Rot-Grün verprellt Stammwähler

Sozialarbeiter, Journalisten und Lehrer sind die Berufsgruppen, die aus unerfindlichen Gründen grundsätzlich grün wählen. Ihnen hat auch die neue Landesregierung von Niedersachsen die Macht zu verdanken – und beginnt gleich mit einem Paukenschlag. Denn mit nichts kann man deutsche Lehrer mehr schockieren, als mit der Idee, sie länger arbeiten zu lassen. Menschenunwürdige 24,5 Stunden sollen die Pädagogen jetzt arbeiten. Jede Woche … außer natürlich die 13oder 14 Ferienwochen. Das verstößt eklatant gegen eine Grundregel des berufes, nach der ein Lehrer vormnittags Recht und nachmittags frei hat.

Die WELT berichtet:

Um ihre vielen schulpolitischen Reformvorhaben abzusichern, will die neue rot-grüne Landesregierung in Hannover die Arbeitszeit für die Gymnasiallehrer um eine auf dann 24,5 Stunden pro Woche anheben. Dagegen aber regt sich nun Widerstand auf breiter Front. Sowohl der konservative Philologenverband wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wollen am Donnerstag vor den Landtag ziehen. Erwartet werden bis zu 6000 Pädagogen, es ist nach sechs Monaten Amtszeit die erste große Protestdemonstration, mit der sich Rot-Grün konfrontiert sieht.

Mit derzeit 23,5 Stunden Unterrichtsverpflichtung bewegt sich Niedersachsen im bundesweiten Vergleich derzeit am unteren Rand, in Schleswig-Holstein sind 35,5 Stunden. Aber die Lehrer sind dennoch aufgebracht, weil Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) gleich noch ein altes Versprechen einkassiert. Anders als zugesagt wird auch die Zahl der Ermäßigungsstunden für ältere Lehrer nicht erhöht.

Fest im Blick hat die Ministerin dabei immer die Unterrichtsversorgung: Sie soll wie zu Zeiten der schwarz-gelben Landesregierung um die 100 Prozent pendeln, weil jede Unterschreitung ein gefundenes Fressen für die jeweilige Opposition ist. Und nach einem Jahrzehnt in der Opposition wollen SPD und Grüne auch eigene reformpolitische Duftmarken setzen, so die Inklusion, als die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderung. Mehr Ganztagsschulen sollen es sein und im kommenden Jahr wird es absehbar einen Boom bei neuen Gesamtschulen geben: Die neue Landesregierung ändert die gesetzlichen Voraussetzungen – auch kleine Gesamtschulen werden möglich mit nur vier und in Ausnahmefällen sogar nur drei Klassen je Jahrgang.

Die Lehrerverbände im Deutschen Beamtenbund und die GEW aber hielten am Montag dagegen: „Es geht nicht an, das die Landesregierung die Fehler und Versäumnisse der Politik auf Kosten der Lehrkräfte lösen will“. Und auch den Verweis auf die Unterrichtsverpflichtung von 28 Stunden an Grundschulen und 27,5 Stunden an Hauptschulen lassen die Lehrerorganisationen nicht gelten. Diese hohe Unterrichtsverpflichtung sei „ein Skandal, der nicht dadurch besser wird, dass die Arbeitszeit der Gymnasiallehrerkräfte erhöht wird“. Anders als in anderen Bundesländern gebe es in Niedersachsen weniger Entlastungsstunden für Klassenlehrer und Tutoren und die Verpflichtung zu schriftlichen Klassenarbeiten in allen Fächern außer Sport.

  1. #1 von Krokodil am 28/08/2013 - 10:16

    Und deswegen sind es ausgerechnet Lehrer, die unseren Kindern die Welt erklären sollen.
    Rechnen, lesen, schreiben lernen die Kinder heutzutage zu Hause.

  2. #2 von Krokodil am 28/08/2013 - 10:28

    Auch dazu haben ich etwas bei ef gefunden. Hatte schon ein paar Monate nicht mehr da rein gesehen…

    http://www.ef-magazin.de/2013/08/27/4432-lehrerausbildung-brich-du-sau

  3. #3 von NSA am 28/08/2013 - 10:51

    Rot-Grün verprellt seine Stammwähler? Na ja, wenn man bedenkt, daß immer noch über 40 Prozent dieses Kroppzeug wählen – wenn man die Blutroten dazuzählt, die ja auch von einigen Journalisten und Lehrern unterstützt werden, ist das anscheinend noch nicht genug. 😦

  4. #4 von Heimchen am Herd am 28/08/2013 - 11:30

    Mit den Lehrern stand und stehe ich seit Jahren auf dem Kriegsfuß!!!

