Migrant an Migrant

Gastbeitrag von Claudio Casula, gefunden auf der Achse des Guten 

Allerwertester Herr Kolat!

Hin und wieder nehme ich Ihre öffentlichen Äußerungen (aktuell: die Forderung nach einer Migranten-Quote in Amtsstuben) zur Kenntnis. Kopfschüttelnd, muss ich sagen. Und das, obwohl ich selbst einen „Migrationshintergrund“ habe.

An einem Tag des Jahres 1961 stand mein Vater mit einigen Habseligkeiten im Koffer auf einem Bahnsteig irgendwo im Ruhrgebiet. Zurückgelassen hatte er das bitterarme sardische Bergdorf, in dem er aufgewachsen war und in dem es für ihn keine Zukunft gab. In Deutschland suchte man Arbeitskräfte, also hatten er und ein paar weitere junge Männer sich auf den Weg ins Ungewisse gemacht. Von Willkommenskultur war damals keine Rede, von „Einwanderern“, die eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellten, erst recht nicht. Tatsächlich schaute man zu jener Zeit allgemein auf die Ausländer oder „Gastarbeiter“ herab, die Schmähung als „Itaker“ oder „Spaghettifresser“ war keine Seltenheit.

Mein Vater und seine Freunde kannten hier keinen Menschen, und niemand sprach ein Wort Deutsch, alles war ihnen fremd, also blieben sie erst einmal unter sich und fügten sich in die ungewohnten Bedingungen im damals potthässlichen Revier mit seinen rauchenden Schloten. In einem italienisch-deutschen Sprachführer für Arbeiter in Eisenbahnbetrieben standen Sätze wie „Sie haben schlecht gearbeitet“ oder „Es ist verboten, Frauen in die Unterkünfte mitzunehmen“ – das war so der Ton, den man gegenüber den Gastarbeitern, die eines Tages hoffentlich wieder verschwinden würden, anschlug. Die Neuankömmlinge nahmen es hin, wie alles andere, schließlich hatten sie selbst nicht vor, ewig zu bleiben. Ein paar Jahre, vielleicht, in denen man die in Italien zurückgebliebenen Familienmitglieder ein wenig unterstützte, und dann würde es wieder in die Heimat gehen.

Daraus wurde für die meisten von ihnen nichts. Mehr oder weniger gut lernten sie die Sprache, fassten Wurzeln, gründeten Familien, passten sich an, ohne ihre kulturellen Eigenarten abzulegen. Und wurden zu einem Teil dieses Landes. Nie wären sie auf die Idee gekommen, sich zu beklagen, obwohl niemand ihnen Sprachkurse anbot oder mit einem Antrag auf Staatsbürgerschaft hinterherlief. Erst recht nicht blickten sie mit Verachtung auf die Gesellschaft, die sie – wenn auch aus Eigennutz, natürlich – aufgenommen hatte. Und das galt für Italiener ebenso wie für Portugiesen, Spanier, Griechen oder Türken.

Vor allem machten sie in aller Regel keine Probleme. Ihre Kinder wuchsen mit der deutschen Sprache auf, bauten bisweilen ihr Abitur und studierten. Ich kann mich nicht erinnern, jemals finster blickenden Islamistenbartträgern in langen Mänteln oder komplett verschleierten Frauen begegnet zu sein, ja, nicht einmal in Rotten lautstark „Respeeekt!“ einfordernden oder auch nur auf die Straße rotzenden Burschen, die tiefe Verachtung für die Mehrheitsgesellschaft gehegt hätten. Diese Zeiten sind längst vorbei, Herr Kolat. Heute gibt es ganze Viertel, um die man lieber einen großen Bogen macht.

Wenn wir in Deutschland ein strukturelles Problem haben, ist das kaum „Rassismus“, wie Sie behaupten, jedenfalls nicht der Mehrheitsgesellschaft, vereinzelt mag es den noch geben. Was wirklich ein strukturelles Problem ist: dass heute große, allzu große Teile einer zugewanderten Gruppe unter uns leben, die nicht hierherkommen sind, um zu arbeiten und Teil dieser Gesellschaft zu werden, sondern um sich ins gemachte Nest zu setzen – und gern auch mal die Verwandtschaft oder gleich das ganze Dorf mitzubringen („Netzwerk-Migration“ haben Sie das mal in einem Interview ebenso euphemistisch wie unfreiwillig komisch genannt). Dass diese Leute sich nicht die Bohne für das Land interessieren, in das sie „migrieren“, dass sie sich weigern, die Sprache zu lernen und dass sie auf Bildung pfeifen, weshalb sie sich auch nur selten oder gar nicht auf Elternabenden in der Schule blicken lassen. Dass sie doppelt so häufig die Schule ohne Abschluss verlassen und doppelt so oft arbeitslos sind wie „Biodeutsche“.

