menschen und brauchen sich nicht wundern, dass es jemanden nicht gefällt.

    Abtreibungsgegner dürfen natürlich ihre Meinung sagen wie jeder anderer, aber keine Verbote verlangen oder mit ihren Aktionen die anderen in ihren privaten Angelegenheiten stören.

    Konstruktive und ehrbare Position wäre, Angebote zur Übernahme der unerwünschten Kinder zu organisieren (selbstverständlich auf eigenen Kosten).
    Ohne solche Angebote sind Abtreibungsgegner nicht besser als Gutmenschen wie Rackete, die „geretteten Flüchtlinge“ einfach dem Steuerzahler vor der Tür kippen, damit er sie für immer und ewig versorgt.

    In beiden Fällen ist es Bevormundung und Humanität auf fremden Kosten, was viele Leute inzwischen zu Recht hassen.

  2. #2 von CheshireCat am 17/09/2019 - 16:27

    Korrektur #1 von CheshireCat am 17/09/2019 – 15:52

    dass es jemandem nicht gefällt.

    Abtreibungsgegner dürfen natürlich ihre Meinung sagen wie jeder andere

  3. #3 von Lomar am 17/09/2019 - 16:38

    Abtribungsbeführworter mischen sich auch in das Leben anderer ein, nur mit dem Unterschied, dass bei den Abtreibungsgegnern niemand getötet wird. Von den Befürwortern täglich eine Kleinstadt.

  4. #4 von ingres am 17/09/2019 - 16:58

    #1 von CheshireCat am 17/09/2019 – 15:52

    Das ist freilich eine merkwürdige Auslegung des Demonstrationsrechts. Linke können wegen mir demonstrieren wofür sie wollen, nur ohne Gewalt und im Rahmen des Erlaubten. Genau so Abtreibungsgegner. Gegendemonstrationen sollten freilich grundsätzlich verboten sein. Linke können fast nur gegen demonstrieren. Abtreibungsgegner dürfen Fundamentalisten sein, so lange sie keine Gewalt ausüben Aber was solls in diesem korrupten Irrenhaus sind Appelle an vernünftiges Verhalten eh überflüssig.

  5. #5 von Heimchen am Herd am 17/09/2019 - 19:34

    „Demo für das Leben reizt Linke zur Weißglut“

    Ich bin grundsätzlich gegen Abtreibung! Ausnahme bei Vergewaltigung oder Krankheit!
    Kinder sind ein Segen und sichern unseren Fortbestand!

    Ein Land ohne Kinder, ist ein Land ohne Zukunft!

  6. #6 von CheshireCat am 17/09/2019 - 19:41

    @#3 von Lomar am 17/09/2019 – 16:38

    „Abtribungsbeführworter mischen sich auch in das Leben anderer ein, nur mit dem Unterschied, dass bei den Abtreibungsgegnern niemand getötet wird.“

    Man soll definieren, ab wann die Zellen zu Menschen werden (sonst muss man ja Sperma- und Eizellen auch unter Schutz stellen, künftig sogar alle menschlichen Zellen, da Klonen möglich).

    Das ist vom Gesetz geregelt (zeitliche Abtreibungsgrenze) und daran müssen sich alle halten.
    Mit eigenen Zellen soll frau machen können, was sie für nötig hält – das ist ihre reine Privatsache, die wildfremde Leute überhaupt nicht angeht.

    „Von den Befürwortern täglich eine Kleinstadt.“

    Durch Abtreibungsverbot wird man das demographische Problem nicht lösen.

  7. #7 von CheshireCat am 17/09/2019 - 19:45

    @#4 von ingres am 17/09/2019 – 16:58

    „Das ist freilich eine merkwürdige Auslegung des Demonstrationsrechts…“

    Ich habe nichts anders als Sie geschrieben
    („Abtreibungsgegner dürfen natürlich ihre Meinung sagen wie jeder anderer,…“)
    ohne ausdrücklich zu erwähnen, dass alle Demos und Gegendemos gewaltlos sein müssen, weil es SELBSTVERSTÄNDLICH ist.

