Ägypten erhebt Scharia zur Verfassung

Moslembruder Mursi zeigt, wie Mohammedaner einen Staat übernehmen

Moslembruder Mursi zeigt, wie Mohammedaner einen Staat übernehmen

Jetzt ist es offiziell: Die vom Westen an die Macht geputschten Moslembrüder haben die ägyptische „Demokratiebewegung“ in eine islamische Diktatur nach dem Vorbild von Saudi Arabien und Iran geführt. In einer Parlamentssitzung, die die ganze letzte Nacht andauerte, wurde eine neue Verfassung verabschiedet, die im wesentlichen dem steinzeitlichen blutigen Rachegesetzen des selbsternannten Propheten Mohammed entspricht. Gegner der neuen Gottesdiktatur wurden unflätig beschimpft, die Oppositionskräfte blieben der Sitzung bereits wegen Aussichtslosigkeit demokratischer Interventionen fern. Es werden im Laufe des Tages neue Auseinandersetzungen erwartet. Immer aktuelle Live-Bilder vom Tahrir-Platz in Kairo gibt es via Webcam.

Die WELT berichtet:

Die mehr als 200 Artikel wurden mit großer Mehrheit angenommen, einige sogar einstimmig. Das islamische Recht, die Scharia, soll demnach wichtigste Quelle der Gesetzgebung bleiben, die Rolle der Religionsgelehrten bei der Gesetzgebung gleichzeitig gestärkt werden.

Gestritten wurde in der 15-stündigen Sitzung, die am Freitagmorgen nach Sonnenaufgang endete, unter anderem über Fragen der Pressefreiheit, über die Kompetenzen und den Aufbau der Justizbehörden. Der Vorsitzende des Verfassungskomitees tobte und drohte in der live vom Fernsehen übertragenen Debatte. Einmal wollte er den Saal verlassen, als das Geschrei zu laut wurde.

Die Vertreter der Christen und der säkularen Parteien waren der Abstimmung ferngeblieben, weil die Islamisten ihre Änderungswünsche nicht berücksichtigt hatten.

Mehrere Revolutionsgruppen sowie linke und liberale Parteien haben für den Nachmittag zu einer Protestkundgebung auf dem Tahrir-Platz in Kairo aufgerufen. Sie lehnen den Verfassungsentwurf ab.

Außerdem wollen sie gegen die Erweiterung der Machtbefugnisse des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi demonstrieren.

Für diesen Samstag sind landesweite Kundgebungen der Islamisten geplant, bei denen sie ihre Unterstützung für Mursi zum Ausdruck bringen wollen. Viele Ägypter haben Angst, dass es bei den Demonstrationen erneut zu Gewalt zwischen den Anhängern der beiden Lager kommen könnte.

Der Salafisten-Scheich Mohammed Abdel Maksud drohte dem politischen Gegner. „Wir müssen ihnen nicht den Tahrir-Platz überlassen“, sagte er nach Informationen der Zeitung „Al-Shorouk“.

Die Demonstranten, die auf dem Platz seit einer Woche gegen „den Diktator Mursi“ demonstrieren, bezeichnete der Salafisten-Scheich als „lächerliche Minderheit“. Den Friedensnobelpreisträger Mohammed al-Baradei, der zu Mursis schärfsten Kritikern gehört, nannte er einen „albernen Trunkenbold.“

Präsident Mursi hatte seinen autoritären Kurs in der Nacht zum Freitag noch einmal verteidigt. Er habe seine Erklärung, mit der er unter anderem die Kompetenzen des Verfassungsgerichts vorübergehend beschnitten hat, erlassen, „um die Revolution zu retten“.

  1. #1 von scheylock am 30/11/2012 - 15:02

    Der Westen macht den gleichen Fehler, wie die USA ihn mit Osma bin Laden und den Taliban gemacht haben, wie Jimmy Carter es mit dem Schah tat, und jetzt wiederholen sie das in Syrien: Sie bilden sich ein, sie gewinnen mit diesem Pack gegen ihre Konkurrenten und politischen Gegner Rußland und China.

