Afrika muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen

Von Volker Seitz

Immer wieder wird in europäischen, vor allem in deutschen Medien das schmerzvolle und tief verwurzelte afrikanische Trauma der Kolonialzeit bemüht. Demgegenüber hat zum Beispiel die ältere kamerunische Bevölkerung von der deutschen Kolonialzeit (1884 bis 1916) ein eher undifferenziertes, allerdings sehr positives Bild. Die Deutschen hätten Eisenbahnschienen verlegt und Flussbrücken gebaut, die noch heute dem Verkehr standhalten, bekam ich immer wieder zu hören. Reklame-Tafeln in Kamerun zeigten 2008 neben dem deutschen Bier Isenbeck eine von Deutschen zu Kolonialzeiten errichtete Brücke, die noch heute benutzt wird (Slogan: „Serieux, durable, sur…..confiance aux allemands! /Ernsthaft, dauerhaft, zuverlässig……Vertrauen in die Deutschen).

Missstände werden den Franzosen angelastet, die nach dem Ersten Weltkrieg die Herrschaft im größten Teil des Landes übernahmen. Aber auch das „Trauma“ der französischen Kolonialzeit (1919 bis 1960) ist nicht tief verwurzelt. Wie anders wäre zu erklären, dass jeder gut situierte frankophone Afrikaner selbstverständlich seine Kinder auf Schulen oder Universitäten nach Frankreich schicken möchte und die Visaerteilung durch Frankreich in allen Ländern, in denen ich tätig war, ein viel diskutiertes Thema ist? Weiter auf der Achse …

  1. #1 von Heimchen am Herd am 03/01/2017 - 11:46

    „Afrika muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“

    So ist es!

    Die Milliarden von Entwicklungshilfe, waren alle für die Katz! Sie erreichten nicht die, für
    die es gedacht war. Diktatoren haben sich das Geld unter den Nagel gerissen und sich
    vergoldete Badewannen und Betten davon gekauft! Während die Bevölkerung weiter
    hungern musste!

    Hilfe zur Selbsthilfe, DAS ist angesagt!

    Hilfe zur Selbsthilfe in der Entwicklungszusammenarbeit:

    Anders als noch vor einigen Jahrzehnten sollen Spenden­gelder heutzutage dazu verwendet werden, um in Entwicklungsländern Arbeitsplätze zu schaffen, Wüsten­gebiete nutzbar zu machen, die Infrastruktur zu verbessern und einheimische Industrien zu fördern. Dadurch sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, sich selbst ein qualitativ besseres Leben aufzubauen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hilfe_zur_Selbsthilfe

  2. #2 von Gudrun Eussner am 03/01/2017 - 12:01

    #1 Heimchen

    „Sie erreichten nicht die, für die es gedacht war.“

    Liebes Heimchen, was ich Dir nach mehr als 30 Jahren Berufsleben in der Entwicklungspolitik versichere: Die Gelder waren nie für die Armen in Afrika und in den anderen Entwicklungsländern gedacht. Ich wiederhole: Nie!

    „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist ein eben solcher Unsinn. Den haben Kollegen von mir schon vor 30 Jahren vergeblich betrieben, sowohl in Afrika als auch in Lateinamerika. Die Entwicklung kann grundsätzlich nicht so in Gang gesetzt werden, sondern durch normale Wirtschaftsbeziehungen, die durchaus zu Sonderkonditionen stattfinden können. Aber daran werden die Entwicklungsländer von eben denjenigen gehindert, die Diktatoren sich das Geld unter den Nagel reißen lassen, um ihre strategischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen dort durchzusetzen.

  3. #3 von Kommentarspender am 03/01/2017 - 17:40

    Man hört das aus allen Ecken der einst „so schlimm“ kolonisierten Länder:
    In Indien hatten die Engländer riesige Wasserbecken gebaut die in der Regenzeit das Wasser speicherten und in der Dürrezeit die Inder mit Wasser versorgten. Die heutige indische Verwaltung schafft es nicht diese Wasserbecken zu reinigen, weshalb das Wasser aus diesen Becken untrinkbar ist.

    Auch aus vielen Teilen Afrikas hört man es immer wieder positiv: „Unter unseren Kolonialherren hatten wir viel Arbeit und Anstrengungen aber es hat uns an nichts gefehlt. Wir wünschen uns diese Zeit zurück“.

    Die Horrorstorys von der ach so bösen Kolonialisierung der Europäer glaube ich nicht mehr.

  4. #4 von Sophist X am 03/01/2017 - 22:35

    Wenn man sich den zivilisatorischen Niedergang Südafrikas ansieht, dann ist das mit dem ’selbst in die Hand nehmen‘ eher ein Traum aus dem gutmenschlichen Märchenland.

  5. #5 von Cheshire Cat am 03/01/2017 - 23:12