    „Gegendemonstrationen sollten freilich grundsätzlich verboten sein.“

    Sollen sie NICHT, weil das die Einschränkung des Demonstrationsrechts wäre.
    Demos und Gegendemos müssen allerdings so stattfinden (räumlich / zeitlich getrennt), dass sie einander nicht stören.

    Das ist in BRD freilich nicht gegeben, weil hier Gegendemos systematisch als Waffe gegen unliebsame Meinungen benutzt werden.

  8. #8 von ingres am 17/09/2019 - 20:04

    #7 von CheshireCat am 17/09/2019 – 19:45

    Selbstverständlich könnte man die Modalitäten zum Demonstrationsrecht ändern. Man könnre immer vernünftige Sachen machen (im korrupten Irrenhaus natürlich ni ht). Ich halte überhaupt nichts von Demonstrationen, würde sie aber nicht verbieten wollen. Aber was sollen Gegendemonstrationen? Ich maße mir nicht an gegen das zu demonstrieren für das andere demonstrieren (auch wenn ich das ablehne). Nur das linksgrüne Gesindel maßt sich das an. Damit ist alles gesagt. Und in einem funktionierenden Staat müßte man nicht damit rechnen, dass man von Gegendemonstranten belästigt oder attackiert wird, weil es für das Demonstrationsrecht unterbunden würde. Ob man privat meint, dass die Demonstranten mit Attacken rechnen müssen ist dafür nicht maßgeblich.

  9. #9 von ingres am 17/09/2019 - 20:09

    Gegendemonstrationen sind eine Anmaßung, insbesondere weil sie ja immer mit der böswiligen Störung der Demonstration verbunden sind. Diese Art von Demonstration gehört also ganz einfach verboten.

  10. #10 von CheshireCat am 17/09/2019 - 20:26

    @ingres am 17/09/2019 – 20:04

    „Aber was sollen Gegendemonstrationen?

    Gegendemonstrationen sind eine Anmaßung, insbesondere weil sie ja immer mit der böswilligen Störung der Demonstration verbunden sind.“

    In einem freien Land soll man auch sinnlos oder böswillig demonstrieren dürfen
    (ganz geschweige davon, dass Begriffe „sinnlos“ / „böswillig“ subjektiv sind).

    Die einzige Voraussetzung ist, dass die Gegendemonstranten die anderen nicht stören
    (die Freiheit einer Person endet dort, wo die Freiheit einer anderen Person beginnt).

  11. #11 von Lomar am 17/09/2019 - 21:27

    CheshireCat zu 17/09/2019 um 19:41

    „Man soll definieren, ab wann die Zellen zu Menschen werden…“

    Mit Verschmelzen von Ei- und Samenzelle (Embryonenschutzgesetz) . Dann ist es auch nicht mehr allein die Zelle der Frau.

  12. #12 von ingres am 17/09/2019 - 23:32

    #10 von CheshireCat am 17/09/2019 – 20:26

    M.E zeigt sich in Ihrer Argumentation das Dilemma der Liberalismus, der auch den Selbstmord der westlichen Zivilisation begründet. Es ist im Prinzip alles erlaubt sofern nicht … . Nein in einem überlebensfähigen Staat darf nicht alles erlaubt sein. Basta. Es gibt sonst kein Halten. Denn man kann immer fragen warum nicht …. . Wenn es klare Verbote gibt, dann kann man das nicht fragen. I Im Grunde genommen zeigt sich dieses Dilemma auch hinsichtlich Abtreibung. Das Problem ist liberal nicht lösbar. Man benötigt ein klares Verbot, bzw. ein Bewußtsein, dass das Sünde ist. Hier zeigt sich auch der Nachteil des Verlustes des Gottes-Glaubens. Man hat dann keine feste Orientierung mehr. Ich bin nicht religiös, aber ich habe immer konzediert, dass der Verlust der Religion den Untergang bedeuten kann, da klare Leitlinien fehlen. Die sind nicht rational zu ersetzen.

