Mandeln aus Palästina

Ein FB-Beitrag von Ulrich Sahm

„Saftig soll es schmecken, nach einem Hauch von Zitrone, einer Prise Zimt und Nelken. Das Lebkucherl aus der Bäckerei Kirchgäßner in Erlenbach ist aber vor allem deshalb eine Besonderheit, weil seine Zutaten aus fairem Handel stammen.“ So berichtete das Main-Echo im Lokalteil. Die Krönung seien die Mandeln aus Palästina, natürlich auch aus „fairem Handel“. Eine Nachfrage bei der Redaktion ergab, dass die Korrespondentin das so bei der Pressekonferenz gehört und nicht weiter hinterfragt habe. Ihr Kollege Jürgen Schreiner schickt per Email Links zu Amazon und GEPA, die fairen Handel betreibt. Da stellte sich heraus, dass die Mandeln von palästinensischen Frauen in den besetzten Gebieten stammen. Amazon schrieb ausdrücklich, dass diese Mandeln in jedes Land der Welt geliefert werden, außer nach Israel. So verbreitet sogar eine kleine deutsche Lokalredaktion die Kunde, dass „fairer Handel“ für jedes Land und jede Diktatur gilt. Nur Israel bleibt ausgeschlossen. Zu allem Überdruß behauptet Gepa auch noch, dass diese Mandeln dazu dienen, Brücken zu bauen, für Frieden. Falls mir jemand Lebkuchen aus Deutschland schicken will, werden wohl pflichtbewusste deutsche Zöllner erst einmal damit beschäftigt werden, aus den Lebkuchen alle „Mandeln aus Palästina“ herauszupulen, damit die nicht nach Israel gelangen. Zudem wohne ich im 1967 illegal von Israel eroberten Niemandsland der UNO bei dem biblischen Berg des bösen Rates, auf dem die UNO ihren Hauptsitz hat, der 1967 von Israel dann auch noch völkerrechtswidrig annektiert worden ist.
Da seht ihr, was Mandeln so alles anrichten können.

  1. #1 von Heimchen am Herd am 28/11/2018 - 14:54

    Apropos Lebkuchen, dazu noch eine Geschichte von Ulrich W. Sahm!

    Akuter Mangel an Lebkuchen im Osten Jerusalems
    von Ulrich W. Sahm

    JERUSALEM, 25.11.2018 – Wie jedes Jahr sollte beim Adventsbasar der Erlöserkirche in Jerusalem Lebkuchen zum Verkauf angeboten werden. „Leider ist das Schiff zu spät losgefahren und die Lebkuchen werden am Tag des Basars nicht angekommen sein. Die Lebkuchen werden voraussichtlich eine Woche später hier sein. Damit die Lebkuchen trotzdem bei den Menschen ankommen, die sie begehren, haben wir uns folgendes ausgedacht: Die Deutsche Botschaft hat sich freundlicherweise bereit erklärt, am Tag des Basars die Lebkuchen auf Bestellung zu verkaufen“, hieß es nun.

    Feinste Lebkuchen per Vorkasse

    Die Bestellungen werden mit Vorkasse angenommen. Die bestellten Lebkuchen werden in die Propstei geliefert und können eine Woche später abgeholt werden. Die Erlöserkirche hat Ihrem Rundschreiben zwei Dateien beigefügt mit Reklame für Lebkuchen: feinste Elisenschnitten, Märchenhäuschen und Kölner Christstollen mit und ohne Schokoladenguss. Alle angepriesenen Produkte sind schon mit dem Preis in israelischen Schekeln und nicht Euros ausgeschrieben.

    Botschaft in „Palästina“ aktiv?

    Unklar ist nur, wieso ausgerechnet die deutsche Botschaft in Tel Aviv die süße Ware in der Erlöserkirche anbietet. Denn die liegt in dem von Israel 1967 eroberten Osten Jerusalems und gehört laut Angaben des Auswärtigen Amtes offiziell zum „Amtsbezirk“ der deutschen diplomatischen Vertretung in „Palästina“, also in der palästinensischen Autonomie-Stadt Ramallah. Bei offiziellen Besuchen, etwa deutscher Politiker, wird sehr genau auf die Einhaltung der Amtsbezirke geachtet. Diese sehr strikten Regeln scheinen für die Lebkuchen zu Weihnachten außer Kraft gesetzt worden sein.

    https://www.fokus-jerusalem.tv/2018/11/25/akuter-mangel-an-lebkuchen-im-osten-jerusalems/

    Einfach zu köstlich, genauso wie die Lebkuchen!

  2. #2 von Heta am 28/11/2018 - 15:04

    Auf diese Sorte Journalismus kann ich gut verzichten. Etwas in einen Text reinlesen, was nicht drinsteht, und sich dann über das Ergebnis aufregen. Es geht um Lebkuchen einer Bäckerei im bayerischen Erlenbach (10.178 Einw.), der Text betont die internationalen Zutaten, kein Wort davon, dass „die Mandeln aus Palästina die Krönung“ darstellten, reine Sahm-Erfindung:

    Stefan Reis hat das Projekt Lebkucherl mitinitiiert. Die Steuerungsgruppe möchte den fairen Handel weltweit fördern, aber auch regionale Produkte berücksichtigen. Deshalb enthält das Backwerk nebst Mandeln aus Palästina, Rosinen aus der Türkei und Zucker aus Paraguay auch Dinkel von der Mönchberger Wolzmühle, Honig von Imker Herbert Abb aus Erlenbach und Oblaten von der Firma Hoch in Bürgstadt.

    https://www.main-echo.de/regional/kreis-miltenberg/art490823,6552520

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