Historiker warnt vor Meinungsdiktatur

Baberowski ist Professor für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität in Berlin und beschäftigt sich seit Jahrzehnten unter anderem mit der Diktatur in Sowjetrussland.

Sein Text in der „NZZ“ ist eine Abrechnung mit der Regierung Merkel und mit den Medien. Hier sind seine 8 Thesen zur Lage in Deutschland:

1. Die Bundesregierung ignoriert die Sorgen der Bürger

Seit Wochen werde nur noch darüber gesprochen, wie die Integration illegaler Einwanderer bewältigt werden soll. Aber niemand stelle die Frage, ob wir diese Einwanderung überhaupt wollen, schreibt Baberowski.

Er schreibt:

„Stattdessen wird Kritikern, die ihre Stimme gegen den Tugendwahn erheben, von der Obrigkeit mitgeteilt, sie seien herzlos und dürften an der Debatte über die Einwanderung nicht beteiligt werden.“
2. In Deutschland herrscht eine Meinungsdiktatur

Es ist vielleicht die stärkste Anklage, die Barberowski in seinem Text vorbringt: „Deutschland ist ein Land ohne Opposition, dessen Regierung wünscht, dass in ihm nur noch eine Sprache gesprochen und nur noch eine Auffassung vertreten werde.“

Später im Text konstatiert der Historiker: „Der Untertan soll schweigen und preisen, was ihm die Obrigkeit als Wirklichkeit präsentiert.“ In Deutschland, so meint Baberowski zumindest, werden abweichende Meinungen nicht mehr toleriert. Wir leben in einer Meinungsdiktatur.

3. Der soziale Frieden ist gefährdet

Baberowski bringt zudem ein Argument vor, das häufig zu hören ist: Die Einwanderungspolitik werde von jenen befürwortet, die wohlhabend seien. Baberowski schreibt: „Der soziale Frieden wird aufs Spiel gesetzt und die Armen werden gezwungen, die Folgen jener ungesteuerten Einwanderung zu bewältigen, die die Wohlhabenden herbeigeredet haben.“

4. Auch die Medien sind schuld an der Meinungsdiktatur

In Deutschland stehen die Medien bisher – mit wenigen Ausnahmen – hinter der Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. Selbst die „Bild“-Zeitung, die über Jahre einen ausländerkritischen Kurs fuhr und keine Gelegenheit ausließ, den Deutschen Angst vor der Zuwanderung zu machen, engagiert sich mittlerweile für die Flüchtlinge. Laut Baberowski ist dieser Einheitsbrei an Meinung aber gefährlich – und die Medien verbannten inzwischen jeden in die rechte Ecke, der sich kritisch äußere.

Baberowski schreibt in der „NZZ“:

Wer auf den gesunden Menschenverstand verweist, riskiert Ausgrenzung und Ächtung. Viele schweigen, weil sie nicht wollen, dass man ihnen vorwirft, sie seien rechts – und dürften deshalb am öffentlichen Diskurs nicht beteiligt werden. Wer gegen die Konventionen der Tugendrepublik verstösst, wird nach Dunkeldeutschland verbannt.
Damit spielt der Historiker auf ein Titelbild des „Spiegel“ an, das ein helles und ein dunkles Deutschland zeigt. Die einen heißen Flüchtlinge willkommen, die anderen lehnen sie ab. Gegen diese schwarz-weiß-Malerei will Baberoswki vorgehen. Nicht jeder, der sich kritisch über Flüchtlinge äußere, sei gleich ein Nazi.

5. Die Bürger stellen berechtigte Fragen

Das Ergebnis der Meinungsdiktatur ist, dass Probleme verschwiegen werden.

Baberowski schreibt:

„Denn die Probleme verschwinden nicht, nur weil man sie beschweigt. Der Besonnene hätte derzeit an die Politik viele Fragen zu stellen. Warum bricht die Regierung europäisches Recht, und warum setzt sie sich über Gesetze hinweg, die das Asylverfahren regeln? Warum soll eigentlich ein Einwanderer Sozialleistungen beanspruchen können, für die jene, die schon hier sind, jahrzehntelang gearbeitet haben?“
6. Die Folge ist Politik-Verdrossenheit

Wer seine Meinung nicht äußern darf und wer das Gefühl hat, nicht gehört zu werden, wendet sich ab. Und genau das passiert laut Baberowski gerade in Deutschland.

