Ganz großes Asylheim in Brüssel

Während man sich in Deutschland nicht einkriegt, weil ein Bischof mit 34 Millionen kircheneigener Gelder die Bauwirtschaft unterstützt und Arbeitsplätze schafft, hört man recht wenig über ein nutzloses Bauprojekt im Brüssel. Dort bauen sich ebenso nutzlose Bürokraten einen Protzbau mit Steuergeldern, die den europäischen Bürgern zuvor abgepresst wurden. Ein Austritt aus der EU ist im Gegensatz zur katholischen Kirche bekantlich nicht vorgesehen. Für die verbratene Summe könnte man 10 Bischofspalais bauen. Ob man den 350 Millionenbau später auch wie den Limburger Bischofssitz als Asylheim nutzen will, ist nicht bekannt.

Die Wirtschaftsnachrichten berichten:

Während sich die Deutschen geschlossen über die Kosten des Limburger Bischofs-Sitzes erregen, bleibt ein viel größerer Skandal bisher weitgehend unbeachtet: In Brüssel wird seit 10 Jahren an einem gigantischen Palast gebaut. Mit ihm möchte sich der Ratspräsident Herman Van Rompuy ein Denkmal für die Ewigkeit setzen. Außerdem ist der Bau eine indirekte Subvention der europäischen Steuerzahler für die belgische Bauwirtschaft.

Die Belgier bauen das Gebäude, welches direkt gegen über der mit dem Rat um die Vorherrschaft kämpfenden EU-Kommission liegt, und nutzen die europäischen Gelder, um „an der Ecke des Rond-Point Schuman … an der Rue de la Loi einen zusammenhängenden Stadtraum“ in Brüssel zu errichten.

Die Architektur des Palastes ist extravagant. Der EU-Rat preist den Palast, der vom Büro des Star-Architekten Philippe Samyn zusammen mit dem Studio Valle Progettazioni und dem Buro Happold gebaut wird: „Die schönsten Bauelemente dieses Art-Déco-Ensembles stehen unter Denkmalschutz.“ Für den Bau werden Hölzer aus ganz Europa herangekarrt – angeblich aus gebrauchten Fenstern, um dem Umweltschutz-Gedanken zu dienen. Solar-Panels auf dem Dach und eine unterirdische Garage sind neben 27.000 Quadratmetern Bürofläche weitere Highlights der Manifestation der Maßlosigkeit.

Die Kosten sind nach Informationen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten völlig aus dem Ruder gelaufen. Im Unterschied zu Limburg handelt es sich bei dem neuen Hauptsitz des EU-Rates mit dem Namen „Europa“ um ein Gebäude, welches vollständig von den europäischen Steuerzahlern zu finanzieren ist.
Eine glatte Lüge: Auf ihrer Website behauptet die EU, dass der Palast von Brüssel unter dem vereinbarten Höchstbetrag bleibt. (Screenshot vom 28. Oktober 2013)

Eine glatte Lüge: Auf ihrer Website behauptet die EU, dass der Palast von Brüssel unter dem vereinbarten Höchstbetrag bleibt. (Screenshot vom 28. Oktober 2013)

Ursprünglich war der Bau mit 240 Millionen Euro geplant. Wer auf die Website des EU-Rats geht, bekommt am 28. Oktober 2013 eine glatte Lüge aufgetischt. Hier steht:

„Die Projektkosten bleiben unter dem im November 2005 vereinbarten Höchstbetrag von 240 Mio. EUR (Wert Januar 2004)“.

Diese Zahl ist längst Geschichte – und das hat der EU-Rat auch bereits eingeräumt: Im März 2013 standen die Kosten bereits bei 301 Millionen Euro. Der Eröffnungstermin – ursprünglich für April 2014 angesetzt – musste verschoben werden: Nun teilt der Rat mit, dass die Eröffnung für „gegen Ende des ersten Halbjahres 2015“ geplant ist.

Offenbar hat die EU nicht nur auf der Website den Überblick über die Kosten verloren: Aus einer Parlamentarischen Anfrage geht hervor, dass die Kosten im Januar 2004 offiziell mit 218 Millionen Euro angegeben wurden. Warum sich der Bau im selben Monat noch einmal um 22 Millionen Euro verteuerte, kann kein Mensch in Brüssel erklären.

Damit steht schon einmal fest: Die Steuerzahler müssen 61 Millionen Euro mehr aufbringen, damit der EU-Rat – den keiner der Bürger Europas kennt oder gewählt hat – in Brüssel einen gigantischen Glas-Palast errichten kann. Bau-Beobachter und Insider des Geschehens an der Rue de la Loi (Straße des Gesetzes!) erwarten, dass die Gesamtkosten eher bei 350 Millionen Euro liegen werden. Allein die Kosten der Verschiebung sind nicht mehr zu kontrollieren.

350 Millionen Euro aus den Taschen der Bürger Europas – für ein Bürogebäude in Brüssel. (…)

Bisher hat sich Van Rompuy schlicht geweigert, irgendwelche Auskünfte zu geben.

275 Millionen Euro wurden bereits an Belgien überwiesen. Der bereits eingeräumte Fehlbetrag von 26 Millionen Euro muss im kommenden Jahr vom europäischen Steuerzahler aufgebracht werden.

Der Steuerzahler wird für die noch nötigen Millionen keine Aufklärung erhalten: Der EU-Rat hat eine informelle Informations-Sperre verhängt.

Der Vorgang ist ein beispielloser Skandal: Hier werden europäische Steuergelder in ein Bauwerk gesteckt, über deren genaue Verwendung keine Rechenschaft abgelegt wird. In einer Zeit, in der die Völker Europas unter einer beispiellosen Rezession stöhnen, errichten die Bürokraten in Brüssel einen Tempel für die eigene Eitelkeit.

Das alles geschieht nun seit Jahren – ohne die geringste Kontrolle durch die Öffentlichkeit. Zuletzt gab es 2011 Kritik vom Bund der Europäischen Steuerzahler. Sie verhallte ungehört.

Die Kosten steigen weiter.

  1. #1 von Heimchen am Herd am 30/10/2013 - 16:29

    „In Brüssel wird seit 10 Jahren an einem gigantischen Palast gebaut. Mit ihm möchte sich der Ratspräsident Herman Van Rompuy ein Denkmal für die Ewigkeit setzen.“

    Ich habe eher das Gefühl…dass Philippe Samyn sich verewigen möchte!
    Er ist ein eitler Gockel…. ich konnte mich vor Lachen kaum noch einkriegen. 😆

    http://www.european-council.europa.eu/the-institution/europa-building.aspx?lang=de

    Hier kann man seine Kunstwerke bewundern…..

  2. #2 von Strolchile am 30/10/2013 - 18:14

    Vielleicht sollte man Papst Franziskus zum Ratspräsidenten ernennen. Dann geben sich die EU-Apparatschiks notgedrungen auch mit einem typisch verwohnten Roma-Containerdorf zufrieden. Gemessen an der Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit, opulenter als sie es verdienen!

    Und Heimchen: Isch schpräschö nischt frongsäh! Pardong! 🙂

  3. #3 von Heimchen am Herd am 30/10/2013 - 18:33

    #2 von Strolchile

    Moi non plus, mais j’ai entendu tellement!

    Isch au nisch…aber isch öre es so gerne! 🙂