Die eigene Medizin schmeckt bitter

Es ist ungewöhnlich, wenn der Tübinger Oberbürgermeister 24 Stunden lang nichts auf seiner Facebook-Seite postet und auch keinen Kommentar auf Seiten von anderen verfasst. Das aber war von Donnerstag um 18.15 Uhr an für 24 Stunden der Fall. „Was wurde aus dem Mohrenkopf?“ hatte Palmer am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite gefragt. Dazu hatte er zwei Fotos gestellt, die den Verkaufsstand auf der Chocolart zeigten, an dem die „Chocolinos“ verkauft werden – jenes Schaumgebäck, das vor vier Jahren, weil es als „Mohrenkopf“ angeboten worden war, für eine lebhafte Debatte vor allem in Tübingen gesorgt hat.
„Orwellsche Sprachkontrolle“. Mit seinem Beitrag wollte Palmer lediglich die alte Debatte „zu einem Ende bringen“, wie er dem TAGBLATT sagte. Doch kurz nachdem er seine Frage veröffentlicht hatte, bekam er die Nachricht von Facebook, er könne nun 24 Stunden lang nichts posten, weil er die Facebook-Richtlinien verletzt habe. Der Beitrag mit dem Wort „Mohrenkopf“ war gelöscht worden – ein Hinweis darauf, dass Palmer deswegen gesperrt worden war. weiter bei Schwäbisches Tagblatt

  1. #1 von Heimchen am Herd am 07/12/2016 - 12:56

    Inzwischen hat sich Facebook bei Palmer entschuldigt:

    Palmers Sperre
    Facebook: War ein Fehler
    Facebook entschuldigt sich bei OB Boris Palmer.

    Nachdem Oberbürgermeister Boris Palmer am Montagabend zum zweiten Mal bei Facebook gesperrt worden war, entschuldigte sich eine Sprecherin des sozialen Netzwerks bei ihm dafür. Auf eine TAGBLATT-Anfrage über die Gründe für die erste Sperre teilte eine Facebook-Sprecherin jetzt mit, das „Community Operations-Team“ schaue sich jede Woche Hunderttausende „Reports zu Inhalten“ an. Man wolle „Menschen vor Missbrauch, Hass-Rede und Mobbing schützen“. Es sei „bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden. Und wir wissen, dass es frustrierend sein kann, wenn solch ein Fehler passiert.“

    http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Facebook-War-ein-Fehler-313143.html

    Na, da hat er ja nochmal Glück gehabt, der Palmer!

  2. #2 von Gudrun Eussner am 07/12/2016 - 14:11

    Ja, Heimchen, wollte ich auch gerade schreiben: Da hat er noch einmal Glück gehabt!

    Wann wird thematisiert, daß auf FB wie auch im Presserat und anderen selbsternannten Ethikkommissionen Leute das Sagen haben, die jenseits von Gesetz und Recht ihrerseits Gesetz und Recht diktieren, und zwar in ihrem politischen Sinne?

    Auf welcher juristischen Grundlage wird einer verfolgt, der das Wort „Mohrenkopf“ benutzt? Was wäre geschehen, wenn er nicht gefragt hätte, sondern erklärt: Ich finde den Ausdruck „Mohrenkopf“ viel schöner für das Schaumgebäck? Ich finde auch „Negerkuß“ viel treffender?

    Dann hätten nicht nur FB-Zensoren, sondern auch die Grünen zu Hause sich daran gemacht, seine gesellschxaftliche Existenz zu vernichten. Er hätte keine Sonne mehr gesehen!

    So weit ist es in Deutschland gekommen, aber ich fürchte, daraus zieht Boris Palmer keine Konsequenzen, weder für sich noch für seine Parteizugehörigkeit.

    Grün bleibt grün, da helfen keine Pillen und keine kalten Umschläge!

  3. #3 von Sophist X am 07/12/2016 - 14:59

    Grundsätzlich können Betreiber von kostenlosen Seiten machen was sie wollen, sie haben keinen Vertrag zu erfüllen und müssen sich nur an Vorgaben des Verbraucher- /Datenschutzes halten.
    Der Trick ist, dass die Regierung solche Firmen offen erpresst, indem sie (rechtlich fragwürdige) Maßnahmen androht, sollten sie nicht spuren. Eine Konzernführung ist aber den Teilhabern rechenschaftspflichtig. Sollte ein Konzern gegen die politische Linie eines Landes Widerstand leisten, würde er im Zuge einer konzertierten, alle Medien umfassende Hetzkampagne Millionen verlieren, was bei den Teilhabern auf keinerlei Verständnis stoßen würde.
    Eine Branche, deren Marktführer völlig von positiver PR abhängen, wird da kaum Risiken eingehen. Das kann man verachten, aber Unternehmen haben zu keiner Zeit die Rolle von Freiheitskämpfern gespielt.

