„Kein Allheilmittel“: Ein argumentativer Pappkamerad

Von Ulli Kulke

Leider ist die Wahl für das Unwort des Jahres vorbei, und ich wette, mein Vorschlag hätte sowieso keine Chance gehabt. Dabei ist das Wort wie kaum ein anderes ein Unwort, eine Leerformel. Ja, sein Unwesen ist nicht nur auf sich selbst beschränkt, es steckt ganze Diskussionen viral an, führt sie ins – Nichts: „Allheilmittel“.

Jawohl dieses Wort, das eigentlich so schön positiv konnotiert daher kommt (wer träumte nicht davon, mit einem Mittel wortwörtlich alle Probleme der Welt zu lösen?), dieses Wort ist bei Lichte betrachtet ein Unwort. Leider hat es gerade wieder Hochkonjunktur, beim aktuellen Thema: Die innere Sicherheit, Schutz vor Terroranschlägen aber auch vor der alltäglichen Gewalt im öffentlichen Raum, in U-Bahnen, auf Plätzen, in urbanen Brennpunkten – bis Anfang dieser Woche ein heftiger Streitpunkt in der neuen rotrotgrünen Koalition im Berliner Senat.

Natürlich, es fällt den Grünen und den Linken zunehmend und sichtlich schwer, ihre Phobie vor stärkerer (keineswegs nur „flächendeckender“) Videoüberwachung aufrechtzuerhalten, weiterhin mit einem klaren Nein ihre Kernwählerschaft zu befrieden, die in den Augen der Parteistrategen den besseren Überblick für die Ermittler angeblich gleichsetze mit Überwachungsstaat und „1984“. Sie bleiben dennoch dabei. Schwer nicht nur, weil nach neuesten Umfragen rund vier von fünf Bundesbürgern mehr Kameras im öffentlichen Raum begrüßen würden (sicherlich auch Grünwähler). Schwer auch, weil in Berlin gerade kürzlich bei gleich mehreren Fällen rohester Spontangewalt (die Strafverfolger sprechen sogar von Mordversuchen) auf U-Bahnhöfen sensationelle Ermittlungserfolge zu verzeichnen waren – ausschließlich mithilfe von Videokameras. Weiter auf der Achse …

  1. #1 von tyrannosaurus am 11/01/2017 - 19:50

    Meine Vorschlag wäre das Wort „Besorgtpolitiker“ gewesen.
    Wir müssen den „schon zulange hier reGIERenden“ unsere Vorstellungen von Politik besser erklären!
    Das beste Mittel dazu wäre die Wahl von ALTERNATIVEN für unser DEUTSCHLAND.
    Damit die POLITSCHRANZEN der vereinigten Versagerparteien endlich einer sinnvollen Tätigkeit,
    vielleicht am Fließband, zugeführt werden können.