„Es weht ein roher Wind dort draußen“

Auch das letzte Refugium des kommunistischen Regimes, muss zu Kenntnis nehmen, dass sich der Wind in Deutschland langsam aber sicher dreht. In den Redaktionsbunkern des Neuen Deutschland – Zeitung der SED – stellt man fest, dass der Klassenfeind die Oberhand von Marx und Engels bei der Wahrheitsdeutung des deutschen Journalismus ins Wanken bringt. Allerdings muss man schon von sehr weit links schauen, um einen Rechtsruck der deutschen Presselandschaft festzustellen. Immerhin – wenn die Schergen des SED-Regimes Hosensausen bekommen, wird es dem Bürger warm ums Herz:

Erstens sind da Journalisten, Kolumnisten und Publizisten, die einem scheinbar unwiderstehlichen Sog folgen, sich auf der rechten Seite jene Anerkennung, den Marktwert oder die Aufmerksamkeit zu sichern, die ihnen in der Mitte oder gar «links» versagt geblieben ist. Dabei gibt es die strammen Rechtswanderer wie Jürgen Elsässer oder Matthias Matussek, die frivol-oszillierenden, narzisstisch posierenden Intellektuellen wie Henryk M. Broder, die sarkastischen Provokateure wie Harald Martenstein und die schlichten Agitatoren wie etwa den Moderator Claus Strunz, der sich gar nicht mehr die Mühe macht, seine Botschaften groß journalistisch zu verbrämen.

weiter bei der Zeitung der SED

  1. #1 von Sophist X am 05/12/2018 - 15:16

    Der Text bietet einen ermüdend langen Einblick in die triviallinke Verblendung eines ‚Malers und Semiologen‘. Ich habe das Geheule nicht bis zu Ende durchgehalten

    Über die BILD:
    Nach einer kurzen Phase der Begeisterung für »Willkommenskultur« – für einen historischen Augenblick schien man in Deutschland ein Bild von Solidarität und Menschlichkeit liefern zu wollen…

    Er meint Solidarität mit Betrügern, Schlägern, Räubern und Vergewaltigern, lässt das aber weg.

    …die Journalisten der dezidierten Rechtspresse und die politischen Strippenzieher bilden schon Netzwerke und Kulturen

    Er meint nicht ’schon‘ sondern ‚wieder‘. Er als Jahrgang 43 und Bayer sollte sich an die Zeit vor 1990 erinnern, als es noch Gegenpole zum linken Mainstream gab und selbst die bürgerliche Mitte der BRD öffentlich Postionen vertrat, die man (er) heute als faschistisch denunziert. Alles vergessen, Honig im Hirn.

    …der »Spiegel« befleißigt sich der vermeintlichen Liberalität, sich einen eigenen Rechtsaußen – Jan Fleischhauer – zu halten, mit dem man interne Schaukämpfe veranstaltet…

    Genannt Pluralismus, einfach mal bei Wikipedia nachlesen. Mit der Charakterisierung ‚Schaukämpfe‘ hat er aber recht.

    …dieser offenkundigen Krise des Journalismus…

    Nochmal Pluralismus. Um Pluralismus als Krise zu verstehen, darf man rein garnichts wissen und kapieren.

    Man verabschiedet sich von dem Gedanken, dass rechtsextreme Positionen außerhalb des gemeinsamen Bezugsrahmens stehen.

    Damit sind Positionen gemeint, die er zwar als rechtsextrem denunziert, die aber im ‚gemeinsamen Bezugsrahmen‘ bloß konservativ sind.

    An dieser Stelle bin ich ausgestiegen.

  2. #2 von Heta am 05/12/2018 - 16:45

    Ach so, der altlinke Georg Seeßlen! Von Haus aus Filmkritiker, sitzt unten am äußeren Rand der Republik (Kaufbeuren) und fantasiert sich eine „dreifaltige Wanderung der deutschen Presse nach rechts“ zurecht – und wo genau soll diese Wanderung stattfinden? Oder ist alles jenseits des „Neuen Deutschlands“ rechts, ist Harald Martenstein rechts?