  13. #13 von CheshireCat am 17/09/2019 - 23:55

    @#11 von Lomar am 17/09/2019 – 21:27

    „„Man soll definieren, ab wann die Zellen zu Menschen werden…“

    Mit Verschmelzen von Ei- und Samenzelle (Embryonenschutzgesetz) . Dann ist es auch nicht mehr allein die Zelle der Frau.“

    Das ist falsch.
    Im Embryonenschutzgesetz geht es um Embryonen und Zellen und nicht um Menschen.

    https://www.gesetze-im-internet.de/eschg/BJNR027460990.html
    § 8 Begriffsbestimmung
    (1) Als Embryo im Sinne dieses Gesetzes gilt bereits die befruchtete, entwicklungsfähige menschliche Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an, ferner jede einem Embryo entnommene totipotente Zelle, die sich bei Vorliegen der dafür erforderlichen weiteren Voraussetzungen zu teilen und zu einem Individuum zu entwickeln vermag.

    Man kann hier natürlich lange diskutieren, aber eine (oder ein Paar) Zellen einem Menschen gleichzustellen, geht mir (und nicht nur mir) zu weit.
    Es gibt wirklich größere Probleme als sich um Zellen zu sorgen,
    lieber soll man sich um die schon geborenen Menschen sorgen.

  14. #14 von Lomar am 18/09/2019 - 00:01

    Ein Embryo ist ein Mensch.

  15. #15 von CheshireCat am 18/09/2019 - 00:10

    @#12 von ingres am 17/09/2019 – 23:32

    „M.E zeigt sich in Ihrer Argumentation das Dilemma der Liberalismus,…“

    Hier gibt es überhaupt kein Dilemma – die angesprochene Bereiche sind klar geregelt.
    Ich verstehe wirklich nicht, was Ihnen nicht passt.

    Demonstrieren darf jeder, solange er keine Gesetze bricht und die anderen nicht stört.
    Was soll man da noch verbieten?

    Wenn die Regeln missbraucht werden, um Meinungsfreiheit zu unterdrücken, dann ist es nicht das Problem der Regeln, sondern des degenerierten Staates (im Irrenhaus funktionieren ja selbst die besten Regeln nicht).

    Auch Abtreibung ist klar geregelt:
    innerhalb von zwölf Wochen nach Empfängnis mit Beratung erlaubt, danach nicht.
    https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/schwangerschaft-und-kinderwunsch/schwangerschaftsabbruch-nach—218-strafgesetzbuch/81020
    Was will man da noch verbieten?

    Aber wenn man Gesetze auf der Grundlage der Religion zu machen beginnt,
    dann landet man schnell im Islamischen / Katholischen / Evangelischen /… Staat – das ist überhaupt das Schlimmste, was es gibt.

  16. #16 von CheshireCat am 18/09/2019 - 00:23

    @#14 von Lomar am 18/09/2019 – 00:01

    „Ein Embryo ist ein Mensch.“

    Das Thema ist höchst umstritten, selbst unter Theologen.

    https://www.tagesspiegel.de/wissen/ab-wann-ist-der-mensch-ein-mensch/1177012.html
    Ab wann ist der Mensch ein Mensch?
    Die Bibel und die christliche Tradition geben nämlich auf diese Frage gar keine altbewährte Antwort. Die Kirchenväter haben sich in dieser Frage einfach den Erkenntnissen der antiken Embryologie angeschlossen und die besagte, dass der Embryo in den ersten dreißig oder vierzig Tagen unbeseelt, also noch kein Mensch sei…

    Ein guter Kompromiss wäre, sich an die geltende Gesetzte zu halten.
    Alles, was darüber hinaus geht, soll absolut freiwillig sein.