Er schreibt:

„Die Bürger wenden sich ab, weil die Politik sich für sie nicht mehr interessiert. Sie aber müssen die Folgen der Masseneinwanderung bewältigen. Davon wollen jene, die entschieden haben, dass Deutschland ein Vielvölkerstaat werden soll, nichts hören.“
7. Auch die osteuropäischen Länder wenden sich von Europa ab

Der Osteuropaforscher Baberowski bringt auch Verständnis für Staaten wie Ungarn und Tschechien auf, die Merkel kritisieren und die gegen die Flüchtlingspolitik aus Brüssel sind. Er schreibt:

„Deutschland hat seine nationale Souveränität aufgegeben und die Entscheidung darüber, wer kommen und wer bleiben darf, in die Hände illegaler Einwanderer gelegt. Davon wollen die Nachbarländer im Osten Europas aus guten Gründen nichts wissen. Denn sie sind der Europäischen Union nicht beigetreten, um ihre nationale Souveränität aufzugeben, sondern um sie zu schützen.“
8. Das ist das düstere Fazit von Baberowski:

„Deutschland wird sich bis zur Unkenntlichkeit verändern. Der soziale Frieden und der Zusammenhalt stehen auf dem Spiel … Die Kanzlerin aber verschließt die Augen vor der Katastrophe, die sie angerichtet hat. Anderenorts sind Politiker schon aus nichti­geren Gründen zurückgetreten.“

Quelle: Huffington Post

  1. #1 von Lomar am 06/10/2015 - 14:39

  2. #2 von Marti am 06/10/2015 - 15:36

    Ein Pfarrer sagt, Angela Merkels Flüchtlingspolitik habe zu einer „massiven Gesinnungsdiktatur“ geführt, sowas geht natürlich gar nicht. Solche Ansichten darf man heute natürlich nicht haben, schon gar nicht als Pfarrer. Deshalb wird jetzt versucht, ihn medial hinzurichten.

    Deshalb ruft die FAZ ruft in einem Artikel, der in der Online-Ausgabe an erster Stelle steht, zum Großangriff auf diesen Pfarrer auf!

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/f-a-z-serie-zur-fluechtlingskrise-sehnsuchtsort-deutschland-teil-vii-13840383.html

    Jakob Tscharntke heißt der Pfarrer, den man sich ausgesucht hat, um ein Exempel an ihm zu statuieren. Auf der Webseite seiner Gemeinde, die es wagt, islamkritisch und einwanderungskritisch zu sein, kann man nachlesen, was für Meldungen der Pfarrer für wichtig halt und wie er die Welt sieht:

    http://www.efk-riedlingen.de/wordpress/

    Liebe Mitstreiter, versucht bitte massiv eine Gegenöffentlichkeit für Pfarrer Jakob Tscharntke zu schaffen!

    Bei Pfarrer Olaf Latzel hat die mediale Hinrichtung auch nicht funktioniert, er hat sogar mehr Anhänger gefunden.

    Lass uns alles tun um Pfarrer Jakob Tscharntke beizustehen und ihn zu unterstützen, damit die L‘-Presse und das Establishment ihn nicht in die Knie zwingen können.

  3. #3 von Heimchen am Herd am 06/10/2015 - 16:37

    Europas Schicksal wird das des römischen Reichs sein

    Es ist eine Wiederholung des Aufstiegs und Untergangs des Römischen Reichs

    In seinem neuen Buch „The Last Refuge“ (Die letzte Zuflucht) kritisiert der Holocaust-Überlebende und Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész den Versuch die europäische Kultur über Masseneinwanderung zu ersetzen: „Europa wird bald wegen seines bisherigen Liberalismus untergehen, der sich als kindlich und selbstmörderisch erwiesen hat. Europa hat Hitler hervorgebracht; und nach Hitler steht hier ein Kontinent ohne Argumente: die Türen weit offen für den Islam; er wagt es nicht länger über Rasse und Religion zu reden, während der Islam gleichzeitig einzig die Sprache des Hasses gegen alle ausländischen Rassen und Religionen kennt.“

    https://heplev.wordpress.com/2015/09/13/europas-schicksal-wird-das-des-roemischen-reichs-sein/

    Es gibt genügend Leute die sich auskennen, aber die werden ignoriert, warum wohl?!

  4. #4 von HanSen am 06/10/2015 - 18:36

  5. #5 von Harald am 07/10/2015 - 09:34

    „Meinungsdiktatur“

    Innerhalb des Islam ist sie alternativlos,
    folgerichtig, existenznotwendig.

    Innerhalb des einstürzenden Systems des Sumpfes Deutschland erscheint sie wie ein letzter verzweifelter Gewaltakt, den Sumpfblüten wohl als rettender Strohhalm.