In Neuss qualmt der Vesuv

Das radikale Rauchverbot der rot-grünen Landesregierung in NRW hat zu großem Unmut der Bürger geführt, zielt es doch auf den Ruin jener Eckkneipen und Zeltfeste, die die Volkskultur im Lande besonders prägten und als Brutstätten nicht genehmer Stammtischmeinungen gelten. Bürgermeister verstehen sich hier im allgemeinen als verlängerter Arm der Obrigkeit, die deren Interessen gegen die Bürger durchsetzen. Nicht so in Neuss. Die Stadt, die auch wegen des imer noch imensen Einflusses von Schützenbruderschaften den Linken im benachbarten Düsseldorf suspekt ist, freut sich über einen Oberbürgermeister, der den Oberen mächtig Zunder gibt und die Interessen seiner Bürger vertritt. Herbert Napp (CDU) ist nicht nur wegen seiner Liebe zum Tabak als Vesuv von Neuss bekannt. Nicht nur, dass er sich weigerte, Mitarbeiter des Ordnungsamtes zum Ausschnüffeln von Gaststätten und der Einhaltung des Rauchverbots loszuschicken, auch selber besteht er darauf, in seinem Büro weiter zu rauchen. Eine Provokation für die roten Machthaber, die dankbar die Anzeigen von Nichtrauchersekten und Denunzianten aufgreifen, um den starken OB zu maßregeln.

Die Rheinische Post berichtet:

Die Bezirksregierung weist den Landrat des Rhein-Kreises an, das Rauchverbot im Amtszimmer des „Vesuvs von Neuss“ durchzusetzen. Aber Bürgermeister Herbert Napp gibt sich nicht geschlagen.

Der Neusser Bürgermeister Herbert Napp (CDU) denkt darüber nach, einen Teil seiner dienstlichen Pflichten künftig von zu Hause aus zu erledigen. Denn da darf er das, was ihm in seinem Dienstzimmer nun untersagt wird: Rauchen. Per Boten hat ihm sein Parteifreund Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises, gestern Nachmittag eine entsprechende Anordnung zugestellt. Sie erfolgte nicht freiwillig, sondern auf Anweisung der vorgesetzten Bezirksregierung Düsseldorf. „Das geht zu weit“, kommentierte Napp das Verbot. Der CDU-Bürgermeister ist als „Vesuv von Neuss“ und Redner bei Demonstrationen gegen das Nichtraucherschutzgesetz längst zur Galionsfigur der bekennenden Raucher geworden. Er will sich deshalb auch nicht geschlagen geben.

Wie viele öffentliche Gebäude ist auch das Neusser Rathaus seit Jahren rauchfrei. Das schließt ein Rauchverbot für alle Mitarbeiter am Arbeitsplatz ein, betont der Personalratsvorsitzende Wilfried Derendorf. Nur der Bürgermeister hält sich daran ebenso wenig wie an das Nichtraucherschutzgesetz. „Ob ich in meinem Büro rauche oder nicht, hat mit Nichtraucherschutz nichts zu tun“, sagt er. „Denn dann ist kein Nichtraucher dabei.“

Nach öffentlichen Äußerungen, auch künftig im Büro rauchen zu wollen, nahm die Nichtraucher-Lobby den streitbaren Verwaltungschef ins Visier. Die Aufforderung an den Stadtchef feiert sie als Erfolg. „Napp hat sich wie ein König aufgeführt“, sagt Siegfried Ermer, Vorsitzender des Nichtraucherverbands „Pro Rauchfrei“. Die Entscheidung der Bezirksregierung zeige, dass auch ein Bürgermeister nicht über Recht und Gesetz steht. Der nach eigenen Angaben größte Nichtraucherverband Deutschlands fordert Landrat Petrauschke auf, die Dienstanweisung aus Düsseldorf unverzüglich umzusetzen.

„Pro Rauchfrei“ hatte sich ebenso wie das in Berlin beheimatete „Aktionszentrum Forum Rauchfrei“ seit Anfang des Jahres bemüht, dem „Vesuv von Neuss“ das Rauchen abzugewöhnen. Nach einer Beschwerde beim Neusser Ordnungsamt wurde der Landrat als Kommunalaufsicht eingeschaltet. Der jedoch winkte ab mit dem Hinweis, die Stadt habe ein Raucherzimmer eingerichtet – und tat den Fall zu den Akten. „Das war eine vernünftige Stellungnahme“, meint Napp, der hoffte, dass damit das Thema erledig wäre. Doch die Nichtraucher legten nach: Eine Anfrage des Forums an das Landesgesundheitsministerium bestätigte dessen Auffassung, dass der Bürgermeister sein Büro nicht zum Raucherraum umfunktionieren könne. Und weil auch danach nichts passierte, legte „Pro Rauchfrei“ eine Fachaufsichtsbeschwerde bei der Bezirksregierung ein. Die stellt nun fest: „Raucherräume eignen sich nicht, Dritte zu empfangen.“ Selbst wenn nicht geraucht würde, gäben Teppiche oder Gardinen Schadstoffe ab.

Der Landrat ist nun angewiesen, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die rechtswidrige Nutzung des Dienstzimmers zu unterbinden. Sie sei sicher, so eine Sprecherin der Bezirksregierung, dass der Landrat als „öffentlicher Bediensteter und Kenner der Rechtsvorschriften“ rechtliche Bestimmungen durchsetze. Bis Mitte Juli soll Petrauschke einen Bericht vorlegen. Diese gleiche Frist räumte er auch Napp ein.

rauchverbot in neuss

  1. #1 von olli am 30/06/2013 - 15:25

    Ob er zuhause wirklich Rauchen darf?In Irland darf man im Betriebsauto nicht Rauchen-auch wenn man alleine ist!

  2. #2 von Harald am 30/06/2013 - 21:14

    „Wie war´s heute im Büro?“
    „Herrlich, er hat mich so richtig durchgeraucht!“

  3. #3 von Harald am 01/07/2013 - 12:53

    Porterhouse-Steak gibt´s ab sofort nur noch heimlich auf´m Klo.
    Der offzielle Einkauf mit Jutebeutel für heute Abend ist beschlossene Sache.
    Körner- und Grünzeug .

    Die 35 Tage abgehangenen Steaks werden von einem mit Sonnenbrille und Sombrero getarnten Strohmann abgeholt.