Das Antidepressivum: Nazispuren auf dem Dachboden

Von Archi W. Bechlenberg

Seit nunmehr zwei Jahren bin ich ein Nazi. Eigentlich sogar noch ein Jahr länger, aber da sagte mir das noch niemand. Ich erfuhr es erst, nachdem die ersten Texte von mir auf der Achse des Guten erschienen waren. Alte Bekannte, von denen ich teils seit Jahrzehnten nichts mehr gehört hatte, informierten mich über meine verwerfliche Verwandlung. Ich erinnere mich an einen, der offenbar seine eigenen Worte nicht in Gedanken fassen konnte, er bombardierte mich daher mit simplen Fragen („Wie kannst du nur?“) sowie zusammengeklaubten Zitaten von Kant, Camus und vermutlich Papst Konstanz XIV., Küblböck und Katzenberger. Da war es aber längst zu spät für eine Umkehr, denn inzwischen hatte ich ein gutes Jahr Zeit gehabt, um mir über die Politik des „Alles muss rein!“ substanzielle Gedanken zu machen. Mehr auf der Achse ...

  1. #1 von Hotjefiddel am 15/10/2018 - 21:40

    „Wenn man auch manchmal als Konservativer geboren wird, meistens wird man es, oft dann, wenn man mit der Realität zusammen stößt. Viele Intellektuelle, die heute, ohne es ausdrücklich zu sagen, auf diese Weise beitragen zum konservativen Denken in Frankreich, kommen von ‚links‘. Aber nach Ansicht ihrer ehemaligen Genossen wechselt derjenige, der ‚rechts denkt‘, nicht die Seiten, weil er seine Meinung geändert hat, sondern er verdirbt. Man denkt nicht rechts, sondern man driftet dahin ab, als wenn man allmählich ins Nichts des Denkens stieße.“

    Mathieu Bock-Côté : «Misère du sectarisme idéologique»
    https://eldorhaan.wordpress.com/2018/09/16/mathieu-bock-cote-misere-du-sectarisme-ideologique/

  2. #2 von Cheshire Cat am 15/10/2018 - 23:40

    h ttps://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2018/ueberfall-auf-verlegerpaar-kubitschek-kositza/
    Überfall auf Verlegerpaar Kubitschek und Kositza

    https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/972-14-oktober-2018

    Dazu passt auch, dass Martin Sonneborn auf der Buchmesse als Graf Stauffenberg verkleidet zu einer Höcke-Lesung kam. Wem hat Stauffenberg die Sprengstofftasche unter den Kartentisch gestellt? Gut, damals gab es keine Oppositionsparteien, aber wenn schon, hätte dann unser Satiriker nicht einen Auftritt von Führers Amtsnachfolgerin besuchen müssen? Wo denken Sie denn hin! In Merkeldeutschland ist Widerstand gegen die einzige Oppositionspartei erste Heldenpflicht.

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