Der Westen verspielt seine letzten Sympathien

Als das Militär in Ägypten den pro-westlichen Diktator Mubarak stürzte, jubelten die politischen Selbstmörder des Westens, allen voran Präsident Obama und Guido Westerwelle. Als die an die Macht gekommenen Muslimbrüder, aus tiefster religiöser Überzeugung unsere erbitterten Feinde, die israelische Botschaft angriffen und koptische Christen verfolgten und ermordeten, schwiegen die Herren. Jetzt, da das Militär mit Unterstützung des säkular eingestellten Teiles der Ägypter das Treiben beendet und den Absturz in einen vorzivilisatorischen Folterstaat in letzter Minute verhindert hat, beschimpfen dieselben westlichen Politiker dies als Militärputsch und stellen sich offen auf die Seite der Fanatiker. Ist das noch fehlender Verstand oder schon böse Absicht? Während Leichtmatrose Westerwelle eh nur Geschwätz abzusondern hat, greift Obama massiv ein und sperrt dem ägyptischen Militär die Waffenlieferungen, mit denen man zuvor gegenüber libyschen und anderen Terrorbanden so großzügig war. Die ägyptische Jugend, vielleicht die letzte, die in der arabischen Welt noch Sympathien für den Westen und seine demokratischen Ideen hegt, ist entsetzt über den Verrat und wendet sich ganz offen Russland und China zu. Die werden sich das nicht zweimal sagen lassen.

Die ZEIT berichtet, wie die ägyptische Jugend „dem Militär verfällt“:

Wie in zwei riesige feindliche Heerlager geteilt steht sich Ägyptens Bevölkerung inzwischen gegenüber. Jede Hälfte möchte die andere am liebsten aus dem Land werfen. Die gegenseitige Dämonisierung hat längst Züge einer Massenhysterie angenommen. „Die Armee muss den Terror ausrotten“ hängt als Riesenbanner quer über dem Tahrir-Platz. An allen Zugangsstraßen sind gepanzerte Fahrzeuge der Armee postiert. Den ganzen Tag über strömten Hunderttausende zusammen, um ihrem Armeechef das vor zwei Tagen von ihm eingeforderte Volksmandat gegen „Terroristen und Gewalt“ zu erteilen.

Dass damit die Muslimbrüder gemeint sind, daran lässt hier niemand einen Zweifel. Devotionalienhändler bieten den neuen Nationalhelden in Generaluniform inzwischen in vielen Variationen an: Sissi mit Nasser, Sissi mit Sadat, Sissi mit dem koptischen Papst. Nur Sissi mit Mubarak gibt es noch nicht im Programm.

Die Armee hatte am Donnerstag den Ton noch einmal verschärft und der Muslimbruderschaft ein Ultimatum als „die letzte Chance“ gestellt. Entweder die Islamisten würden bis Freitagabend „dem Start der Nation in die Zukunft“ beitreten, oder man werde die bisherige Strategie ändern, hieß es sybillinisch-drohend. Obendrein erließ Ägyptens Justiz am Freitag erstmals einen Haftbefehl gegen den seit drei Wochen weggesperrten gestürzten Staatschef Mohammed Mursi und nahm ihn in Untersuchungshaft.

Ägyptens Armee sucht im Machtkampf mit den Muslimbrüdern jetzt die volle Konfrontation. Daran können auch Mahnungen des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon und westlicher Staatschefs nichts ändern, ebenso wenig ein Lieferstopp für US-Waffen. In dem von Sissi inszenierten Militärrausch bleiben zudem Übergangspräsident und Übergangsregierung nur noch die Rollen schweigender Statisten.

Die Sprecher der Jugendbewegung Tamarod wiederum geben sich einer Jubelrhetorik hin, die selbst zu Zeiten des früheren autoritären Präsident Hosni Mubarak übertrieben gewirkt hätte. Und neben den Feinden im Inneren haben sie auch die Gegner im Äußeren ausgemacht. „Katar, Türkei, USA und Deutschland sind die Feinde Ägyptens“, heißt es auf Plakaten einiger. Grund dafür sind Forderungen aus Washington und Berlin, Mursi freizulassen. Das gilt für sie als Verrat. Und jeder, der den 3. Juli einen Militärputsch nennt, meint es in ihren Augen ebenfalls nicht gut mit Ägypten. „China und Russland werden uns helfen, wir brauchen Amerika nicht mehr“, trompetet Fathi Hamdi, der im Nildelta ein kleines Textilgeschäft besitzt.