  17. #17 von BEN am 18/09/2019 - 00:36

    Man kann alles umstreiten. Was ist lebenswertes Leben? Umstritten. Sterbehilfe? Umstritten. Elfmeter? Umstritten. Zuwanderung?…

  18. #18 von CheshireCat am 18/09/2019 - 02:07

    Jetzt ganz unabhängig davon, wie man zum Inhalt dieses Thema steht:

    Unter heutigen Umständen muss man feststellen, dass es sich um ein Luxusproblem handelt.
    Das ganze West-Europa wird mit Invasoren überflutet, jeden Tag werden von Invasoren Menschen ermordet / geprügelt / vergewaltigt / geraubt und es droht der Untergang, der Millionen Leben kosten wird.

    Und unter solchen katastrophalen Bedingungen geht man demonstrieren, um ungeborenes Leben zu schützen.
    Das ist grotesk.
    ERST SOLL MAN DAS SCHON GEBORENE LEBEN SCHÜTZEN, die akut bedroht ist!
    Das ist ungefähr so, als ob jemand während der Überschwemmung Schimmel an den Hauswänden bekämpfen würde.

  19. #19 von Heimchen am Herd am 18/09/2019 - 09:51

    Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, dazu passt es sehr gut, dass man ungewünschte
    Kinder einfach wegwirft! Die Weiber von heute sind egoistisch und sie sehen Kinder als
    Belastung an, nicht als Segen! Die Frauen wollen ihre natürliche Rolle als Mutter nicht mehr
    übernehmen und würden am liebsten den Männern diese Rolle zuschreiben!

    Viel wichtiger als Kinder sind Urlaubsreisen, teure Autos und Klamotten, das kommt vor dem
    Kinderwunsch, denn Kinder haben bedeutet auch Verzicht auf diese Dinge und das wollen viele
    nicht!

    Viele Frauen merken erst im Alter, dass sie doch gerne Kinder hätten, doch dann ist es zu spät
    zum Kinderkriegen! Ich habe kein Mitleid mit diesen egoistischen Frauen, vielleicht ist es sogar
    auch besser so, dass sie keine Kinder haben!

  20. #20 von ingres am 18/09/2019 - 10:10

    #13 von CheshireCat am 17/09/2019 – 23:55

    Man kann hier natürlich lange diskutieren,
    ————————————————————-
    Eben, das ist eine Problematik, die mit (wissenschaftlicher) Diskussion nicht lösbar ist. Und das gilt auch für viele andere Themen. Ich würde mich niemals auf eine Diskussion einlassen. Das ist ein elementarer natürlicher Vorgang in den nicht eingegriffen werden darf (außer in Sonderfällen in denen Gebot gegen andere ethische Überlegungen steht) Ich habe es für mich immer so ausgedrückt, (obwohl nicht religiös): Es ist eine Sünde (genauso), aber es mag im Einzelfall einen Grund geben. Und nochmal: ich habe nie daran geglaubt, dass die Kapitalisten unser Untergang sind. Nein der Untergang auf allen Ebenen liegt letztlich darin, dass die Gesellschaft durch den Verlust des Glaubens die Orientierung verloren hat. Dadurch ist es zur Dekadenz gekommen in der sich der Irrsinn ausbreiten kann. Der (durchschnittliche) Verlust des Glaubens war unvermeidbar, aber er hat eben gravierende Folgen.

  21. #21 von CheshireCat am 18/09/2019 - 15:16

    @#17 von BEN am 18/09/2019 – 00:36

    „Man kann alles umstreiten… Zuwanderung?“

    Und das ist gut so.
    Wäre die Zuwanderung nicht umstritten würde uns Merkel seit 2015 nicht 2, sondern 20 Mio. Invasoren schenken.

