Giordano: Wo Sarrazin recht hat

Als wir vorgestern das Bild von Ralph Giordano mit der verstorbenen Islamkritikerin Britta zeigten, dachten wir, dass wir schon lange nichts mehr von dem Autor gehört hatten. Anlass genug, noch einmal an seine 10 Thesen zu Sarrazin, veröffentlicht 2010  in der WELT zu erinnern. Leider haben beide, Sarrazin und Giordano,  immer noch recht und sind aktueller denn je.

1. Solange gebildete, berufsintegrierte und akzentfreies Deutsch sprechende Muslima in Talkshows mit wirklichkeitsfernen Sätzen wie „die Frage der Integration stellt sich gar nicht“ so tun, als sei ihr Typ exemplarisch für die muslimische Minderheit in Deutschland und die Gleichstellung muslimischer Frauen eben um die Ecke – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

2. Solange diese Vorzeige-Muslima sich lieber die Zunge abbeißen würden als einzugehen auf das, was kritische Muslima so authentisch wie erschütternd berichtet haben über den Alltag der Unterdrückung, Abschottung und Ausbeutung, der Zwangsehe und Gefangenschaft muslimischer Frauen und Mädchen bis hin zu der unsäglichen Perversion der „Ehrenmorde“ – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

3. Solange widerstandslos hingenommen wird, dass Moscheen in Deutschland nach Eroberern der türkisch-osmanischen Geschichte benannt werden, nach Sultan Selim I. oder, wie im Fall der sogenannten Fatih-Moscheen, nach Mehmet II., dem Eroberer von Konstantinopel – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

4. Solange höchste Verbandsfunktionäre, wie der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, der Deutsch-Syrer Aiman Mazyek, vor laufender Kamera und Millionen Zuschauern erklären können, Scharia und Grundgesetz seien miteinander vereinbar, ohne sofort des Landes verwiesen zu werden – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

5. Solange rosenkranzartig behauptet wird, der Islam sei eine friedliche Religion, und flapsig hinweggesehen wird über die zahlreichen Aufrufe des Koran, Ungläubige zu töten, besonders aber Juden, Juden, Juden – so lange hat Thilo Sarrazin recht.
6. Solange die weitverbreitete Furcht vor schleichender Islamisierung in der Bevölkerung als bloßes Luftgebilde abgetan wird und nicht als demoskopische Realität ernst genommen – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

7. Solange von hiesigen Verbandsfunktionären und türkischen Politikern penetrant auf Religionsfreiheit gepocht wird, ohne jede parallele Bemühung um Religionsfreiheit in der Türkei – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

8. Solange nicht offen gesprochen wird über islamische Sitten, Gebräuche und Traditionen, die mit Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Gleichstellung der Geschlechter und Pluralismus nicht vereinbar sind – so lange hat Thilo Sarrazin Recht.

9. Solange die großen Themen der Parallelgesellschaften wie Gewaltkultur, überbordender Nationalismus, offener Fundamentalismus, ausgeprägter Antisemitismus und öffentliches Siegergebaren mit demografischer Drohung nicht zentrale Punkte des nationalen Diskurses sind – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

10. Solange Deutschlands Sozialromantiker, Gutmenschen vom Dienst, Pauschal-Umarmer und Beschwichtigungsapostel weiterhin so tun, als sei das Problem Migration/Integration eine multikulturelle Idylle mit kleinen Schönheitsfehlern, die durch sozialtherapeutische Maßnahmen behoben werden können – so lange hat Thilo Sarrazin recht.

Postskriptum.

Ein integrationsfördernder Vorschlag: Wenn denn das offene Haar der Frau die männliche Begierde weckt, wäre es da nicht besser, den Männern Handschellen anzulegen, als den Frauen das Kopftuch zu verordnen?

  1. #1 von PeterT. am 19/10/2014 - 11:10

    Bedenkt man, dass Ralph Giordano immer schon von echten Jungsnazis bedroht und belästigt wird, weil er Jude ist, kann man sich vorstellen wie hart es sein muss, dass man jetzt auch noch von Moslemnazis bedroht wird. Das konnte vor ein paar jahren in der Politik keiner begreifen.

  2. #2 von Heimchen am Herd am 19/10/2014 - 18:01

    Diese Thesen kann man noch beliebig erweitern:

    11. Solange solche „Experten“…wie Gudrun Krämer, einen mit 100.000 Euro dotierten Preis
    für ihre Forschung ausgezeichnet werden: Die Wissenschaftlerin schrieb unter anderem die „Geschichte des Islam“.

    Die Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer hat davor gewarnt, Terror und Fundamentalismus mit dem gesamten Islam gleichzusetzen. „Das wäre so, als wenn man sich bei der aktuellen Betrachtung der deutschen Gesellschaft allein auf Neonazis stützen würde“, sagte Krämer in Düsseldorf. „Man darf das eine nicht negieren, muss aber das andere auch wahrnehmen.“

    Der militante Islamismus habe auch in den islamisch geprägten Ländern nicht die Mehrheit hinter sich. Für ihre wissenschaftlichen Leistungen erhält Krämer den mit 100.000 Euro dotierten Gerda Henkel Preis 2010. Der Preis sollte am Montagabend in Düsseldorf überreicht werden.

    Der These von Bundespräsident Christian Wulff, der Islam sei Teil von Deutschland, stimmte Krämer zu. „Das ist eine Tatsachenbeschreibung“, sagte die an der Freien Universität Berlin lehrende Professorin.

    http://www.welt.de/kultur/article10806642/Islam-ist-neues-Element-deutscher-Kultur.html

    Ähm…ja klar, der Islam hat mit dem Islam NICHTS zu tun! :mrgreen:

  3. #3 von Harald am 19/10/2014 - 19:35

    „…dachten wir, dass wir schon lange nichts mehr von dem Autor gehört hatten.“

    Kein Wunder,
    er ist 91Jahre alt, wie wir wissen.
    Noch vor gar nicht so langer Zeit hat es mich erfreut,
    ihn noch so agil trotz seines Alters erleben zu können.

  4. #4 von Harald am 20/10/2014 - 06:47

    Solange Islam und Islamismus als unabhängig voneinander deklariert werden,
    – so lange hat Thilo Sarrazin recht.