Von Sozialisten zu Tode gefoltert

„Wir dachten, Otto würde schlafen und vielleicht in einem durch Medikamente induzierten Koma liegen“, sagt seine Mutter Cindy Warmbier. Ihr Mann Fred Warmbier beschreibt die Szene, in der die Eltern den Sohn zum ersten Mal wiedersahen: „Bevor wir ihn sahen, hörten wir diese heulenden, unmenschlichen Geräusche.“ Ihr Sohn habe nicht geschlafen, sondern sich im Wachkoma auf seiner Trage hin und her geworfen.
Der Kopf Otto Warmbiers sei rasiert gewesen, in seiner Nase habe ein Ernährungsschlauch gesteckt. Die Mutter und die Schwester hätten den Anblick kaum ertragen können. Otto sei taub und blind gewesen, ihm fehlten Zähne im Unterkiefer.

Die Warmbiers sind sich ganz sicher: Für das Leid und den Tod ihres Sohnes ist Nordkorea verantwortlich. „Das sind Terroristen. Sie haben Otto absichtlich verletzt“, sagt sein Vater in dem Interview. Er forderte, Nordkorea in die Liste der Terrorstaaten aufzunehmen. Bericht bei WELT

  1. #1 von Cheshire Cat am 30/09/2017 - 15:58

    Nun, der Artikel ist nur nur die halbe Wahrheit.

    Die andere Hälfte:
    Warmbier gab zu, dass er zum Diebstahl des Plakates von einer Kirche und Geheimgesellschaft angestieftet wurde und dass ihm der studentische Geheimbund „Z Society“ dafür die Aufnahme versprochen hat (was diese Organisationen bestreiten).
    https://en.wikipedia.org/wiki/Otto_Warmbier
    Wer dahinter steht, werden wir wahrscheinlich nie erfahren

    Das wurde von Nord-Korea (nicht ohne Grund) als politische Provokation verstanden und Warmbier wurde eben nicht für ein Plakat, sondern für die politische Provokation (äußerst brutal) verurteilt – an ihm wurde ein Exempel statuiert.

    Warmbier ist zwar selbst nicht ganz helle,
    ist aber doch ein Opfer der politischen Spielen zwischen USA und Nord-Korea.

  2. #2 von Cheshire Cat am 30/09/2017 - 16:24

    „Von Sozialisten zu Tode gefoltert“

    Nord-Koreaner kann man „Sozialisten“ nur bedingt nennen.
    Einerseits pflegen sie eine eigene (sehr eigenartige) Version des Sozialismus
    https://de.wikipedia.org/wiki/Chuch’e-Ideologie
    die sehr nationalistisch und isolationistisch ist.
    Andererseits werden dort in der Praxis die (kapitalistischen) Reformen nach dem Muster des großen Bruders China durchgeführt.
    Poltisch ist Nord-Korea eine Monarchie / typische aisatische Despotie.
    Das alles weicht vom klassischen Marxismus schon ziemlich weit ab.

    Allerdings soll man sich Nord-Korea nicht als ein einziges Gulag vorstellen – es gibt dort auch durchaus schöne Ecken (invasorenfrei, ruhig, sauber und absolut sicher).

    Pjöngjang

    Und wer weiß, wenn in Europa / Amerika das bunte Chaos ausbricht, wird man vielleicht selbst auf Nord-Korea neidisch sein:
    Die Chancen, Sozialismus zu überleben sind deutlich höher als bei der fortgeschrittenen Buntheit (Folge des globalistischen Raubtierkapitalismus).