Das Reden und Schweigen der Außenminister

Von Peter Grimm

In früheren Zeiten hätte so mancher Herrscher schon über eine Kriegserklärung nachgedacht. Jetzt drohen türkische Politiker ja immerhin „nur“ mit dem NATO-Austritt. Vor nicht allzu langer Zeit hätte jeder dieses Szenario als absurde Vorstellung abgetan: Türkische Regierungsmitglieder wollen vor Türken im Ausland türkische Innenpolitik machen, egal ob es dem Gastland gefällt oder nicht. Über regierungsoffizielle Ansagen, beispielsweise aus Den Haag, dass sie mit diesem Anliegen unerwünscht seien, setzen sie sich einfach hinweg und sind anschließend über die Gegenwehr empört. Der türkische Außenminister durfte nicht in den Niederlanden landen, weil er dort unerwünschte Propaganda für Erdogans Ermächtigungsgesetz, äh Verzeihung, die türkische Verfassungsänderung, machen wollte. Darüber war der Chef aller türkischen Diplomaten derart empört, dass er gegen „faschistische“ Methoden wetterte. Mehr auf der Achse …

  1. #1 von Heimchen am Herd am 13/03/2017 - 12:57

    Das Schweigen der Lämmer, wäre die passende Überschrift!

    Die „mutigen“ EU-Außenminister!

  2. #2 von Sophist X am 13/03/2017 - 13:04

    Normalerweise wartet Merkel, bis sich ein Konsens in der Systempresse abzeichnet und passt sich daran an.
    In dieser Situation scheint sich die Presse schon auf Drohen mit dem Zeigefinger in Richtung Ankara geeinigt zu haben, aber alle wissen, dass Merkels Schandpakt mit dem Sultan auf dem Spiel steht. Wenn sie ihren Freund Rezep zu sehr ärgert indem sie wie Holland und Dänemark eine klare Linie umsetzt, könnte er die Schleusen öffnen, und sie wäre nicht nur für eine, sondern für zwei mohammedanische Invasionen verantwortlich. Das könnte sie den Kopf kosten. Europa hatte schon nach dem ersten Mal die Schnauze gestrichen voll von ihr, und auch in Deutschland wäre es schwer, sich bei einer Wiederholung politisch zu retten. Vom ‚Wasser auf die Mühlen‘ der direkten politischen Konkurrenz ganz zu schweigen.
    Zu ihrem größten Unglück beweisen die Nachbarn im Moment, dass ihre Ansicht, es wäre Sache der Kommunen und Bürgermeister, Wahlkampf ausländischer Regierungen zu unterbinden, schlicht bescheuert ist.
    Und zu ihrem Unglück ist eine öffentliche Zustimmung zu jeder möglichen Lösung (und ihren Folgen) für Merkel nicht vorhersehbar, und wie immer in einer solchen Situation macht sie sich unsichtbar und gibt nur ab und zu ein leises Quaken von sich – aus dem einfach Grund, weil sie von Politik keinen blassen Schimmer hat.

  3. #3 von Gudrun Eussner am 13/03/2017 - 13:44

    Unsere EU-Regierungen handeln in dieser Angelegenheit alle ausschließlich aus innenpolitischen Gründen. Mit der etwaigen Einschätzung der Türken im Wahlkampf für ihren Lider, den sie gern bis 2029 im Amt sähen, hat das nichts zu tun.

    Dem Mark Rutte sitzt Geert Wilders im Nacken, Jean-Marc Ayrault braucht die sunnitischen Muslime in Frankreich für die Wahl des Emmanuel Macron, Angela Merkel und Sigi Gabriel haben die Türken im September nötig.

    Den Islam als totalitäre Politideologie zur Eroberung Europas und der Welt haben diese Politiker noch nicht entdeckt, die sind noch auf Multikulti = Islamisierung und „Islam ist Frieden“ programmiert.

    Das böse Erwachen kommt für uns, die Bürger der EU. Dann haben diejenigen, die uns heute verraten, die EU schon längst Richtung eleusischer Gefilde verlassen.