  22. #22 von CheshireCat am 18/09/2019 - 15:17

    @#20 von ingres am 18/09/2019 – 10:10

    „das ist eine Problematik, die mit (wissenschaftlicher) Diskussion nicht lösbar ist“

    Das ist keine wissenschaftliche, sondern ethische Diskussion.
    Lebensschützer (wie auch alle Gutmenschen) sind GESINNUNGSETHIKER („Es muss so gemacht werden, koste es, was es wolle“).
    VERANTWORTUNGSETHIKER berücksichtigen dagegen die Ergebnisse der Handlungen – wer versorgt denn die geretteten unerwünschten Kinder?
    Wer nicht bereit ist, persönlich die Kosten dafür zu übernehmen, kann nicht ernst genommen werden. Der ist genauso (gesinnungs)ethisch wie Rackete, die „Geretteten“ dem Steuerzahler vor die Tür kippt.

    „Das ist ein elementarer natürlicher Vorgang in den nicht eingegriffen werden darf…“

    Dass die Zähne mit dem Alter rausfallen, ist auch ein elementarer natürlicher Vorgang. Sie greifen aber ganz sicher in diesen Vorgang ein (wie jeder).

    Der Mensch muss ständig in die elementaren natürlichen Vorgänge eingreifen, um zu überleben.

    „Nein der Untergang auf allen Ebenen liegt letztlich darin, dass die Gesellschaft durch den Verlust des Glaubens die Orientierung verloren hat.“

    Der Verlust des Glaubens findet seit 18. Jahrhundert in der ganzen Welt statt und hat etwas mit der Entwicklung der Wissenschaft / Technik / Kommunikation und der Aufklärung zu tun.
    Man kann aber nicht sagen, dass man heute allgemein schlechter lebt als im 18. Jahrhundert.

    Untergang hat nichts mit Religion zu tun.
    Das alte Rom war in seiner Blütezeit nicht besonderes religiös (die religiöse Tolerant war überhaupt ein Grundprinzip der römischen imperialen Verwaltung). Und während des Untergangs war es streng christlich.
    Und Religion(en) haben Deutschland den 30jährigen Krieg beschert – das war noch schlimmer als heute.

  23. #23 von ingres am 18/09/2019 - 15:48

    #22 von CheshireCat am 18/09/2019 – 15:17

    Ich kann das nicht lösen, aber ich kann auf das Problem verweisen. Ich behaupte, dass der Westen wegen des Verlustes des Glaubens die Orientierung verloren hat. Der Verlust des Glaubens war unvermeidlich hat aber riesige Probleme geschaffen. Man nennt das „Ambivalenz“. Ethische Probleme lassen sich nicht rational lösen. Wenn ein Tabu gebrochen ist, gibt es (wegen liberal) kein Halten mehr. Man kann immer fragen warum nicht. Und deshalb ist die Forderung der Jusos nach Abtreibung nach der Geburt die logische Konsequenz. Weitere Folgen sind Gender und Ehe für alle usw. Es müßte also ein neues Gebotssystem und Tabusystem etabliert werden. Dass die Menschen Religion wollen sieht man ja an den Ersatzreligionen (u.a. Klima), die aber keine Tabus haben.

  24. #24 von ingres am 18/09/2019 - 15:59

    Es ist in der Geschichte folgendermaßen: die Menschen fordern zu recht Veränderung und denken an Fortschritt. Bekommen haben sie aber immer, zwar vielleicht Verbesserungen, aber Probleme an die niemand gedacht hat. So hat der Liberalismus zwar die direkte Diktatur beseitigt, aber dazu geführt, dass weder Ethik noch allgemeine Regeln des Lebens verbindlich sind. Das ist zwar in Ordnung, wenn man damit umgehen kann und weiter eine verbindliche Ethik und verbindliche Regeln lebt. Die Regeln und die Ethik sind aber nun hinterfragbar und permanent veränderbar. Es gibt keine Tabus mehr. Die BRD vor 1960 konnte den linksgrünen Irrsinn abwehren, aber im Laufe der Zeit war das wegen des Liberalismus nicht möglich. Das ist die Ursache für die Probleme des Westens.

