Wer war der ermordete „Freiheitskämpfer“?

Laut der Zeitschrift Haaretz war Kashoggi zudem ein enger Freund von Assam Tamimi, einem unermüdlichen und vehementen Unterstützer der Hamas. Tamimi lebt in London und moderiert eine Sendung im arabisch-sprachigen TV-Sender Al-Hiwar. Er hat immer wieder die palästinensischen Selbstmordattentäter gepriesen und lobte die Hamas als „Verteidiger der Wahrheit“, die Opfer zum Wohle aller Muslime gebracht hätten. Tamimi zufolge sei die Hamas der wahre Vertreter des palästinensischen Volkes. Bei einer Demonstration zum Al-Quds Tag verlangte er die „Entfernung des Krebsgeschwürs Israel“, in Interviews mit der BBC bekräftige er seine Bereitschaft, als „Märtyrer“ in einem Selbstmordattentat gegen Israelis zu sterben. Mit Tamimi verbrachte Khashoggi die letzten Stunden vor seinem Flug in die Türkei.

Ein ausfürlicher Bericht über den Muslimbruder, Freund Bin Ladens und Obamas bei Mena-Watch

  1. #1 von Heimchen am Herd am 26/10/2018 - 09:45

    Was bedeutet Jamal Khashoggis Ermordung für Israel?

    „Netanyahu hat wiederholt angedeutet, es gebe zwischen Israel und den Golfstaaten mit Blick auf die vom Iran ausgehende Gefahr gemeinsame Interessen. Wie schnell Selbstvertrauen sich in Instabilität verwandeln kann, hat der vor Kurzem erfolgte Mord an dem saudischen Journalisten und ehemaligen Insider Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul gezeigt. Der Skandal hat die USA und Europa erschüttert. In den USA fordern beide Parteien, man solle die Beziehungen zu Saudi-Arabien überdenken, und Deutschland, Großbritannien und Frankreich haben verlangt, dass Riad zur Rechenschaft gezogen werden müsse. Sollte Israel drauf gehofft haben, ein starkes Saudi-Arabien werde die Länder der Region in Zusammenarbeit mit der Trump-Administration anführen und sich dem Iran entgegenstellen, so haben die letzten zwei Wochen diese Hoffnung massiv infrage gestellt.

    Saudi-Arabien hat von seinen traditionellen Verbündeten Unterstützung erfahren, selbst von der palästinensischen Führung in Ramallah, die sich im Laufe des letzten Jahres der Türkei angenähert hat. Doch solange Riad und seine Verbündeten wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain mit den Konsequenzen dieser Affäre beschäftigt sind, wird die Frage der Rolle des Iran im Irak, in Syrien, im Jemen und im Libanon in den Hintergrund gedrängt. (…) Der Iran scheint an Selbstbewusstsein gewonnen zu haben. Russland hat inzwischen das Raketensystem vom Typ S-300, einschließlich einer als S-300PM-2 bekannten weiterentwickelten Version, an Syrien geliefert. Seitdem haben die syrischen Medien keine israelischen Luftschläge gegen den Libanon mehr gemeldet. Jerusalem warnt unterdessen vor der Rolle der Hisbollah im Libanon. Wie es in Syrien und im Libanon weitergehen wird, ist jedoch alles andere als klar. (…)

    Weiterlesen hier: https://www.mena-watch.com/was-bedeutet-jamal-khashoggis-ermordung-fuer-israel/

    Für Israel ist diese Entwicklung sehr schlecht!

  2. #2 von quotenschreiber am 26/10/2018 - 11:25

    Die ganze Geschichte ist seltsam. In Saudi Arabien werden ebenso wie im Iran und den meisten islamischen Ländern ständig Menschen gefoltert, entführt und auf bestialische Weise in aller Öffentlichkeit hingerichtet. Das interessiert im Westen niemanden. Und plötzlich ist großes Geschrei und ein Muslimbruder, der eng mit dem Regime verbandelt war, zum Freiheitskämpfer erklärt. Dabei ist er nicht für eine Liberalisierung eingetreten, sondern für einen noch radikaleren Islam. Zufall, dass es gerade Saudi Arabien trifft, dass mit den USA verbündet ist und Israel weniger feindselig gesonnen ist, als die anderen arabischen Diktaturen? Und Kronzeuge ist ausgerechnet Erdogan, über dessen Besuch in Deutschland sich dieselben Leute vor kurzem aufgeregt haben. Alles sehr seltsam. Man kann sich generell des Eindrucks nicht erwehren, dass die Empörungsmaschinerie in Deutschland irgendwie gesteuert wird. Betrifft auch die Rodung von Wäldern. Hambacher Wäldchen großes Geschrei, der uralte Reinhardswald in Kassel wird für Windräder gerodet – kein Protest.

