Treffen mit dem kleinen Satan

EU-Bürokratie und deutscher Größenwahn haben spalten Europa inzwischen derart, dass sogar ein Treffen mit dem Staatschef eines anderen EU-Staates wie Hochverrat gesehen wird. Während der Wirtschaftsminister ohne Kritik Geschäfte mit Iran und anderen Folterdiktaturen machen darf, empört ein Treffen der CSU mit Viktor Orban die muslimische SPD-Chefin Fahimi. Denn nach dem großen Satan Putin gilt rotem Gesindel der mutige Ungar als kleiner Satan auf Platz zwei der Schurkenliste. 

Der SPIEGEL berichtet:

Die SPD-Generalsekretärin sagte weiter: „In Brüssel verweigert sich Ungarn jeder konstruktiven Einigung – und in Kloster Banz wird dem Asylgegner Orbán gehuldigt.“ Fahimi: „Die CSU muss sich nun fragen lassen, ob sie Teil der Lösung der Flüchtlingsfrage werden oder Teil des Problems bleiben möchte.“ Es könne doch nicht sein, so die SPD-Politikerin, „dass Seehofer in Berlin die politischen Entscheidungen mitträgt – und dann in Bayern genau das Gegenteil verkündet“.

Die Einladung an Orbán, der vor muslimischen Flüchtlingen warnt und mit seiner Abschottungspolitik für Unmut in der EU sorgt, war selbst in der CSU umstritten. Doch am Ende blieb es dabei. „Wir sollten Orbán nicht verteufeln. Nicht alles, was er sagt, ist richtig. Aber es wäre falsch, mit pauschalen Vorurteilen über ihn herzufallen“, verteidigte der bayerische Ministerpräsident Seehofer die Einladung.

Orbán hat einen 175 Kilometer langen Zaun entlang der serbischen Grenze errichten lassen, der durch einen weiteren Zaun zu Rumänien ergänzt werden soll. Ungarn gehört gleichzeitig zu den Gegnern der nun von den EU-Innenministern beschlossenen quotierten Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der Europäischen Union.

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