Nachkriegsarchitektur: Des grünen Spießers liebstes Hassobjekt

Von Christoph Lövenich.

„Es kann so erhellend sein, wenn das öffentlich-rechtliche Fernsehen seinem Bildungsauftrag nachkommt …“, kommentierte ein Zuschauer auf der ARD-Website die Doku „Unsere Städte nach ‚45. Ob als Kompliment gemeint oder ironisch – der Mann hat recht. Die diesen Monat im Ersten ausgestrahlte zweiteilige Sendung offenbart mehrerlei, vor allem über die Post-68er-Neuen Linken und darüber, wie weit sie sich doch vom fortschrittlichen Denken abgekoppelt haben.

Thema sind der deutsche Wiederaufbau ab 1945 und die (Groß-)Stadtplanung der Nachkriegszeit. Der Kriegszerstörung widmet die Doku wenig Aufmerksamkeit – sie wird eher als Anlass und Vorwand für die „blinde Zerstörungswut“ der Architekten und Bauverwaltungen in der jungen Bundesrepublik (und DDR) betrachtet. Gebäude – historische gar – wurden einfach abgerissen, um Platz für neue, ambitionierte Pläne zu schaffen. Moderne Architektur brachte „Verwüstung“ und „Bausünden“ noch und nöcher. „Emotionslos“ und „kaltschnäuzig“ wurden Städte „verhunzt“, „Schönheit und Qualität“ zerstört, „trostlose Neubauten“ stehen für eine Stadtplanung, die als verfehlt und misslungen gelten müsse. Nach 1968 wurden dann doch viele Gründerzeitvillen mit ihren Stuckdecken vor dem Weg alles Irdischen bewahrt, vor allem dank der Hausbesetzer. Mehr auf der Achse …

  1. #1 von Cheshire Cat am 24/02/2017 - 16:00

    Wie das Gebäude (Kanzleramt), so auch die Bewohner:

  2. #2 von Heimchen am Herd am 24/02/2017 - 16:14

    So wohnt man heute: Im Toskana – Haus

  3. #3 von Cheshire Cat am 24/02/2017 - 16:54

    Wie die Skulptur, so auch die Bewohner
    (soll offensichtlich als Warnung für Besucher dienen).

    https://heinzalbers.org/page-spec20003.htm

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