    Wie Seeßlen tickt, kann man auch an diesem „Spiegel“-Gespräch sehen: Die Flüchtlinge sollen Europa vor einer „weiteren Verrohung und Verblödung“ retten, sagt er. Da machen selbst SPON-Leser nicht mehr mit: „Lohnt nicht, Zeit mit derart abstrusen Meinungen zu verschwenden“:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/afd-diskurs-interview-mit-georg-seesslen-a-1082425.html

  3. #3 von Heta am 05/12/2018 - 16:52

    OT oder auch nicht (siehe oben): Diese Frau (?), Charlotte Prodger…

    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/digitale-kunst-15925425.html

    … hat u.a. für dieses iPhone-Werkchen…

    … den begehrten englischen Turner-Preis gewonnen, 25.000 Pfund. Prodgers Werke zeugten vom „tiefgründigsten Gebrauch eines Geräts“, sagte der Jury-Vorsitzende zur Begründung; Prodger wird Schottland bei der nächsten Biennale in Venedig vertreten. Die zeitgenössische Kunst offenbart es: Der Westen ist im Arsch (pardon!).

  4. #4 von Heta am 05/12/2018 - 17:35

    Als Gegenmittel zu Georg Seeßlen im „Neuen Deutschland“ empfehle ich Norbert Bolz bei der „Achse des Guten“ („Der Journalist als Oberlehrer“):

    Wenn unsere Gesellschaft ein Problem hat, dann nicht mit den Funktions- und Leistungseliten, sondern mit jenen Intellektuellen, die zwar bestechend intelligent und hervorragend gebildet, aber wie von einem bösen Zauber verhext sind. Ihr machtgeschützter, sentimental moralisierender Diskurs der politischen Korrektheit benutzt die Ethik als Mittel des Rechthabens und stellt jeden Andersdenkenden an den Medienpranger. So zerfällt die Welt des Geistes heute in Selbstgerechte und Eingeschüchterte.

    Wenn die klassischen Massenmedien etwas dazu beitragen wollen, dass wir wieder zu einem Geist der Liberalität zurückfinden, dann sollten sie ihre Nachrichten und Berichte von regierungsnahen Meinungen und volkspädagogischen Intentionen befreien…

    https://www.achgut.com/artikel/der_journalist_als_oberlehrer#section_leserpost

  5. #5 von Heimchen am Herd am 05/12/2018 - 18:14

    #1 von Sophist X am 05/12/2018 – 15:16

    „Der Text bietet einen ermüdend langen Einblick in die triviallinke Verblendung eines ‚Malers und Semiologen‘. Ich habe das Geheule nicht bis zu Ende durchgehalten“

    Schön,dass Du uns vorwarnst, dann brauche ich mir den Scheiß gar nicht erst durchlesen! 😉

  6. #6 von Cheshire Cat am 06/12/2018 - 00:27

    Das moderne Hauptmittel der raubtierkapitalistischen Gewinnmaximierung ist GLOBALISMUS.
    Entsprechend ist der HAUPTKONFLIKT unserer Zeit nicht der klassische Konflikt zwischen Rechten (für Privateigentum / freien Markt / wenig Staat) und Linken (für Staatseigentum / Einmischung des Staates, soziale Standards),
    sondern zwischen GLOBALISTEN (global agierendes Großkapital und seine Diener + Neo-Linke) und ANTIGLOBALISTEN (alle vom Globalismus Benachteiligten: von Kapitalisten aus dem Produktionssektor bis Arbeitnehmern / Arbeitslosen).

    Bei der Beschreibung dieses Hauptkonflikts Globalisten – Antiglobalisten kommt man mit Begriffen links / rechts also nicht weiter.
    Das sieht man z.B. im Moment in Frankreich: bei „Gelben Westen“ stehen Anhänger Le Pens („rechts“) und Mélenchons (links) Seit an Seit gegen Globalisten und Neoliberalen (rechts) Macron.

    GLOBALISMUS hat sich in kürzester Zeit als utopisch und extrem schädlich (für die Mehrheit) erwiesen und ist deshalb in die Krise geraten (hoffentlich ist es schon das Endstadium).
    Dass die Medien es spüren und sich langsam umorientieren, ist verständlich.
    Die meisten sind halt nicht so blöd wie die immer vorgestrige SED-Zeitung (heute neo-links = globalistisch).

    „Es weht ein roher Wind dort draußen“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.