    Morgen ist laut Figaro die Abschlußdebatte zu den NL-Wahlen zwischen Mark Rutte und Geert Wilders. Wenn einer von Euch weiß, wo man das sehen kann, selbst ohne Simultanübersetzung, wäre ich für Informationen dankbar. PHOENIX wird ja wohl nicht so tollkühn sein, die kommen über Trump-Schelte, Interviews von „Terrorexperten“ und Bundestagsdebatten über Ergänzungen zu Gesetzen nicht hinaus.

    Phoenix 14.3.2017, 10 Uhr Donald Trump, 10:45 Uhr Gelaber eines „Experten“ über die NL-Wahl, ab 16 Uhr Gelaber über die Kaaskoppen: „Ausgerechnet Holland! Warum die Populisten so erfolgreich wurden“, „Wir und die Holländer!“
    Nix zu sehen von einer Direktübertragung der Debatte.
    http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/ereignisse/thema:_niederlande_vor_der_wahl/1209094?datum=2017-03-14

    Deutsche wissen mal wieder alles besser. Eine simultan gedolmetschte Debatte, das wäre Information der deutschen Bürger!

  4. #4 von Gudrun Eussner am 13/03/2017 - 18:44

    Das antwortet ein Freund auf mein ächtes Anliegen:

    Wilders ist, wenn man ihn im O-Ton hört, siehe die Videos auf youtube, gedanklich glasklar und unangreifbar. Er weiß genau, wovon er spricht, er hat das Thema durchdrungen, er hat ein klares Urteil, er nennt die nötigen Konsequenzen. Das muß ja – aus proislamischer Multikulti-Perspektive – rechtsradikal sein. Auch wenn er ein linkes Sozialprogramm vertritt.

    Wenn das keine Gründe sind, ihn in deutschen Medien nicht zu Wort kommen zu lassen, was dann? Gruß …

  5. #5 von Heimchen am Herd am 13/03/2017 - 18:52

    LIVE: Debat Rutte vs. Wilders

    Wenn man genau zuhört, kann man alles verstehen!

  6. #6 von Cheshire Cat am 13/03/2017 - 21:07

  7. #7 von Gudrun Eussner am 13/03/2017 - 22:20

    #5 Heimchen, danke! Ich habe heute im Figaro gelesen, daß die Debatte morgen wäre, also am 14. März. Es ist schon merkwürdig! Dabei war das ansonsten ein sehr guter Artikel über Geert Wilders von Laure Mandeville, die ansonsten Washington-Korrespondentin ist und sehr ausgewogene Beiträge über Donald Trump geliefert hat.

    Phoenix hat aber trotzdem nichts gebracht, da muß ich nicht um Entschuldigung bitten.

    Alles, was mit dem Ausland zusammenhängt, vernebeln und verschleiern sie, bekannte Titel von amerikanischen Institutionen bringen sie in französischer Sprache, so daß man, wenn man die nicht schon kennt, nichts versteht.

    So, und nun schaue und höre ich die Debatte.

  8. #8 von Gudrun Eussner am 14/03/2017 - 14:11

    Die Kommentare zu diesem Auftritt des Fanatikers sind interessant. Osman Gökcek ist der Sohn des Bürgermeisters von Ankara İbrahim Melih Gökcek, Osman G. ist Besitzer eines Fernsehsenders.

    Wer sich dieses Video angesehen hat und dann noch eine Sekunde Verständnis aufbringt für Angela Merkel und Jean-Marc Ayrault, die ihre Grenzen für die türkischen Wahlkampfauftritte öffnen, den kann man nur ebenfalls für einen fanatischen Antidemokraten halten.

    Angela Merkel und Jean-Marc Ayrault und die Regierungen Deutschlands und Frankreichs stehen dem Einpeitscher Osman Gökcek in nichts nach. Sie haben mit der Demokratie gebrochen.

  9. #9 von Mogul111 am 15/03/2017 - 23:25

    Der blonde aus England ganz Rechts wollte nach dem Brexit noch schnell die Türkei in die EU holen….

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