  3. #3 von Sophist X am 26/10/2018 - 12:38

    Wenn sich der Müll selbst entsorgt ist das zum Vorteil aller. Das diplomatische Theater ist nächste Woche vorbei, die Warnung werden sich die, an die sie gerichtet war, aber sicher eine Weile merken.

  4. #4 von Heimchen am Herd am 26/10/2018 - 17:11

    #2 von quotenschreiber am 26/10/2018 – 11:25

    „Alles sehr seltsam. Man kann sich generell des Eindrucks nicht erwehren, dass die Empörungsmaschinerie in Deutschland irgendwie gesteuert wird“

    Ja, aber von wem? Das werden wir nicht erfahren!

    „Zufall, dass es gerade Saudi Arabien trifft, dass mit den USA verbündet ist und Israel weniger feindselig gesonnen ist, als die anderen arabischen Diktaturen?“

    Das war kein Zufall, das war Absicht, um die USA und Israel zu schaden! Für Israel geht es dabei
    ums Überleben!

  5. #5 von Cheshire Cat am 26/10/2018 - 18:53

    @#2 von quotenschreiber am 26/10/2018 – 11:25

    Khashoggi war gar kein „Freiheitskämpfer“,
    sondern lediglich der Vertreter eines reichen saudischen Clans, der in den internen saudischen Machtkampf verwickelt ist.
    Ermordet wurde er, weil er gegen den Prinzen in den US Medien geschrieben hat.

    Nun, das ist in Barbarien nichts Außergewöhnliches – in Jemen werden Tausende von Saudis abgeschlachtet und den westlichen Heuchlern ist es herzlich egal.
    Im Prinzip ist es die übliche Bediunenfölklore.
    Der Fall Khashoggi hat allerdings zwei Besonderheiten:

    – Die Beduinen sind so intelligent, dass sie ihn in der Türkei umgebracht haben. Der Sultan steht aber auf der Seite von Iran / Katar im Kampf um die regionale Vormachtstellung und schlachtet verständlicherweise die Geschichte aus.

    – Khashoggi wurde vor den US-Wahlen getötet. Deshalb benutzen US Demokraten den Fall gegen Trump (obwohl sie sich selbst dabei ins Knie schießen). Bunt-deutsche Globalisten helfen natürlich ihren globalistischen Herren nach Kräften.
    Globalisten haben hier allerdings einen realen wunden Punkt gefunden: die Freundschaft Trumps zu Saudis können seine Anhänger nur schwer oder gar nicht akzeptieren (von der Glaubwürdigkeit ganz zu schweigen).
    Es wird Trump stimmen kosten.
    Wer aber mit Beduinen ins Bett geht, wacht mit einer zerstückelten Leiche auf.

    Insgesamt ist diese Geschichte noch ein Beispiel der Heuchelei der westlichen „Eliten“.
    Im Fall Skripals haben sie Russland nur aufgrund „highly likely“ sofort sanktioniert.
    Im klaren Fall Khashoggis überlegen sie aber erst, ob sie vielleicht irgendwas machen sollen.
    (Von Jemen ganz zu schweigen).

    Es ist aber zu erwarten, dass gar nichts (außer vielleicht reiner Symbolik) passiert.
    Nach den US-Wahlen wird der Fall im Westen schnell vergessen.

    PS
    Hat man mit Äxten und Sägen bewaffnete GRU-Agenten Petrov und Boshirov nicht zufällig neben dem saudischen Konsulat gesichtet?
    Das wäre eine elegante Lösung…
    Der Sultan wird aber nicht mitspielen, wie schade.

  6. #6 von Cheshire Cat am 26/10/2018 - 18:56

    Korrektur #5 von Cheshire Cat am 26/10/2018 – 18:53

    in Jemen werden Tausende Menschen von Saudis abgeschlachtet

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