Vom parlamentarischen Umgangston

Hysterische Aufregung, als Gauland eine alte Ankündigung von Ludger Vollmer (GRÜNE) aus dem Jahre 1994 wiederholte und ankündigte, als Opposition die Kanzlerin jagen zu wollen. Journalisten nötigten ihn, das zurückzunehmen und politische Gegner mahnten, die AfD müsse nun lernen, sich eines „parlamentarischen Umgangstones“ zu befleißigen. Wie dieser klingen könnte, führten sogleich zwei SPD-Politiker vor. Johannes Kahrs titulierte die neuen Benimm-Lehrlinge vorsorglich als „rechtsradikale Arschlöcher“.  Kein Problem, das Arschloch hatte ja schon der spätere Außenminister Fischer bei seinem Parlamentsdebut gegenüber dem Präsidenten salongfähig gemacht, weshalb es eben jetzt zum parlamentarischen Umgangston gehört. Und die abgewählte Ministerin für Arbeit und Gedöns, Andrea Nahles, kündigte an, dem bisherigen Koalitionspartner CDU jetzt in die Fresse zu geben. Ein Glück. Wir hatten schon befürchtet, „parlamentarischer Umgangston“ würde jetzt bedeuten, gestelzt um den heißen Brei herum zu reden.

  1. #1 von Cheshire Cat am 29/09/2017 - 17:07

    Zum Umgangston:

    https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna/item/659-28-september-2017

    Nach dem Wahlerfolg der AfD bekam Ansgar Mayer, „Direktor für Medien und Kommunikation beim Erzbistum Köln“, feuchte Hände vor Aufregung und twitterte: „Tschechien, wie wär’s: Wir nehmen Euren Atommüll, Ihr nehmt Sachsen?“

    Was der Begriff „entsorgen“ genau beschreibt, muss täglich neu ausgehandelt werden.

    PS
    „Nord-Korea, wie wär’s:
    Wir geben Euch 100 Säcke Reis und Ihr nehmt Wölki, Mayer und Co.?“