Schwere Niederlage für Pro

Die gestrige Kommunalwahl in NRW brachte eine schwere Niederlage für die Pro-Bewegung in ihrem Heimatland. Mit landesweit 0,5% der Stimmen gibt es nur noch vereinzelt Abgeordnete in Stadträten. Auch Städte wie Duisburg, Gelsenkirchen, Leverkusen und Remscheid blieben hinter den hohen Erwartungen zurück. In Köln selbst verlor Pro sämtliche Bezirksvertreter. Die zuletzt in manchen Ortsteilen zweistelligen Wahlergebnisse sind dahin.  Die Fraktion im Rat der Stadt schrumpft auf zwei Stadträte zusammen – zu wenig für eine Fraktion. Dem gegenüber schafft die AfD direkt 3 Sitze. Die Linkspartei, zuvor schwächer als Pro, verdoppelt sich auf fast 7%.

Das schlechte Ergebnis nur auf den undemokratischen Umgang mit Pro zu schieben, würde zu kurz greifen. Zweifellos wurden auch einige schwere Fehler selber verantwortet. Da wäre zunächst der offenkundig chancenlose Griff nach dem EU-Parlament und die Konfrontation mit den AfD-Wählern, die auch in einige Blogs der Szene hinein zu beobachten war. Damit hat Pro viele Sympathien verspielt und geriet in den Verdacht, dass es nicht mehr nur um die Sache geht, sondern um einen Posten für Beisicht – oder realistischer zumindest Wahlkampfkostenerstattung. Sicher wäre es lokal anerkannt worden, wenn Pro zu Gunsten der AfD sich auf die Kommunalwahl beschränkt hätte – mit einer Empfehlung „Pro für NRW, AfD für Europa“. Die teilweise erbitterte Auseinandersetzung hat wohl dazu geführt, dass mancher AfD-Wähler für Europa auch gleich sein Kreuz für NRW an der selben Stelle gemacht hat.

Ein Nebeneffekt war wohl, dass Pro liberale und konservative Islamkritiker bereits abgeschrieben hatte und mit Plakaten einen Wahlkampf im Stil der NPD der 60er Jahre führte. Optisch und von den sehr flachen Reimparolen, teils an der Grenze allgemeiner Ausländerfeindlichkeit, wirkte das altbacken und wie aus einer fernen Zeit. Man konnte meinen,  Pro habe die ihr von den Medien zugeschriebene Rolle der ewiggestrigen und bildungsfernen Rentnerpartei jetzt trotzig akzeptiert.

Wahlergebnisse NRW

  1. #1 von Gudrun Eussner am 26/05/2014 - 14:13

    Wer die wählt, ist doof!

  2. #2 von Meier am 26/05/2014 - 15:53

    Die Kritik an Pro ist sicherlich zutreffend.
    Aber nachdem Erogan den Kölnern nur einen Tag zuvor noch mal eindrücklich vor Augen geführt hat, wohin die Reise geht, hätten die doch alle in Panik zu den Wahlurnen stürmen müssen.

  3. #3 von Mike am 26/05/2014 - 18:10

    Ahem…Frau Eussner…das war zu heftig. Eine gewisse Protagonistin dieses Blogs hat nach eigenen Angaben auch schon mal „die“ gewählt. Mangels Alternativen damals.

  4. #4 von Gudrun Eussner am 26/05/2014 - 21:30

    @ #3 Mike, die war dann auch doof, sorry! ich habe mit Pro und dem Manfred Rouhs schon im Juli 2002 abgeschlossen. Da tobte er auf dem Forum der „Kalaschnikow“, wo ich Depp nicht ahnend, worum es da ging, mal Artikel veröffentlicht habe. Bin ich nicht stolz drauf, obgleich ich meine Artikel fast alle heute noch so schreiben würde, aber auf das Niveau von Pro sinke ich niemals, dann ginge ich lieber nicht Wählen.

  5. #5 von Lisje Türelüre aus der Klappergasse am 29/05/2014 - 16:20

    Ok, es breitet sich also Häme aus!

    Darf ich in Erinnerung rufen, daß PRO die einzige (!) islamkritische Partei ist und an der Islamkritik trotz heftigstem Gegenwind auch in diesem Wahlkampf festhält.
    Ja, es gibt noch Michael Stürzenberger, der jedoch den Einzug in den Münchener Stadtrat nicht geschafft hat.
    Und die AfD? An der Basis gibt es sicher Islamkritiker, von der Führungsrunde hört man jedoch nichts.