SPD, ein hartnäckiger Fall von politischer Schwerhörigkeit

Von Gabor Steingart

Die SPD von heute ist eine unglückliche Partei, die sich die Zukunft vor allem als Addition von Ängsten vorstellt. Die Forderungen zur Bildung einer Großen Koalition lesen sich wie ein nationaler Sozialplan. Die Mehrzahl der Deutschen soll nicht mitgenommen, sondern abgefunden und ruhiggestellt werden. Die Schulz-SPD sehnt sich nicht nach Aufbruch, sondern nach Mittagsschlaf. Wächst irgendwann neues Leben unter der Betonplatte? Mehr auf der Achse …

  1. #1 von Sophist X am 08/12/2017 - 12:46

    Steingart:

    Die Schichtführer in den Fabriken der Populisten wissen, wie man aus berechtigten Sorgen und falschen Ängsten Wutbürger produziert.

    Ach du meine Güte. Wahrscheinlich muss man solche Merkeleien im Artikel haben, wenn man im Handelsblatt veröffentlichen will. Vermutlich läuft es darauf hinaus, dass Wutbürgerinnen und Wutbürger gegen Kannibalen hetzen, obwohl in ihrem Bundesland gar keine Kannibalen wohnen oder nur ein paar.

    Zur SPD ist alles gesagt. Der ehemaligen Arbeiterpartei kommen die Arbeiter abhanden, weil die Arbeiter für die nationalen und globalen Großprojekte der Parteien nur zur Kasse gebeten werden.

  2. #2 von Cheshire Cat am 08/12/2017 - 16:15

    Das wäre was für SPD, wenn Sozis nicht die Verräter der Arbeiterklasse wären:

    https://deutsch.rt.com/inland/61507-neues-aus-unterklassen-aussichtslos-prekar/
    Deutschland
    Neues aus den Unterklassen: Aussichtslos prekär

    Fast acht Millionen Menschen leben in Deutschland von einer Mindestsicherung, immer weniger finden eine bezahlbare Wohnung. Das „Jobwunder“ boomt vor allem in der Leiharbeitsbranche. Der deutsche Arbeitsmarkt wird härter.

    Die Zahlen verstecken sich in nüchternen Tabellen. So meldete das Statistische Bundesamt in dieser Woche, dass Ende 2016 etwa 7,9 Millionen Menschen in Deutschland von einer Grundsicherung lebten. Davon bezogen sechs Millionen Betroffene, einschließlich Kindern, vollständig oder aufstockend Hartz IV. Rund 1,03 Millionen Alters- oder Frührentner benötigten zusätzliche Sozialhilfe. Bei beiden Leistungen beträgt der Regelsatz für Alleinstehende aktuell 409 Euro plus eine „angemessene“ Miete.
    Hinzu kamen im vergangenen Jahr 728.000 Bezieher von Asylbewerberleistungen. …

    Leiharbeit größter Posten bei offenen Stellen
    Die knapp acht Millionen Bezieher von Grundsicherung repräsentieren nicht alle Armen. Einer Studie des Finanzportals cecu.de zufolge leben im Deutschland des Jahres 2017 etwa 13 Millionen Menschen an oder unter der Armutsgefährdungsgrenze. Für einen Alleinstehenden bedeutet das, jeden Monat mit weniger als 979 Euro auskommen zu müssen. Das liegt vor allem an zunehmend prekärer Lohnarbeit.

    So verfügten nur drei Viertel der Erwerbstätigen, etwa 32,7 Millionen, über einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz. Davon arbeitete jeder Dritte in Teilzeit…
    Und jeder vierte Lohnerwerbstätige erhielt zuletzt weniger als zehn Euro pro Stunde, im Osten sogar jeder Dritte.

    Bald eine Million Wohnungslose
    Die Kämpfe in den unterprivilegierten Gesellschaftsschichten werden zusehends existenzieller. Längst geht es dabei nicht nur um Jobs. Die Mieten steigen und bezahlbare Unterkünfte werden rarer. …

    Es sei zu erwarten, heißt es darin, dass Ende des kommenden Jahres 1,2 Millionen Menschen in Deutschland ohne eigene Wohnung und auf Notunterbringung durch Bekannte, Verwandte oder Kommunen angewiesen sein werden. Aktuell seien bereits rund 860.000 Menschen betroffen, mehr als doppelt so viele, wie noch vor drei Jahren.

    PS
    *Danke, Merkel!*