  25. #25 von CheshireCat am 18/09/2019 - 16:33

    @#23 von ingres am 18/09/2019 – 15:48

    „Ich behaupte, dass der Westen wegen des Verlustes des Glaubens die Orientierung verloren hat.“

    Das ist aber schon lange her (seit 18. Jahrhundert).
    Man hat es allerdings überlebt (und es waren sogar einige Blütezeiten dabei).

    Inzwischen sind aber die großen christlichen Kirchen derart degeneriert, dass der Verlust des Glaubens positiv ist.
    Wer Bedford-Strohm oder dem Papa Franz noch folgt, geht garantiert unter.

    Grundsätzlich ist die Orientierung durch Glauben problematisch (Glauben ist ja kein Wissen und das grundsätzliche Problem bei Religionen ist, dass sie auch nicht weiter als heilige Schriften wissen wollen).
    Sehr schnell landet man dann bei Hexenverfolgung, von solchen Grundsätzen wie „Tötet die Ungläubigen!“ ganz zu schweigen.

    „Ethische Probleme lassen sich nicht rational lösen.“

    Ethische Probleme werden nicht „gelöst“, sondern es wird vereinbart, was akzeptabel / gut / wünschenswert ist.
    Vernünftig wäre es, dabei die Folgen / Kosten zu berücksichtigen (Verantwortungsethik).

    „Wenn ein Tabu gebrochen ist, gibt es (wegen liberal) kein Halten mehr.“

    In einer degenerierten Gesellschaft schon, in einer gesunden – nicht.

    „Es müßte also ein neues Gebotssystem und Tabusystem etabliert werden.“

    Ja, ein ethisches System braucht jede Gesellschaft.
    Wenn die religiöse Ethik verschwindet, muss ein Ersatz entwickelt werden.

    Das haben z.B. die Real-Sozialisten in ihren Staaten versucht, und es hat sogar ein Paar Jahrzehnte funktioniert (mehr oder weniger).

    „Dass die Menschen Religion wollen…“

    Ich bezweifle, dass heute die meisten Menschen Religion im gewöhnlichen Sinne wollen.
    Sie wollen ein stimmiges Weltbild, ein (liberales) ethisches System und eine Orientierung / Zukunftsvision (im Sinne, was wir wollen und wie erreichen wir es) – das nennt man IDEOLOGIE.

  26. #26 von CheshireCat am 18/09/2019 - 16:49

    @#24 von ingres am 18/09/2019 – 15:59

    „So hat der Liberalismus zwar die direkte Diktatur beseitigt, aber dazu geführt, dass weder Ethik noch allgemeine Regeln des Lebens verbindlich sind. … Es gibt keine Tabus mehr.“

    Ich weiß wirklich nicht, woher Sie das haben.
    Liberalismus bedeutet keineswegs Chaos, und Tabus gibt es auch.
    Beim Liberalismus gelten verbindliche, aber liberale Regeln, die dem Individuum genug Freiraum lassen.

    „Die Regeln und die Ethik sind aber nun hinterfragbar und permanent veränderbar.“

    Das muss so sein.
    Alle Regeln müssen permanent an die Veränderungen der Lebensbedingungen angepasst werden.

    „Die BRD vor 1960 konnte den linksgrünen Irrsinn abwehren, aber im Laufe der Zeit war das wegen des Liberalismus nicht möglich. Das ist die Ursache für die Probleme des Westens.“

    Der (linksgrüne) Irrsinn hat nichts mit Liberalismus zu tun, sondern ist ein Symptom der allgemeinen ethnischen Degeneration.

    Das römische Reich war in seiner Blütezeit sehr liberal, während des Untergangs dagegen streng christlich.