Ähnlich schlecht sind auch die Muslimbrüder in ihrem Mursi-Kosmos rund um die Rabaa-Adawiya-Moschee auf die USA zu sprechen, weil Präsident Barack Obama das Reizwort Putsch einfach nicht in den Mund nehmen will. Alle Zufahrten zu dem kilometerlangen Asphalt-Zeltplatz haben sie mit Betonklötzen und Sandsäcken befestigt. In den letzten drei Wochen ist hier eine Art Protestroutine eingekehrt. Argumente und Reden wiederholen sich dabei ebenso wie das Zeltleben in seinem täglich wiederkehrenden Ramadan-Rhythmus.

Dicht an dicht reihen sich die Behausungen aneinander, unter einer Plane wohnen „Anwälte für Mursi“, unter einer anderen „Bauern für Mursi“ und unter einer dritten „Lehrer für Mursi“. Überall hängen, säuberlich an den Holzstangen befestigt, die Plastiktüten der Bewohner mit Zahnbürste, Seife und einigen Habseligkeiten. Vormittags sammeln die Zeltinsassen untereinander Geld. Abends bekommen sie dafür zum Fastenbrechen Essen geliefert, das in Großküchen auf den Protestboulevards oder in Restaurants der Umgebung gekocht wird.

  1. #1 von mike hammer am 27/07/2013 - 10:59

    unterdessen jamert ein ex-general tm obama lager das die USA wegen israel bei den arabern unbeliebt ist. das die USA den arabern weit mehr zahlt als den israelis darf wohl nicht raus kommen.

    OT- EU-Bummarang

    nach antiisraelischen/(antijüdischen?) beschlüsse der EU-AUTOKRATEN gegen die juden in
    judea und samaria, hat israel die zusammenarbeit dort mit der EU eingefroren.

    nach dem befehl von verteidigungsminister yaalon kommt weder terroristen-unterstützung
    in form von EU-Geld noch Delegationen über israel nach Gasa oder judea&samaria. 😛

  2. #2 von mike hammer am 27/07/2013 - 11:03

    die EU reagiert, wie immer, ein Hünerhaufen gacker, gacker, besorgt, iritiert.
    was ein debiles personal, russen hättenschon 3-4 schritte voraus geplant. 🙄

  3. #3 von mike hammer am 27/07/2013 - 11:10

    TÜRKEI lässt vogel frei, es sollte ein mossadspion sein, nun ist die unschuld bewiesen. 😉

  4. #4 von Heimchen am Herd am 27/07/2013 - 11:14

    Israel friert EU ein

    Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 26. Juli 2013

    EU Projekte zugunsten der Palästinenser in den von Israel besetzten und militärrechtlich verwalteten Gebieten sollen eingefroren werden. Das hat der israelische Verteidigungsminister Mosche Ya‘alon beschlossen. Medienberichte dazu wurden vom Verteidigungsministerium bestätigt.

    Ya‘alons Beschluss ist Israels Antwort auf neue EU-Richtlinien mit dem Ziel, eine Kooperation von EU-Institutionen mit israelischen Einrichtungen und Organisationen zu unterbinden, die entweder ihren Sitz jenseits der „Grünen Linie“ haben, von den Palästinensern und der EU auch als „Grenze von 1967“ bezeichnet, oder die in den besetzten Gebieten aktiv sind, in den Siedlungen oder in Ost-Jerusalem.

    Gemäß dem Beschluss Ya‘alons will Israel EU-Diplomaten und -Offiziellen keine Passierscheine für Reisen in die besetzten Gebiete mehr austeilen oder erneuern. Deren Einreise in den Gazastreifen über den Erez-Kontrollpunkt soll erschwert werden.

    Weiter Bei Heplev!

    http://heplev.wordpress.com/2013/07/26/israel-friert-eu-ein/

    Sehr schön! 😉