    Was zu zeiten des real existierenden Sozialismus schon ein umstrittenes Unterfangen war, jetzt ist es nur noch dumm – es sei denn, der als Muslim geborene und in seiner Kindheit so erzogene Barack Hussein Obama wollte die Entwicklung so, wie sie jetzt anrollt. Sein Kratzbuckeln vor dem saudischen König legt das nahe. 😀

  2. #2 von Meckerer am 30/11/2012 - 15:47

    War nichts anderes zu erwarten seit Beginn dea arabischen Frühlings und idiotenpolitker der EU und Gutmenschen begrüssen die islamisten. In Syrien läuft das nicht anders, Assad it das kleinere Übel als diese Terror-islamisten die auch die EU und BRD unterstützt. Das alles bedeutet Christen abschlachten und verjagen usw.

  3. #3 von scheylock am 30/11/2012 - 16:16

    Und sage niemand, er habe es nicht wissen können! Unsere Politiker haben doch ganz andere Informationsmöglichkeiten als ich kleine Bloggeuse. Und schon das, was im Internet ganz offen verbreitet wird, reicht zu wissen, worum es geht.

    Jetzt auch wieder mit der Begeisterung am 29. November, in New York. 65 Jahre vorher hatte die UNO den Arabern einen Staat geboten, alle islamischen Staaten haben abgelehnt und am 15. Mai 1948 sind die Araber in Israel eingefallen, wollten es vernichten und haben verloren.

    Heute steht im Provinzblatt L’Indépendant zum Thema, daß das Datum 29. November 2012 nicht zufällig gewählt sei, denn vor 65 Jahren hätte die UNO dem Teilungsplan und der Schaffung zweier Staaten zugestimmt. Kein Wort dazu, daß die islamischen Staaten dagegen gestimmt haben. Es wurde so dargestellt, daß Israel jetzt endlich eine Staatgründung hinzunehmen hätte.

    Im Figaro wurde die Koinzidenz der Daten nicht erwähnt. Schaut doch bitte mal, wenn’s interessiert, wie das bei uns mit den Daten gehandhabt wird. :mrgreen:

  4. #4 von Pecos Bill am 30/11/2012 - 16:42

    Ich hab das Gesülze unserer doofen, ahnungslosen, naiven, nichts wissenden aber alles besser wissenden gleichgeschalteten deutschen Klugscheißerfernsehpresse noch im Ohr: „Die Muslimbrüder sind doch lääängst brav geworden; die sind doch nicht radikal; die kann man mit der CDU vergleichen.“ Danke für das Gespräch, ihr dummen Nüsse.

  5. #5 von Rationalist64 am 30/11/2012 - 17:34

    Kann man Text der neuen ägyptischen Verfassung irgendwo nachlesen?

    Wie werden jetzt die Rechte der Kopten geschützt? Haben die in Ägypten jetzt überhaupt noch irgendwelche Rechte?

  6. #6 von Gästin am 30/11/2012 - 17:46

    #5 von Rationalist64 am 30/11/2012 – 17:34

    Im Moment liegt noch kein Text vor, nur die Übergangsverfassung von 2011: http://www.almasryalyoum.com/node/380474, die aber das Grundgerüst für die neue abgibt – angereichert um einige Elemente der Shari’ah. Das Ganze wird wohl noch im Dezember in einem Referendum abgestimmt. Das sollte man schon abwarten. Das neue Ding ist noch nicht in trockenen Tüchern.

  7. #7 von almansour am 30/11/2012 - 19:09

    Muselbrüder. Männerbund wie hierzulande auch schon gehabt: Freikorps, Stahlhelm-Bund, SA, SS. Muselbrüder, voller geistigem Fusel, die Brüder..

  8. #8 von Sebastian am 30/11/2012 - 19:42

    #1 von scheylock am 30/11/2012 – 15:02

    Der Westen macht den gleichen Fehler, wie die USA ihn mit Osma bin Laden und den Taliban gemacht haben, wie Jimmy Carter es mit dem Schah tat, und jetzt wiederholen sie das in Syrien: Sie bilden sich ein, sie gewinnen mit diesem Pack gegen ihre Konkurrenten und politischen Gegner Rußland und China.

    Was zu zeiten des real existierenden Sozialismus schon ein umstrittenes Unterfangen war, jetzt ist es nur noch dumm – es sei denn, der als Muslim geborene und in seiner Kindheit so erzogene Barack Hussein Obama wollte die Entwicklung so, wie sie jetzt anrollt. Sein Kratzbuckeln vor dem saudischen König legt das nahe.

    Sehr guter Kommentar, der meine vollste Zustimmung findet .
    Wort für Wort .

  9. #9 von Bäri am 01/12/2012 - 19:13

    Wen wunderts?