    Alles „Besserwisser“ und haben KEINE Ahnung!!! :mrgreen:

  5. #5 von Lomar am 28/08/2013 - 12:00

    Dem ersten Satz des Artikels widerspreche ich. Ich bin selbst Sozialarbeiter und habe noch nie Grün gewählt. 😉

  6. #6 von NSA am 28/08/2013 - 12:18

    @Lomar

    😆

    Na ja, es gibt ja noch andere „moralische Instanzen“:

    MLPD, PSG, DKP, KPD, DIE LINKE…

    Nehmen alle seit Jahren teil. Was darf’s denn diesmal sein? 😉

  7. #7 von Lomar am 28/08/2013 - 12:22

    Diesmal wirds wohl die AfD 😉
    Aber von den genannten anderen „moralischen Instanzen“ hab ich auch noch nie eine gewählt. Da hack ich mir lieber die Hand ab. Die braucht man ja als Sozialarbeiter nach bestimmten vorgefassten Meinungen eh nicht.

  8. #8 von Heimchen am Herd am 29/08/2013 - 20:52

    Mach die Grundschule dicht, Jürgen!
    Von Birgit Kelle

    Wer hat noch keine Frauenquote, wer will noch eine? Meine Lieblingsverbotspartei, die Grünen, ist nicht nur ganz vorne mit dabei, wenn es darum geht, was wir unmündigen Bürger alles nicht mehr tun dürfen, sie haben auch den Spitzenplatz bei den Dingen, die wir gefälligst tun sollen.
    Herr Trittin zum Beispiel hat neuerdings weitere Vorschläge: Nachdem die EU bereits geplant hat, eine Frauenquote von 40 Prozent auch für kleinere Betriebe einzuführen, zeigen die Grünen mal wieder, daß auf der Skala des gendersensiblen Wahnsinns nach oben noch Platz ist. Warum nur 40, wenn auch 50 Prozent drin sind? Quote also bald bis in den letzten Zipfel unserer Gesellschaft. Weil es ja wirklich unerhört ist, daß Männer und Frauen immer noch unterschiedliche Berufe und Positionen in der Wirtschaft haben.
    Klarer Fall von Männerdiskriminierung

    Nun fordert Trittin eine „paritätische Geschlechterverteilung bei allen vom Bund finanzierten Projekten und Institutionen“. Aha …Wie darf ich mir das vorstellen? Immerhin finanziert der Bund mit Milliardenbeträgen sehr viele Projekte und auch Institutionen wie Schulen, Universitäten, Kulturbetriebe und vieles mehr.
    Finanziert der Bund dann nur noch Projekte, von denen genauso viele Männer profitieren wie Frauen? Oder finanziert er gar nur noch Institutionen, in denen genauso viele Männer arbeiten wie Frauen? Vorsicht Herr Trittin, dann müßten Sie alle Grundschulen im Land sofort schließen, dort arbeiten nämlich fast nur Frauen, also klarer Fall von Männerdiskriminierung.
    Und wenn sich einfach nicht genug Frauen finden, die in der öffentlichen Verwaltung arbeiten wollen, zwingen wir sie dann dazu, oder schließen wir die jeweiligen Ämter?
    Weltfremd

    Es ist einfach weltfremd, was den Grünen im allgemeinen und Herrn Trittin im besonderen vorschwebt. Frauen lieben andere Berufe als Männer. Das ist nicht diskriminierend, das ist gelebte Vielfalt und Freiheit. Freiheit – vielleicht sollte man die Definition dieses Wortes einmal in der Grünen-Zentrale aufhängen, so zur Erinnerung.

    Was den Grünen vorschwebt, ist eine Planwirtschaft mit gendersensibler Ausrichtung, wo ungeachtet persönlicher Präferenzen erzwungen werden soll, daß Männer und Frauen sich vom Lieblingsessen über die Berufswahl bis hin zur Bezahlung die ganze Welt schön 50:50 aufteilen.
    Gleichstellung zwischen Mann und Frau also erst erreicht ist, wenn nicht nur alle das gleiche dürfen, sondern erst, wenn auch wirklich alle das gleiche tun. Im Ergebnis: Gleichmacherei. Vermutlich werden dann nicht mehr die Finanzexperten, sondern die Gleichstellungsbeauftragten die öffentlichen Haushalte verteilen, je nach Geschlechterplan. Hat auch was Gutes, dann haben die Damen wenigstens endlich was zu tun …

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M564ab6765d0.0.html

    Ich Birgit Kelle nicht klasse?? Ich liebe SIE !!! 🙂