Erstes bayrisches Anti-Fake-News-Bataillon

Von Peter Grimm

Früher hießen Fake-News noch Falschnachrichten, Lügen oder Propaganda. Damals galt es als selbstverständlich, dass sich professionelle Journalisten bei jeder Recherche selbst darum kümmerten, keinen falschen oder gefälschten Informationen aufzusitzen. Zumindest war das in den Ländern so, in denen Meinungs- und Pressefreiheit herrschte. Redakteure hinterfragten die Arbeit der Kollegen kritisch und jeder Verleger und Senderverantwortliche akzeptierte, dass Recherchen Zeit und Mühe, also auch Geld kosten.

Das ist lange her. Über viele Jahre wurde in den Redaktionen „optimiert“, also vor allem bei der Erstellung der journalistischen Inhalte gespart. In vielen Bereichen sind für freie Kollegen gründliche Recherchen der pure Luxus, denn sie können sie kaum oder gar nicht abrechnen. Auch in den öffentlich-rechtlichen Anstalten sollten die Recherchen billiger werden, obwohl doch gerade diese Sender Gebührenerhebungen damit begründen, eine journalistische Kultur zu finanzieren, die sich rein betriebswirtschaftlich nicht darstellen ließe. Mehr auf der Achse …

  1. #1 von Gudrun Eussner am 11/02/2017 - 12:44

    „BR-Verifikation“? Das ist die eigentliche Propaganda-Abteilung, in der geregelt wird, was als „Fake News“ zu gelten hat, und was nicht. Es geht nicht um Verifizierung einer Nachricht, sondern darum, sie mit dem Stempel „Fake“ zu versehen – und ab in den Müll, zu den dunkeldeutschen Schmuddelkindern. Es werden ab sofort alle nicht genehmen Meinungsäußerungen fallen. Meinung heißt ja gerade, daß es sich nicht um 100% Tatsache handelt, sondern daß aus bekannten Tatsachen Schlüsse gezogen werden, die nicht wahr sein müssen.

    Beispiel: Als neulich in Québec ein Attentat in einer Moschee verübt wurde, angeblich von zwei Personen, von einem Marokkaner und einem Weißen, was länger aufrecht erhalten wurde im Internet, war ich der Meinung, die ich aber nicht (!) veröffentlicht habe auf meinem Blog, es müßte sich um eine Auseinandersetzung unter Muslimen handeln, einer davon Islamkonvertit.

    Quebec mosque attack: Student Alexandre Bissonnette charged
    http://www.bbc.com/news/world-us-canada-38805163

    Man ahnt es nicht, wie ich meiner Meinung wegen gescholten wurde von einem, der keine Ahnung hat vom Islam, aber in Donald Trump das größte Übel der Welt sieht. Ich geriet unter Generalverdacht, was es mit dem Tatsachengehalt meiner Artikel wohl auf sich hätte.

    Nun gibt es das Verifikationskommando, das dafür sorgt, daß nur noch als Tatsache anerkannt wird, was sein Gütesiegel erhält. Die dort mitwirkenden Journalisten privater Medien werden von den Bürgern über ihre GEZ-Zangsgebühren finanziert. Das nennt man französisch „détournement des fonds publics“. Deutsch: Veruntreuung öffentlicher Gelder (meiner Meinung nach).

  2. #2 von Cheshire Cat am 11/02/2017 - 17:59