Ein merkwürdiger Schuldschwund

In NRW sollen Gefängnisse geschlossen werden, weil es nicht genug Strafgefangene gibt. An einem Rückgang der Kriminalität kann das kaum liegen, denn auf der anderen Seite kommt die Polizei nicht mehr mit der Strafverfolgung nach und bei vielen Verbrechen wie Einbruch oder Diebstahl lohnt sich kaum noch die Mühe einer Anzeige, denn ermittelt wird schon lange nicht mehr. In einem Polizeiforum bei Facebook haben die Beamten eine Erklärung für den Leerstand der Haftanstalten:

Der Tübinger Kriminologieprofessor Jörg Kinzig begründet den Rückgang der Gefangenenzahlen wie folgt: „In Haftanstalten sitzen überwiegend junge Männer ein. Und davon gibt es einfach weniger.“
Des weiteren sei die sogenannte „Inhaftierungsquote“ (Gefangenenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung) in BW im Vergleich zu anderen Bundesländern, wie auch international, sehr niedrig.

Als Polizist, der nun mal auch mit der Verfolgung von Straftaten und der Zuführung von Straftätern in eine JVA befasst ist, stellt sich hier die Frage, wie eine niedrige Inhaftierungsquote überraschen kann?!
Allein mit fehlenden jungen und kriminellen Männern kann dieser Umstand nicht erklärt werden. Könnte es nicht auch sein, dass Urteile am unteren Rand der Strafzumessung oder gar Einstellung von Strafverfahren auch ein gehöriges Stück zum JVA-Schließungs-Kuchen beitragen?
Hierzu noch eine weitere Überlegung: innere Sicherheit kostet viel Geld, die Justiz, zu der auch die Haftanstalten gehören, ebenso. Könnte es zwischen Sparzwang und fehlenden JVA-Insassen einen Zusammenhang geben, der nicht zwangsläufig, sondern (politisch) gewollt sein könnte?

Nicht, dass der Eindruck entsteht, wir Polizisten würden eine Freiheitsstrafe als Allheilmittel gegen Kriminelle oder ihre Vorhaben ansehen. Aber manchmal beschleicht uns schon das Gefühl, dass bei „Übergabe der Strafverfahren“ von der Polizei an die Justiz ein merkwürdiger „Schuldschwund“ stattfindet. Wie gesagt, nur ein Gefühl und mit nichts belegbar.

  1. #1 von Kettenraucher am 27/02/2015 - 14:42

    Natürlich „fehlen“ die „Bewohner“ der Haftanstallten!
    Der „Friedensrichter“ in der Gemeinde wirds schon richten.
    Erwischte Intensivstraftäter laßt Justitia nach dem X-ten Verbrechen wieder
    laufen, während Straftäter unter 14 erst garnicht verklagt werden können!
    Aber seis drum. „Gedankenverbrecher“ gibts jedenfalls noch genug, die man
    jahrzehntelang einbuchten kann.

  2. #2 von Sophist X am 27/02/2015 - 15:04

    Ist ja logisch, an allen Verbrechen ist die ungerechte Gesellschaft schuld (außer bei Nazis). Also kann man keinen einsperren.

  3. #3 von Heimchen am Herd am 27/02/2015 - 15:47

    Ja, wozu brauchen wir denn noch Haftanstalten? Die jungen Männer (Verbrecher) sind alle
    unschuldig…sie sind Opfer unserer Gesellschaft, die sie ausgrenzt, weil sie anders sind.

    Wir müssen ihnen viel mehr Liebe und Verständnis entgegenbringen, statt sie einzusperren!

    Die Justiz ist da schon weiter, als die Kollegen von der Polizei!

    P.S. Wäre ich Polizist, ich würde mich verarscht vorkommen und den Job aufgeben!

  4. #4 von Kettenraucher am 27/02/2015 - 16:09

  5. #5 von Kettenraucher am 27/02/2015 - 16:14

    Marie Luise Beck ( Grüne): „Die Andersartigkeit in unserer Gesellschaft müssen wir aushalten“.

    Ja ne, Mariechen!

  6. #6 von Herwig Mann am 27/02/2015 - 16:14

    Nachdem die Verbrecher Opfer der Gesellschaft sind, müsste man diese einsperren.
    Da die Gesellschaft durch ihre gewählten Vertreter, also die Politiker, repräsentiert wird, müsste man diese einsperren.
    Klingt doch logisch, oder?

  7. #7 von Heimchen am Herd am 27/02/2015 - 16:21

    „Klingt doch logisch, oder?“

    Ja…aber da viele Politiker weiblich sind, (die können nicht logisch denken), werden sie
    das nicht so sehen! 😉

  8. #8 von Kettenraucher am 27/02/2015 - 16:48

    „GRÜNE“ Kunst!
    Na dann, Bon Appetit

    http://journalistenwatch.com/cms/gruene-sponsern-kindsmord-satire/

    Man könnte auch sagen „“ Ich habe Die zum Fressen gern““
    gell Herr Meiwes?

    http://www.bild.de/news/inland/alles-kannibalen/kannibale-von-rotenburg-armin-meiwes-erzaehlungen-veroeffentlicht-buch-18711286.bild.html

    Armin Meiwes veröffentlicht Erzählungen
    Die kranken Fantasien des Kannibalen von Rotenburg

  9. #9 von marc am 27/02/2015 - 17:28

    Klar-es kostet Geld!Jedes Verbrechen aber steigert das Bruttosozialprodukt!

    https://messerattacke.wordpress.com/neue-falle-einsortieren/kriminalstatistik/

  10. #10 von Heimchen am Herd am 27/02/2015 - 18:46

    Fachtagung zum Umgang mit Islamisten im Justizvollzug in München

    Juraforum 27 Februar 2015

    Bayerns Justizminister Bausback lädt gemeinsam mit Baden-Württemberg nach München zu einer gemeinsamen Fachtagung zum Umgang mit Islamisten im Justizvollzug ein. Das Phänomen des islamistischen Terrorismus stellt auch den Justizvollzug vor besondere Herausforderungen.

    Dass Islamisten bisweilen versuchen, im Justizvollzug potentielle Kandidaten für die Idee des Dschihads zu gewinnen und andere Gefangene zu radikalisieren, ist – insbesondere aus dem europäischen Ausland – bekannt. Der Bekämpfung des islamistischen Extremismus kommt daher im baden-württembergischen und bayerischen Justizvollzug seit geraumer Zeit besondere Bedeutung zu.

    http://europenews.dk/de/node/91408

    Aja…das ist ja interessant und bei uns in NRW macht man einfach die Gefängnisse zu.

    Das erspart den Ärger mit den Islamisten! 😉

  11. #11 von WahrerSozialDemokrat am 27/02/2015 - 19:02

    Alles was ich dazu zu sagen habe, wurde schon vor mir gedacht:

  12. #12 von Heimchen am Herd am 27/02/2015 - 19:14

    Oha…sooo schlimm?? Mach mir keinen Kummer lieber WSD, vielleicht solltest Du mal
    Urlaub machen…und von allem abkommen?

  13. #14 von jürgenA am 28/02/2015 - 15:10

    Eine Erhebung im Jahre 2013 belegt das allein in NRW über 7500 Haftbefehle nicht vollstreckt worden sind, und es ca.400 Abgängige gibt.Da kann man doch nicht vom Rückgängige Kriminalität sprechen.Ein Schelm, wer Böses dabei denkt,denn jeder Gefangene kostet Geld.