  27. #27 von ingres am 18/09/2019 - 17:06

    #26 von CheshireCat am 18/09/2019 – 16:49

    Woher ich das habe? Das habe ich seit sich die Reflexion bei mir entwickel hat ganz selbstverständlich so gedacht. Ich habe doch gesehen, dass die Werte verfallen und da war mir sofort klar (obwohl nicht religiös) das liegt daran, dass der Glaube weg ist, auch wenn ich nicht glauben kann. Da war klar ich habe keine Lösung, aber eine Antwort auf den Verfall. Außerdem habe ich doch gesehen, dass die Menschen nicht glücklich werden können. Ich bin kein Traumtänzer (und war nicht zufällig von Jack London gefangen). Ich habe doch gesehen, dass es immer wieder neue Probleme gab. Ein Beispiel ist das Klima und die Umwelt . Fossile Energien haben unglaublichen Wohlstand gebracht. Aber die Umwelt geschädigt. Und jetzt haben die Windräder negative Folgen, So wird das ewig weiter gehen! Habe ich ab 16 Jahren geschlossen.

  28. #28 von ingres am 18/09/2019 - 17:14

    27 von ingres am 18/09/2019 – 17:06

    Das paßte nicht mehr, aber sollte auch noch gesagt sein. Ab dem 16. habe ich die Theorie vertreten, dass die Menschen ihre Geschicke nicht kontrolliert bestimmen können. Man kann und muß da was versuchen, aber es wird nicht klappen und zwar nicht weil die Kapitalisten böse sind. Dann habe ich Bild der Wissenschaft abonniert. Da gab es mal folgenden Titel: „Wie Menschen eine Welt verbessern wollten und sie dabei zerstörten“. In einer Simulation sollten Probanden eine Modellwelt verbessern. Am Ende hatte jeder sie zerstört. Das war bereits zu komplex, obwohl alle guten Willens waren. So haben wir heute die nicht vorhergesehenen Folgen des Liberalismus. Und das wird ewig so weiter gehen.

  29. #29 von ingres am 19/09/2019 - 01:46

    Es ergab sich ja, dass ich auf das Phänomen der „Ambivalenz“ verweisen mußte (gegen den Optimismus, dass man das alles nur wissenschaftlich analysieren muß, man vernünftig sein muß und dann klappt es). Ich vertrete die These, dass wir es natürlich versuchen müssen, aber niemals schaffen werden, was nicht heißt, das wir nicht schon mal gut vorangekommen waren, aber es eben nicht gehalten hat. Mir fiel gestern der Name nicht mehr ein. Aber hier wird meine These illustriert. Es mag länger gedauert haben, aber Tocqueville hat uns kurz nach der frz. Revolution nicht nur unsere Gegenwart,sondern sogar noch unsere Zukunft beschrieben. Eine atemberaubende Illustration der These der „Ambivalenz“. Wer ist sich schon der Nachteile der Moderne gegenüber dem Feudalismus bewußt. Ich habe auch immer das Gegenteil gedacht, wiewohl mich irgendwann die Brutalität der frz.Revolurion bereits stutzig machte)
    (https://www.mmnews.de/vermischtes/11172-alexis-de-tocqueville-der-totalitaere-wohlfahrtsstaat)

  30. #30 von ingres am 19/09/2019 - 01:56

    #29 von ingres am 19/09/2019 – 01:46

    PS: natürlich haben wir gegenüber dem Feudalismus viele Vorteile, aber eben auch gravierende Nachteile. Ich meine, dass ich das Glück hatte fast 60 Jahre mit den Vorteilen gelebt zu haben, bis mir nach Sarrazin die Nachteile bereits klar wurden. Ich meine auch nicht, dass man nicht etwa gegen den Irrsinn kämpfen muß. Aber der Erfolg wird sehr begrenzt sein und neue Probleme gewiß.

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