Der Fall Maria: Vom falschen Umgang mit einer Debatte

Von Wolfram Weimer

Es ist für die politische Kultur wie eine gefühlte Wiederholung des Kölner Silvesterübergriffs. Ein Verbrechen mit Migrationshintergrund – diesmal der Fall der vergewaltigten und ermordeten Freiburger Medizinstudentin Maria – wird von Volksparteien und Leitmedien eilends zum politischen Tabu erklärt. Als sei Deutschland ein neurotischer Aggressionskindergarten hört man aus vielen Kanälen: Es dürfe jetzt keinen „Generalverdacht“ gegen Flüchtlinge geben, es handele sich um einen „Einzelfall“ und jede Politisierung des Vorgangs sei rechtspopulistischer Missbrauch.

Während fast alle großen Medien der Welt von der „New York Times“ bis zu „Le Monde“ ausführlich über den Fall berichteten, gerade weil er offensichtlich diese politische Dimension hat, weigerte sich die „Tagesschau“ sogar gänzlich, über den Fall zu berichten. Die ARD erklärte vielmehr, die Sache sei von „regionaler Bedeutung“. Kurzum: Der amtliche Teil der öffentlichen Kommunikation reagiert mit politisch korrekter Tabuisierung – und macht damit selbst erst aus einem traurigen Kriminalfall ein brisantes Politikum. Weiter auf der Achse …

  1. #1 von Heimchen am Herd am 08/12/2016 - 14:36

    „Während fast alle großen Medien der Welt von der „New York Times“ bis zu „Le Monde“ ausführlich über den Fall berichteten, gerade weil er offensichtlich diese politische Dimension hat, weigerte sich die „Tagesschau“ sogar gänzlich, über den Fall zu berichten.“

    Der Fall sollte totgeschwiegen werden! Gut, dass die großen Medien der Welt darüber berichtet
    haben! Aber auch gut, dass es das Internet gibt!

  2. #2 von Gudrun Eussner am 08/12/2016 - 16:18

    Aber ich finde trotzdem nicht, daß der Fall erst des Verschweigens wegen zum Politikum wurde. Der ist für sich ein Politikum. An ihm sieht man einmal mehr, daß die Refugees Welcome Fraktion nicht weiß, was grundsätzlich polit-religiös abläuft.

    Ich habe hier, in einem anderen Thread, die Übersetzung des persischen Textes eingestellt, den der angeblich 17-jährige, der mindestens Anfang 20 ist, auf seinem Rücken tätowiert hat. Es hat niemanden der QQ-Kommentatoren interessiert. Ich mag den Text nicht optimal übersetzt haben, dazu habe ich schon viel zu lange Persisch nicht mehr nötig gehabt. aber den Sinn habe ich m.E. erfaßt: Das Leben, wenn es auch unvollkommen gelebt wurde, ist beendet, es lohnt nicht, darüber nachzudenken; denn es steht geschrieben, daß die Türschwelle (zum Tode) schon überschritten ist. Wenn das nicht Islam pur ist!