„Wir lieben Oranje“ – Der Jubel nach dem feigen Schweigen

Von Peter Grimm

Ein allseits gefürchteter Kandidat hat zwar Stimmengewinne erzielt, ist allerdings weit hinter dem erwarteten oder befürchteten Ergebnis zurückgeblieben. Die wichtigen Regierungsparteien haben Verluste erlitten, aber die Parteifreunde des Ministerpräsidenten bleiben trotz der Einbußen stärkste Kraft im Parlament. Allein der Umstand, dass das politische Establishment nicht krachend zusammengebrochen ist, reicht für Europas Granden inzwischen schon, einen großen Sieg zu feiern.

„Niederlande, oh Niederlande, du bist ein Champion! Wir lieben Oranje für sein Handeln und sein Tun! Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!“, jubelte der deutsche Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU). Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) freute sich über den „Erfolg für Europa“. Als der jetzt gefeierte Ministerpräsident trotz wüster Drohungen und Beschimpfungen konsequent dabei blieb, die Propagandaauftritte zu unterbinden, mit denen türkische Regierungspolitiker in den Niederlanden für Erdogans „Verfassungsänderung“ genanntes Ermächtigungsgesetz werben wollten, hielten sich diese Jubler auffällig zurück. Weder unterstützte der deutsche Außenminister den Nachbarn, noch liebte der Kanzleramtsminister „Oranje für sein Handeln“.

Dabei war es diese konsequente Haltung, mit der Ministerpräsident Mark Rutte den prognostizierten Durchmarsch von Geert Wilders verhindern konnte. Viele niederländische Wähler haben es honoriert, dass sich die Regierung gegenüber der türkisch-islamistischen Führung in der Türkei nicht unterwürfig gezeigt hat. Wer als Holländer zwar islamistische Unterwanderung fürchtet, aber deshalb nicht gleich den Koran verbieten oder Moscheen schließen lassen will, der konnte Rutte wählen und musste seine Stimme nicht Wilders geben, um ein Zeichen seines Unmuts zu setzen. Das lässt sich, was die jetzigen Jubler übersehen, nicht auf die Länder übertragen, in denen sich schon des Rechtspopulismus verdächtig macht, wer die Gefahren des politischen Islam und der ungeregelten Massenzuwanderung vor allem junger Männer, die genau von ebendiesem politischen Islam geprägt wurden, offen diskutieren möchte. Mehr auf der Achse …

  1. #1 von Cheshire Cat am 16/03/2017 - 19:00

    „Herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Ergebnis!“

    Regierungskoalition abgewählt.

    So ein Ergebnis wäre auch für BT Wahl im September toll.

  2. #2 von Hinnerk Albert am 16/03/2017 - 19:29

    ja aber jetzt gleich nach der wahl will das rutte sich wieder mit den türkis vertragen

  3. #3 von peter am 16/03/2017 - 20:29

    Zur Wahl:
    Die Christliche Partei SGP die auch den ISlam bekämpfen will hat 3 Sitze bekommen und die FvD(gegen Altparteien etc.) 2,die EU kritische CU hat 5 Sitze.
    https://lfverkiezingen.appspot.com/templates/071023263334.html

  4. #4 von neukonservativ am 17/03/2017 - 10:04

    Die drei Sitze für DENK sind meiner Meinung nach sehr positiv zu werten. Wenn das zu einem Trend wird, könnten unsere ehemaligen Arbeiterparteien ihr Migrantenproletariat verlieren und diese Parteien müssten sich wieder um ihre eigentlichen Kernwähler konzentrieren.

  5. #5 von Cheshire Cat am 17/03/2017 - 21:38