Dafür liegen sie in der Kriminalitätsstatistik vorn; wenn man sich etwa den Prozentsatz der „südländischen“ (Polizeideutsch für die türkisch- und arabischstämmigen) Intensivstraftäter in Berlin anschaut, wird einem schwarz vor Augen. Und beim Al-Quds-Tag tragen sie auf offener Straße Judenhass und Sympathie für islamistischen Terrorismus zur Schau, dass es die Sau graust. Diese Sorte der zugewanderten Muslime – um die nämlich handelt es sich, wenn von „Migranten“ die Rede ist, denn Ostasiaten oder Südeuropäer haben und machen keine Probleme – geben diesem Land nix, aber nehmen, was sie kriegen können. Dennoch stehen sie der deutschen Gesellschaft ablehnend bis feindselig gegenüber. Noch so viele Sprachkurse, runde Tische, Sozialarbeiter, Integrationsbeauftragte und Islamkonferenzen ändern daran nichts.

Sie, Herr Kolat, als Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, täten gut daran, dieses Problem – und es ist ein Problem, ein großes sogar – zu erkennen und Ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Reden ist doch, das zeigt ein Blick in Ihre Biografie, Ihr Metier, ob als Sozialberater, Funktionär oder ehrenamtlich im Vorstand diverser Vereine und Gemeinden. Leider ziehen Sie es vor zu monieren, dass bei der Islamkonferenz auch über Islamismus gesprochen wird. Lieber möchten Sie „Gewalt gegen Muslime“ thematisiert sehen. Von Muslimen ausgeübte Gewalt wohl eher nicht. Die deutsche Gesellschaft, die auf allen möglichen Ebenen Unterstützung anbietet, zeihen Sie des „strukturellen Rassismus“. Und die Thesen Thilo Sarrazins, die mit genügend vielleicht langweiligen, aber leider die Realität widerspiegelnden Statistiken unterfüttert sind, nennen Sie „ausgrenzend, diskriminierend und stigmatisierend“. Sie meinen, die deutschstämmige Bevölkerung müsse sich „auf die Zuwanderer einlassen“? Umgekehrt wird ein Schuh draus, sonst wird das nie was mit der Integration. Hilfreich wäre hingegen: an Türken und andere Muslime zu appellieren, die Chancen, die sich ihnen hier bieten, zu nutzen. Sich Mühe zu geben. Und, ja, auch, sich anzupassen. Die Sprache zu lernen – und nicht zu fordern, dass sich die Lehrer „interkulturelle Kompetenz“ aneignen und womöglich noch in türkischer Sprache unterrichten.

Vor ein paar Jahren sind Sie durch kritische Äußerungen gegen Lehrpläne aufgefallen, die den Völkermord an den Armeniern thematisierten, nicht wahr? Damals meinten Sie, das Thema „gefährde den inneren Frieden“ türkischer Schüler und könne diese unter „psychologischen Druck“ setzen.

Ja, manche Wahrheiten sind schmerzhaft, und zuweilen muss Druck sein. Es gibt genügend muslimische Zuwanderer, die damit keine Probleme haben, die hier ihren Weg gemacht haben, statt abwechselnd zu jammern und zu fordern. So wie andere Einwanderergruppen auch. Sie, Herr Kolat, nehmen aber nur allzu oft die Sorte Leute in Schutz, von denen aus vielerlei Gründen (siehe oben) die Rede sein muss. Denen (und Ihnen) sei gesagt: Wer auf Entgegenkommen jedweder Art – von der Befreiung von Schwimmunterricht und Klassenfahrt über die Vermeidung von Klassenarbeitsterminen im Ramadan bis zur Anerkennung islamischer Feiertage – stets mit weiteren Forderungen reagiert, zieht sich zwangsläufig früher oder später einen gewissen Unmut zu. Denken Sie darüber nach und empfehlen Sie es auch gern Sie-wissen-schon-wem, statt von „Islamophobie“ oder „strukturellem Rassismus“ zu schwadronieren.

