Erdogan und Merkel

So ist das richtig, Frau Merkel. Erstmal die Sünden der Deutschen gegen die Türken geißeln, anschließend die großartigen Leistungen der Türkei lobpreisen. Und schon ist man einig: Auch Erdogan findet die Türken großartig und lobt sich für die Niederschlagung des Putsches. Verständlich, dass die Türken in Deutschland, wie er betont, mit dem Herzen der Heimat verbunden bleiben. Etwas mehr Unterstützung der deutschen Regierung bei der Bekämpfung seiner Feinde müsste aber schon sein.

Im Vorfeld der Pressekonferenz mussten sich Journalisten ungewöhnlichen Sicherheitsbefragungen stellen. Wer errät, welchem Volk der eifrige Securitymann angehört?

15:28
Beim Staatsbesuch von Recep Rayyip Erdogan haben sich Journalisten ungewöhnliche Sicherheitskontrollen gefallen lassen müssen. Ein AFP-Reporter, der für die Pressekonferenz akkreditiert war, wurde am Freitag bei der Sicherheitskontrolle im Gebäude des Bundespresseamts detailliert zu seinen Absichten befragt. So wollte ein Sicherheitsmitarbeiter von dem Journalisten Auskunft darüber, ob dieser eine Frage bei der Pressekonferenz stellen wolle – und wenn ja welche. Konkret schob der Sicherheitsmitarbeiter dann nach, ob der Journalist etwa auch eine Frage zu den Berichten stellen wolle, wonach „in der Türkei alle Journalisten im Gefängnis sitzen“. Des weiteren wollte er von dem Berichterstatter wissen, ob dieser schon einmal in der Türkei war und ob er es dort wirklich „so schlimm“ fand, „wie in den Medien immer berichtet wird“? Der Sicherheitsmitarbeiter beklagte sich dann darüber, dass immer weniger Deutsche in der Türkei Urlaub machten, weil das Land in den Medien schlecht dargestellt werde. Derartige Fragen an akkreditierte Journalisten, die an offiziellen Medienveranstaltungen der Bundesregierung teilnehmen wollen, sind äußerst unüblich. Das Bundespresseamt wurde über den Vorfall informiert, äußerte sich zunächst aber nicht dazu. Der AFP-Reporter nahm schließlich an der Pressekonferenz teil.

Quelle: WELT

  1. #1 von Sophist X (@sophist_x) am 28/09/2018 - 19:02

    >Derartige Fragen an akkreditierte Journalisten, die an offiziellen Medienveranstaltungen der
    >Bundesregierung teilnehmen wollen, sind äußerst unüblich.

    Ich kann mir vorstellen, dass Pressekonferenzen in Nordkorea ähnlich vorbereitet werden. Pjöngjang-Ankara-Berlin ist die neue Achse.

  2. #2 von Heimchen am Herd am 28/09/2018 - 21:04

    „Derartige Fragen an akkreditierte Journalisten, die an offiziellen Medienveranstaltungen der Bundesregierung teilnehmen wollen, sind äußerst unüblich.“

    Die offiziellen Medienveranstaltungen der Bundesregierung laufen doch genauso ab! Ich
    habe schon seit Jahren keine kritischen Fragen von Journalisten gegenüber der Merkelregierung
    gehört! Die sind doch alle auf Linie gebracht worden von Merkel!

  3. #3 von Cheshire Cat am 28/09/2018 - 22:23

    „Erdogan und Merkel“