    Die PR-mäßig längst verbrannten Energiekonzerne könnte man als Beispiel ansehen. Wenn man nicht spurt, werden Gesetze erlassen, gegen die man doch gefälligst klagen soll. Wenn die Firma so lange existiert, endet es nach 5 bis 10 Jahren vor dem BVG, wo man mit etwas Glück teilweise Recht bekommt. In einem schnell-lebigen Geschäft wie Online-Medien kann man sich das Urteil aber dann auf den Grabstein kleben.

  4. #4 von Gudrun Eussner am 07/12/2016 - 16:33

    #3 Sophist X

    In einer solchen Situation befindet sich gerade die Achse des Guten.

    „Scholz & Friends“ ist eine renommierte Agentur. Sie arbeitet unter anderem
    für die Bundesregierung und die EU-Kommission. Gerald Hensel arbeitet für
    „Scholz & Friends“. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

    Der Denunziant von Scholz & Friends. Von Henryk M. Broder, Achgut, 7. Dezember 2016
    http://www.achgut.com/artikel/der_denunziant_von_scholz_und_friends

    Gerald Hensel ‏[at]ghensel 56 Min.vor 56 Minuten
    Jesus, jetzt erst diesen @Achgut_com Unsinn gelesen. Broder war doch mal
    gut. Was ist denn da los?
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    https://twitter.com/ghensel?lang=de

    Die Bundesregierung nötigt nicht nur FB, sondern sie bedient sich dazu auch solcher Unternehmen, die unmittelbar aus der Denunziation von politisch unliebsamen Zeitgenossen ein lukratives Geschäft machen. Für FB ist eine solche Nötigung eher geschäftssvchädigend.

    Der Denunziant, hier Gerald Hensel, ist dabei immer in einer Win-Win-Situation, und er kann sich nebenbei noch als Widerständler darstellen, der es bekannten Persönlichkeiten wie Henryk M. Broder, ohne auf eventuelle negative Folgen für sich zu achten, mal ordentlich besorgt.

  5. #5 von Gudrun Eussner am 07/12/2016 - 17:20

    Gerald Hensel ‏@ghensel 14 Min.Vor 14 Minuten
    Hey Herr Broder, könnten Sie Ihren rechtsradikalen @achgut
    Speichellecker-Lesern mal sagen, dass es ab jetzt Anzeigen bei Drohungen
    gibt?

    Und schon ist er Opfer. Es funktioniert immer gleich.

  6. #6 von Sophist X am 07/12/2016 - 21:09

    @Gudrun Eussner

    Sehr aufschlussreich. Auf dem Blog von diesem Vogel wird einem aber übel, spätestens bei seinem vollspontanen Foto mit der schmierigen Ranschmeißer-Pose.
    Der hat nichts gelernt, außer sich schmierig ranzuschmeißen, und wird nie etwas anderes können.
    Den ‚Dialog‘ mit so einem linken Westentaschenhitler kann man vergessen.

  7. #7 von Gudrun Eussner am 08/12/2016 - 10:54

    #6 Sophist X
    Jetzt hat er einen laaaaaaangen Offenen Brief an HMB geschrieben.Ich verlinke den Schwachsinn nicht, das würde nur seiner Eitelkeit Auftrieb geben.

  8. #8 von kongomüller am 08/12/2016 - 19:10

    sein pinterest-account ghensel und sonstige online-selbstvermarktung läßt auf eine gewisse selbstverliebtheit und affinität für schuhe schließen. eitler fatzke halt.
    ich vermute hinter der ganzen aktion einen selfmarketing-gag, wie er ja selbst schreibt, hat er angeblich die meisten seiner jobs seit 2005 selbst erfunden.
    erinnert an den „medienjournalisten“ niggemaier mit seinem bild-watch-blog. hensel versucht sich an der achse.
    vermutlich wird er demnächst als „achse-kritiker“ oder „experte für neo-rechte“ durch die quasselshows tingeln und mit seinen keingeldfürrechts-aktionen mediensternchen vieler breiter, bunter bündnisse buntlandauflandab sein, waaahnsinnig viel gesicht gegen rrähchtzz zeigen, mit integrationspreisen überhäuft und gez-sender als kunden für seine agentur an land ziehen.
    man sollte schauen, wen seine agentur bald als neukunden präsentiert.
    ansonsten ein eitler troll, der gefüttert werden will.

    am rande:
    die achse ist mir in der vergangenheit nicht durch harte kritik an der gentechnik aufgefallen, oder habe ich etwas übersehen in den 331 artikeln, in denen es auf der achse um gentechnik ging?
    wie das wohl bayer/monsanto, ein scholz&friends-kunde, findet, wenn hensel, an der bayer-brust säugend, die achse, eines der wenigen freien sprachrohre, das nicht von gentechnik-kritik verstopft ist, zum schweigen bringen will?