Oder rutschen Sie mir, dem Sohn eines Südländers, der wirklich aus einem südlichen Land kommt, aber mit den heute Südländern genannten Typen nur ungern verwechselt werden möchte, den Buckel runter.

  1. #1 von gogo am 30/05/2013 - 15:00

    Bravo Herr Casula!

    Nur selten wird einem was Gutes im Leben geschenkt, den Großteil muß man sich erarbeiten, man muß beständig sein, man muß wollen, man muß kämpfen damit einem nichts geschenkt* wird – dann ist man angekommen, dann wird man akzeptiert, überall in der Welt!

    *chin. Sprichwort: Ich habe Dir nichts geschenkt, warum beschwerst Du dich?

  2. #2 von Heimchen am Herd am 30/05/2013 - 15:21

    „Hilfreich wäre hingegen: an Türken und andere Muslime zu appellieren, die Chancen, die sich ihnen hier bieten, zu nutzen. Sich Mühe zu geben. Und, ja, auch, sich anzupassen. Die Sprache zu lernen – und nicht zu fordern, dass sich die Lehrer „interkulturelle Kompetenz“ aneignen und womöglich noch in türkischer Sprache unterrichten.“

    Dieser sehr gute Rat kommt leider 20 Jahre zu spät!
    SIE, die Moslems( von denen ist ja hier die Rede), haben es schlicht und einfach….

    NICHT MEHR NÖTIG! SIE bekommen ALLES, was SIE wollen, OHNE Gegenleistung und das
    haben SIE vor allem den deutschen Gutmenschen zu verdanken und nicht den Kolat!

    Der Kolat fordert nur deshalb so unverschämt, weil er genau weiß, die Gutmenschen geben
    IMMER nach, ER, KOLAT, wäre ja blöd, wenn er NICHT FORDERN würde!

  3. #3 von Gudrun Eussner am 30/05/2013 - 16:30

    Angela Merkel bedient die Forderungen der Türken. Nun ist der Begriff „Integration“ veraltet, wahrscheinlich, weil die Muslime ihn nicht mögen, und sie spricht von „Teilhabe“, was nichts anderes heißt, als daß sie unsere Gesellschaft zum Selbstbedienungsladen der Muslime macht. Angela Merkel betreibt auf allen Gebieten Ausverkauf, so lange, bis wir zurückbleiben als eine unstrukturierte Masse Menschen, die von ihr noch besser manipuliert werden können.

    Da Deutsche solches mehrheitlich schön finden, wird uns diese Kanzlerin noch lange eerhalten bleiben. 😈

  4. #4 von Meckerer am 30/05/2013 - 16:36

    Kolats Brei den er in Forderungen von sich ist einfach Scheixxe.

  5. #5 von Meckerer am 30/05/2013 - 16:38

    Türken kennen keine Intergration in den Westen, den Affe Mohamed verbietet dies. Musels wollen das die Ungläubigen sich integrierern….

  6. #6 von Tyrannosaurus am 30/05/2013 - 16:46

    Da muß ich entschieden widersprechen! Ich kenne niemanden der auf die Gastarbeiter zu der zeit herabgekukt hätte! Es waren hauptsächlich Italiener, Spanier und Portugiesen die aus wirtschaftlicher Not zu uns kamen! Italien und Spanien stand uns nahe weil wir mit ihnen im WWk 2 verbündert waren! Italien war das Urlaubsland Nr. Eins für Deutsche. Vom 1. bis zum 16. Lebensjahr fuhren meine Eltern mit mir nach Italien in den Urlaub. Wir hatten dort gute Freunde. Als ich meine erste eigene Wohnung hatte wohnte im Haus ein Portugiese und Niemand hat schlecht über den geredet sondern ihn im Gegenteil wegen seines Fleisses und seine Frömmigkeit bewundert. Schließlich waren ja bei uns auch fast alle in Arbeit und das Sozialamt kümmerte sich um die Kriegswitwen und Versehrten. Als der Portugiese genug Geld gespart hatte zog er zurück zu seiner Familie und eröffnete ein Weinlokal. Die derzeitige Einwanderungssituation ist nicht vergleichbar! Heute kommen etliche Sozialschmarotzer, Betrüger und Kriminelle um uns gnadenlos auszubeuten mit Hilfe unsere „Gutmenschlichen Idioten“

