Bürger regeln den Verkehr

Wer hat sich nicht schon über Verkehrsbehinderungen durch notorische Langsamfahrer geärgert? Die Polizei erweist sich in diesem Fall nicht nur als untätig sondern nicht selten sogar als Ursache des Staus. In einem interessanten Feldversuch „mehr Demokratie wagen“ hat sich der Staat aus bestimmsten Berliner Stadtteilen zurück gezogen und überlässt den dort ansässigen Bürgern, sofern sie über den entsprechenden Hintergrund verfügen (es muss nicht unbedingt ein juristischer Hintergrund sein), ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. Ein Beispiel zeigt, dass die jungen engagierten Aktivisten durchaus auch in der Lage sind, für einen zügigen Verkehrsfluss zu sorgen. Vor dem Gesetz der Straße sind alle gleich, ob Döneringenieur oder Gast-Polizist aus Rest-Berlin.

Die Morgenpost berichtet:

Ein Autofahrer und sein Begleiter haben am Donnerstagnachmittag die Besatzung eines Einsatzwagens in Neukölln an. Der Grund: Offenbar hatte sich der 26-Jährige darüber geärgert, dass der Einsatzwagen zu langsam vor ihm her gefahren war. 70 Menschen beobachteten das Geschehen, aber niemand griff ein, um den Polizisten zu helfen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war eine Funkstreife gegen 16.50 Uhr wegen eines Verkehrsunfalls in die Karl-Marx-Straße gerufen worden. Als die Beamten den Einsatzort suchten und sich niemand bemerkbar machte, fuhren sie mit geringem Tempo auf der rechten Spur die Karl-Marx-Straße in Richtung Grenzallee entlang.

Auf Höhe eines Einkaufszentrums an der Ecke Flughafenstraße hielt der Einsatzwagen in zweiter Reihe, worauf ein BMW auf der linken Fahrspur neben dem Funkwagen stoppte. Der Fahrer schrie durch das geöffnete Fenster, dass das Polizeiauto schneller fahren solle. Danach setzte der Mann den BMW vor den Einsatzwagen Der Fahrer und dessen Begleiter stiegen aus und gingen auf die Polizisten zu. Im weiteren Verlauf kam es zu einer Rangelei, bei der eine 33 Jahre alte Polizeikommissarin einen Schlag ins Gesicht erhielt.

Ob der Autofahrer oder der 19 Jahe alte Begleiter zuschlugen, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Angreifer stiegen dann wieder in den BMW und wollten wegfahren. Der Aufforderung, sich nicht zu entfernen, wollten beide nicht nachkommen, so dass die Beamtin die Tür an der Fahrerseite öffnete. Der 26-jährige Autofahrer schlug daraufhin die Tür wieder zu und traf dabei die Polizistin an der Schulter.

Erst weitere Beamte, die zur Verstärkung kamen, konnten schließlich die Flucht der aggressiven Männer verhindern und nahmen deren Personalien auf. Anschließend durften die beiden ihre Fahrt fortsetzen. Sie müssen sich nun wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung im Straßenverkehr verantworten.

Die Polizistin klagte über Schmerzen in der Schulter und am Kopf, musste aber nicht ärztlich behandelt werden und setzte ihren Dienst fort.

Während des Einsatzes entstand eine Menschentraube von rund 70 Personen, die das Geschehen verfolgte. Den Beamten kam jedoch niemand zu Hilfe.

Der Einsatz erhält durch die Diskussion um sogenannte No-Go-Areas in Berlin besondere Brisanz. Immer wieder waren Äußerungen laut geworden, nachdem Polizisten in manchen Gebieten Berlins nicht mehr für Sicherheit und Ordnung sorgen könnten. Das war von Politik und Senat aber immer wieder zurückgewiesen worden.

  1. #1 von Dreirad am 31/08/2013 - 10:25

    Aggression im Straßenverkehr kostet Deutsche im allgemeinen den Lappen und vorher noch den Versicherungsschutz.
    Weil psychisch nicht geeignet ein KFZ zu führen.
    Ab zum Idiotentest!
    Aber wenigstens müßte doch die Versicherung diesen Schätzchen auf der Stelle kündigen?!

  2. #2 von Harald am 31/08/2013 - 11:42

    „Gewaltmonopol“, „Meine Straße“.

