Rechnen für Journalisten

„Fast jeder vierte in MV will AfD oder NPD wählen,“ schreibt der FOCUS. Das wären 25 Prozent für beide zusammen. Davon bekommt die NPD 3%. Frage: Wieviel erhält die AfD? Wir rechnen: 25% weniger 3% ergibt? Richtig: 19%.

Naja, Kellner könnte man mit dieser Leistung nicht werden. Aber für einen Journalisten ist das schon ganz gut!

  1. #1 von Sophist X am 22/08/2016 - 09:46

    Naja, „fast jeder Vierte“ ist aufgerundet. Es ging ja auch nur darum, AfD und NPD ums Verrecken in einem Satz unterzubringen.

    Das geht auch sehr schön mit anderen Parteien, wäre aber nicht im Sinne der Reichsschrifttumkammer:
    Fast jeder Dritte will SPD oder NPD wählen (26%+3%)
    Mehr als jeder Vierte will CDU oder NPD wählen (23%+3%)

  2. #2 von Heimchen am Herd am 22/08/2016 - 10:56

    „Rechnen für Journalisten“

    Wenn Journalisten rechnen könnten, dann hätten sie sich einen anderen Beruf ausgewählt!

  3. #3 von Gudrun Eussner am 22/08/2016 - 13:07

    #1 Sophist, ja, klar, das steht ja sogar in der Überschrift. Nichts anderes ist damit bezweckt, als die AfD in direkten Zusammenhang zur NPD zu bringen. Was aber auffällt: FOCUS gibt potentiellen FDP- und NPD-Wählern Tips. Beide kommen laut Umfrage nicht über die 5% Hürde. Da die potentiellen FDP- und NPD-Wähler aber jeder auf seine Art gegen CDU und SPD sind, kommt für sie die Option AfD in Frage. Nach dem Motto: Ehe ich meine Stimme verschenke … 😉

    Es ist generell zu beobachten, daß wir inzwischen auf einem Propaganda-Niveau angekommen sind, das die Journalisten reihenweise unbewußt Eigentore schießen läßt. Sie überblicken die Lage nicht mehr, vermeintliche Denunzierung der AfD wird unterm Strich zur Wahlwerbung für sie.

    Das ist übrigens auch in den USA bei den Wahlkampfmaschinen der Demokraten zu beobachten. Sie meinen Schmäh über Donald Trump auszuschütten, aber die Wähler, wenn sie nicht ganz vernagelt sind, entnehmen daraus Fakten, die sie auf die Seite des geschmähten Donald treiben.

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