  7. #7 von Sanngetall am 30/05/2013 - 17:35

    Wir hatten in meiner Schulklasse in den 1970er / Anfang 1980 er einige „Ausländer“ zumeist „Spaghettifresser“ (italiener) und „Zitronenschüttler“ (Griechen). Auch einen Türken, mit dem mich bis heute eine lose Freundschaft verbindet. Aber dieser Mann mit seiner Familie ist kein Vergleich zu den Kulturberreicherern aus dem ominösen Südland, die sich heute hier tummeln. In Gegenteil, er gibt sich betont Deutsch und spricht breitestes Schwäbisch, um ja nicht in einen Topf mit „dem Gesocks, das nachgezogen ist“ geworfen zu werden (Sein O-Ton; nicht meiner) und seine Eltern geniesen heute Ihre Rente in Deutschland, nicht in der Türkei. Die jugendlichen Schmähungen gegenüber den Griechen und Italienern haben sich schnell gelegt, als sie gutes Deutsch sprachen und hier integriert waren, jeder wollte sie später beim wöchentlichen Klassenwetz auf dem Fußballplatz hinter der Schule in der Mannschaft haben, weil sie einfach genialen Strassenfußball spielten. Heute sind alle Schulkameraden aus dem Ausland Mitte 40, bestens Integriert,und das ohne ständig Sonderrechte für sich zu reklamieren, und einer unserer „Spaghettis“ ist heute sogar Kommissar bei der Polizei.
    Noch Fragen, liebe Gutemenschen?

    Übrigens, Herr Kolat: Wer in ein Land geht, das nicht das seine ist, und den Bewohnern seine Sitten, Gebräuche, Geflogenheiten und Lebensweise bis hin zur Sprache aufzwingen will, der ist kein Migrant, sondern ein Kolonialist.

  8. #8 von Linksmacher am 30/05/2013 - 17:36

  9. #9 von Sahra am 31/05/2013 - 00:08

    Nach meiner Erfahrung sind die hier ARBEITENDEN Ausländer genau so wie Herr Casula äußerst kritisch und in ihren Äußerungen viel drastischer als Deutsche gegenüber den bloß FORDERNDEN Ausländern gleich welcher Nation.

    Schade nur, dass diese Leute viel zu selten in der veröffentlichten Meinung auftauchen. Es würde die Diskussion vielleicht mal wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Deutsche dürfen ja solche Äußerungen nicht mehr machen bzw. wenn sie sie machen, sind sie ja – Vorsicht!: – „rechts“.

  10. #10 von Harald am 31/05/2013 - 07:51

    …den Buckel runterrutschen…

    …mich kann er am Arsch lecken.
    Wir sind doch tolerant.

  11. #11 von Harald am 31/05/2013 - 13:31

    Bei der heutigen Vollversammlung der Körperteile war der Teufel los,
    der Bürzel hat bei dem Namen Kolat heftig protestiert,
    er ließe sich „doch nicht von jedem und schon gar nicht von so einem lecken…“
    und im übrigen mache er „alles dicht“.

  12. #12 von KassandravonTroja am 01/06/2013 - 08:48

    Sahra: Das habe ich auch schon festgestellt. Von gut integrierten Migranten, auch Türken, habe ich schon Äußerungen vernommen einer bestimmten Migrantengruppe gegenüber, da würde den Herren Kolat und Mayzek, Claudia Fatima, der Böhmer sowie all den anderen Gutmenschen der Kinnladen runterfallen.
    Harald: Mich kann der Kolat auch, aber kreuzweise – das muss doch für einen Muslim besonders schrecklich sein – kreuzweise!!!!!!!

  13. #13 von Harald am 01/06/2013 - 09:32

    #12 von KassandravonTroja am 01/06/2013 – 08:48

    …er kann mich kreuz,
    er kann mich quer,
    er kann mich hin,
    er kann mich her…

    Melodie:

    Ich bin der Anton aus Tirol

  14. #14 von Harald am 01/06/2013 - 10:03

    Alle Worte mit (K)(k)reuz sind aus dem Sprachschatz zu tilgen.

  15. #15 von KassandravonTroja am 01/06/2013 - 10:11

    Harald: Also keine Fensterkreuze, keine Straßenkreuzungen mehr und bei gesundheitlichen Problemen, wenn man z. B. einen Kreuzbandriss hat, muss auch ein anderes Wort her. Aus Personennamen sollte das „K(k)reuz“ auch verschwinden.
    Das Schlimme ist ja, dass unsere Politiker voll auf der Welle der Islamisierung unseres Landes schwimmen.