    Die Berliner Polizei hat ein großes Integrationsdefizit.

  3. #3 von Harald am 31/08/2013 - 12:07

    Aussagekräftiger,
    weil real,
    wäre statt des Bildes eines geschützten, behelmten Bereitschaftspolizisten (Morgenpost)
    das „gewöhnlicher“ Streifenpolizistinnen und Polizisten,
    finde ich.

  4. #4 von Lomar am 31/08/2013 - 12:17

    Ich lach mich schlapp. 😀
    In Deutschland muss die Polizei von den Menschen geschützt werden!!! Es klingt schon etwas vorwurfsvoll, dass da einfach 70 Leute rumstanden, die die arme Polizei nicht schützen konnten oder wollten. Ich gehe mal von letzterem aus, ausgehend von der Lokalität des Geschehens. Das gibts nur hier. Eigentlich sollte es doch umgekehrt sein. Dass nämlich die Polizei unschuldige, wehrlose Bürger vor aggressiven schützt. Aber davon haben wir uns ja irgendwie schon lange verabschiedet. Man stelle sich vor in den USA oder in Russland würde man das mit der Polizei machen! Die wären doch sofort auf der Straße erschossen oder verprügelt worden.
    Und hier durften die ihre Fahrt noch fortsetzen. 😀
    Man muss sich das mal vorstellen!!!
    Dieser Staat ist einfach nur noch eine Lachnummer. XD
    Aber Steuergelder abpressen können sie ohne Unterlass und Gnade. Allerdings auch nur von denen, die keinen Araber- oder Türkenclans angehören.

  5. #5 von peter T. am 31/08/2013 - 12:59

    Niemand sollte die Notfallnummer wählen, weil es keine Notfälle gibt.
    Wollen wir etwa, dass Polizisten/innen im Dienst verletzt werden?
    Wenn wir gerade von Einbrechern bestohlen werden, betrachten wir es doch als persönliche „Aufbauhilfe“ für unterentwickelte EU Mitgliedsländer.-
    Werden wir auf der Strasse um die Herausgabe von Wertgegenständen gebeten, haben wir die falsche Strassenseite benutzt und sollten Besserung geloben und den Blick senken.- Werden wir im ÖPNV verprügelt, sollten wir demnächst diesen Hinweis befolgen und den Jugendlichen gleich Platz machen und ihnen unseren Sitzplatz anbieten, denn es sind schließlich die Kinder unserer Fachkräfte, denen wir unseren Wohlstand verdanken. Wer hat denn nach unserem !!! Krieg den Laden wieder aufgebaut? Na?.- Unsere Fachkräfte!

  6. #6 von Sempronius Densus Bielski am 31/08/2013 - 13:00

    Wenn die Polizei nicht sich selbst schuetzen kann, dann kann sie auch nicht die Buerger nicht schuetzen. Die logische Folge sind Buergerwehren oder Milizen, mit allen vor und Nachteilen.

  7. #7 von patzer am 31/08/2013 - 13:35

  8. #8 von Harald am 01/09/2013 - 15:16

    „Deutschland muss bunt werden!“

    Der Wunsch hatte viele Väter:

    Geschäftemacher, die e bissl weniger Staat,
    e bissl mehr Chaos und Nebel,
    Geldflüsse und so,
    Systemgegner,
    die das Sytem kaputt machen wollen,
    zum beträchtlichen Teil nachvollziehbar auch solche,
    die „nie wieder ein National-(sozialistischer) Staat“ auf die Fahnen gexhrieben hatten,
    und, und, und…..

    Ein Einzelfall von heute:

    http://www.bz-berlin.de/tatorte/tuersteher-39-vor-soda-club-erschossen-article1729781.html

    Ihnen allen sei die Frage gestellt:

    „Bunt genug?“
    …oder darf es noch e bissl mehr sein?

  9. #9 von Harald am 01/09/2013 - 15:19

    (Geldflüsse und so)…

    …das muss in Klammern,
    sonst blickt womöglich kaum eine Sau durch.

  10. #10 von Harald am 01/09/2013 - 15:30

    Unbekannte sprengen Geldautomaten

    Die wievielte Sprengung innerhalb der letzten 8 Wochen in Berlin ist das?
    Die zehnte?
    Oder waren es schon mehr?

    http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/388698/index.html