Linke Selbstkritik in der taz!

Bis dahin aber dürfen wir uns auf eine vorsichtig halb­iro­nische Weise „auf der richtigen Seite“ fühlen. Mit richtigen, aber folgenlosen Meinungen zum Nahen Osten, zu Donald Trump und zum bedingungslosen Grundeinkommen. Mit der richtigen Musik auf den Ohren, den richtigen Sneakers an den Füßen, dem richtigen Craft-Bier im Glas und den neuesten diskriminierungsfreien Personalpronomen auf den Lippen. Bis dahin spielen wir uns ohne allzu verschlungene akademische Umwege als „hippes Völkchen“ auf, ein im Zweifelsfall rot lackiertes Justemilieu, das soziale und kulturelle Realitäten in günstigen Stadtvierteln für Filmkulissen hält, in denen das bessere, ach was, beste aller Leben all jenen vorgespielt werden kann, für die das Leben alles andere ist als ein Spiel. Was sich hier äußert, ist eine nach außen umgestülpte und durchaus missionarische Innerlichkeit, behaglich eingerichtet freilich in den vorbildlich isolierten Eigentumswohnungen unserer Selbstgewissheit. zum Artikel über den Zustand der heutigen „Linken“

  1. #1 von Cheshire Cat am 29/01/2017 - 14:41

  2. #2 von Sophist X am 29/01/2017 - 23:45

    Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Man wird sehen.