Endlich melden sich Juden zu Wort

In acht Punkten hat die Gruppe „WerteInitiative“ ein jüdisches Positionspapier zur Bundestagswahl 2017 zusammengestellt. Es soll demnächst den größten Parteien des Landes – CDU/CSU, SPD, Grünen, Linkspartei, FDP und AfD – mit der Aufforderung zugehen, dazu Stellung zu nehmen. Die Antworten sollen veröffentlicht werden und den deutschen Juden – ausdrücklich aber auch nichtjüdischen Interessierten – als Hilfe bei der Wahlentscheidung im September dienen. Bericht über eine überfällige Initiative bei WELT

  1. #1 von Heimchen am Herd am 09/04/2017 - 11:29

    WerteInitiative. –
    Positionen jüdischer Deutscher zur Bundestagswahl

    Freiheit ist per definitionem ein labiler Zustand und keineswegs selbstverständlich. Sie wird von den Rändern her (politische & religiöse Extremisten, Terroristen) erodiert. Wir sehen die aktuellen gesellschaftlichen, kulturellen und sicherheitspolitischen Herausforderungen als „Erosionsversuche an der Freiheit“, für deren Wahrnehmung wir Juden schon immer sehr sensibel waren und sind.

    Der beste Schutz gegen den Verlust von Freiheit sind starke, präsente Werte im gesellschaftlichen Bewusstsein. Sie immunisieren einerseits gegen Extremismus, geben aber andererseits einer Gesellschaft den inneren Zusammenhalt und Rückhalt, den sie braucht, um Erosionsversuchen von außen stark zu begegnen.

    Wir denken, dass unsere Gesellschaft zwar von Werten geprägt ist, diese aber nicht bewusst genug gelebt werden. Als Folge sehen wir, dass die Gesellschaft auf Herausforderungen „neurotisch“ reagiert. Neurotisch, da von Angst und nicht von Werten gelenkt.

    Deutschland muss durch seine Werte „identifizierbar“ sein, wenn es ein echtes Einwanderungsland sein will. Für jeden, der hier lebt und auch für jeden, der zu uns kommen soll, muss klar erkennbar sein, welche unserer Werte zu welchen unserer Regeln führen. Integration fördert man durch viele Maßnahmen – auch durch Regeln.

    Hier hat der Staat eine wesentliche Verantwortung: Er muss einerseits attraktive Integrationsangebote schaffen, und darf andererseits nicht aus falsch verstandener Toleranz darauf verzichten, Recht und Gesetz konsequent durchzusetzen; auch nicht bei extremistischen Deutschen, Islamisten oder bei kriminellen Großfamilien. Wir rufen nicht nach einem Polizeistaat, sondern nach dem Ende falscher Rücksichtnahmen. Denn innere Freiheit setzt innere Sicherheit voraus.

    Zu den Werten, die Deutschland identifizierbar machen, soll maximale Freiheit in einem weiten Rahmen gehören. So weit der Rahmen auch ist, so klar müssen seine Grenzen sein.

    Teile der Bevölkerung fühlen sich von der politischen Führung unseres Landes nicht verstanden. Politik(er)verdrossenheit ist oft die Resignation vor der Komplexität politischer Zusammenhänge. Es bleibt das Gefühl, dass die eigene Meinung irrelevant und nicht Teil der gesellschaftlichen Konsensbildung ist. Was einige jüdische Bürger unseres Landes angeht, ändern wir dies hiermit.

    http://werteinitiative.de/

    Ich unterstütze das zu 100% Habe meine Unterstützung schriftlich erklärt!

  2. #2 von Heimchen am Herd am 09/04/2017 - 11:31

    JÜDISCHE POSITIONEN ZUR BUNDESTAGSWAHL 2017

    1. Freiheitlich-Demokratische Leitkultur

    Die Werte, welche das Grundgesetz, die Traditionen und Üblichkeiten entscheidend geprägt haben, sind christlich-jüdisch und haben zu einer freiheitlich-demokratischen Leitkultur geführt. Jeder, der hier lebt und diese Leitkultur akzeptiert, ist Teil der Gesellschaft. Die Gesellschaft ermöglicht dem Einzelnen das freie Ausleben seiner persönlichen Bedürfnisse und die Verfolgung seiner Ziele, solange sich diese nicht gegen Andere, die Gesellschaft und Gesetze stellen.

    Wir wünschen uns Deutschland als Teil einer vitalen Europäischen Union.

    Weiterlesen hier: http://werteinitiative.de/wahl2017/

  3. #3 von Cheshire Cat am 09/04/2017 - 17:38

    Es bringt zwar real nichts,
    ist trotzdem wichtig zu zeigen,
    dass nicht alle Jeden wie Selbstmörder und Idioten aus ZdJ denken.
    (symbolische Ehrenrettung).