Jetzt hat Iran Plutonium

1945 wurde in Nagasaki erstmals eine Plutoniumbombe eingesetzt. Der komplizierte Zündungsmechanismus dürfte inzwischen auch für Länder wie den Iran beherrschbar sein.

Seit Jahren konzentriert sich die Sorge internationaler Experten auf die im Iran recht offen betriebene Anreicherung von Uran bis hin zu einer waffentauglichen Menge. Ganz vergessen wurde dagegen offenbar ein seit den 70er Jahren bekannter Effekt, der mit Hilfe des als zivil eingeschätzten Atomreaktors Busher jetzt schon kurz nach dessen Inbetriebnahme  vom Mullahregime genutzt wird.

Wenn die Brennelemente nicht wie vertraglich vorgesehen für ihre reguläre Nutzungsdauer im Reaktor bleiben und anschließend an den Lieferanten Russland zurückgegeben, sondern vorzeitig entnommen werden, lassen sich daraus erhebliche Mengen Plutonium gewinnen. Genau dies ist jetzt geschehen – die technischen Mittel zur Abtrennung des Plutoniums hat sich Iran seit Jahren besorgt. So könnte das schiitische Regime, das an die Wiederkehr des Mahdi glaubt, sobald die Juden vernichtet und die Welt ins Chaos gestürzt wurde, unmittelbar vor der Herstellung von Plutoniumbomben in großer Anzahl stehen. Welcher Politikertrottel hätte vorhersehen können, dass die religiösen Wahnsinnigen in Teheran sich nicht an die Abmachung halten würden?

Die WELT berichtet:

Verständlicherweise berichtete die Tagespresse vor allem über Veränderungen der Anreicherungskapazitäten in der unterirdischen Anlage Fordo. Die eigentliche Brisanz des Berichts ergibt sich hingegen aus zwei Sätzen unter dem Punkt „Verschiedenes“.

Danach hat der Iran die IAEA mit einem Schreiben vom 15. Oktober informiert, dass ab dem 22. Oktober aus dem Leichtwasserreaktor in Buschehr Brennelemente entnommen und in ein Abklingbecken verbracht würden. Die IAEA habe, so der Bericht weiter, bereits am 6. und 7. November aus diesem Anlass den Reaktor Buschehr überprüft und bestätige, dass sich die Brennelemente tatsächlich im Abklingbecken befänden.

Dieser für jeden Nichtfachmann harmlos wirkende Sachverhalt hat es in sich. Er kann technischen Notwendigkeiten entspringen – was in Buschehr schon einmal der Fall war und unproblematisch wäre. Es kann aber auch der Einstieg in die Produktion von waffenfähigem Plutonium sein. Das würde eine dramatische Ausweitung und Beschleunigung der iranischen Nuklearrüstung bedeuten; der westliche Verhandlungsansatz mit dem Iran wäre damit zunächst gescheitert.

Die inzwischen bekannt gewordenen Begründungen des Iran für dieses Vorgehen bietet allerdings eher Anlass zur Sorge als zur Beruhigung. Wenn der iranische Vertreter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, den Transfer von Brennelementen als „normales technisches Verfahren“ beim Übergang der Verantwortung in Buschehr von Russland auf den Iran bezeichnet, dann ist dies kaum glaubwürdig.

Dass die IAEA die Aktivitäten in Buschehr als gravierendes Problem sieht, zeigt nicht nur die absolut ungewöhnliche sofortige Überprüfung des Reaktors, die kritischen Kommentare vieler in Wien ansässiger Diplomaten sprechen darüber hinaus eine deutliche Sprache. Schließlich überrascht es nicht, dass die IAEA einen geheimen Bericht über die aktuellen Vorgänge in Buschehr hat anfertigen lassen.

Die Sorgen der IAEA und von Nuklearexperten ergeben sich aus dem möglichen – nicht notwendigerweise wahrscheinlichen – „worst case“, der mit der Entnahme von Brennelementen verbunden sein könnte.

Leichtwasserreaktoren galten lange Zeit als ungeeignet für die Verbreitung von spaltbarem Material, die Mehrheit der einschlägigen Experten ist jedoch vorsichtig in der Beurteilung dieses Reaktortyps geworden. Denn er kann eben nicht nur zur Energiegewinnung eingesetzt werden, sondern ermöglicht auch, durch einen „nichtnormalen“ Betrieb waffenfähiges Plutonium in erheblicher Menge zu produzieren.

Ist ein Leichtwasserreaktor, der mit schwach angereichertem Uran (vier Prozent) betrieben wird, auf maximale Energieproduktion eingestellt, bleiben die Brennelemente bis zu 60 Monate im Reaktor. Entnimmt man jedoch die Brennelemente bereits nach wenigen Monaten, ist das Endprodukt nur leicht verunreinigtes Plutonium 239 – waffenfähiges Plutonium.

Ein eher zufälliges Ereignis hat hierfür den Praxistest erbracht. In den 70er-Jahren musste eine britische Firma einen Reaktor vorzeitig herunterfahren. Das Ergebnis: rund 450 Kilogramm Plutonium mit einem Verunreinigungsgrad von nur fünf bis zehn Prozent: Material für etwa 70 Bomben.

Für den Iran ergibt sich hieraus eine Option, deren quantitative Dimension nicht ganz klar ist, weil die Daten über die Inbetriebnahme von Buschehr verwirrend sind. Wären die Brennelemente nach zwölf bis 15 Monaten Betrieb entnommen worden, müsste das Plutonium anschließend chemisch gereinigt und in Metall umgewandelt werden.

Für die chemische Separation und die Konversion wären drei bis vier Monate ausreichend. Bei der genannten Betriebsdauer stünden dem Iran 300 Kilogramm waffenfähiges Plutonium zur Verfügung, genug für 40 bis 50 Bomben. Sollten die Brennelemente vor ihrer Entnahme nur etwa acht Monate im Reaktor verbracht haben, wären es 150 Kilogramm für etwa 25 Sprengköpfe.

Sollte es der Iran also tatsächlich auf die Produktion von Plutonium abgesehen haben, stünden ihm nach einer Kühlungsphase und nach chemischer Separation und Konversion 150 bis 300 Kilogramm waffenfähiges Plutonium zur Verfügung.

Angesichts solcher Albtraumszenarien hieß es aus dem Auswärtigen Amt, der Iran sei gehalten, „vollständige Transparenz walten zu lassen und die Besorgnisse der internationalen Gemeinschaft in Bezug auf die zivile Nutzung seines Atomprogramms aus der Welt zu räumen“. Iran-Experte Oliver Thränert, Leiter des Center for Security Studies an der ETH Zürich, sieht die bisherige Verhandlungsstrategie mit dem Iran in Frage gestellt.

Bislang hätten die Verhandlungsführer – die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats plus Deutschland – in Buschehr kein Proliferationsproblem gesehen. „In ihren Vorschlägen an den Iran haben sie sich daher bereit erklärt, im Falle eines iranischen Verzichts auf die gefährliche Urananreicherung Unterstützung für den Bau weiterer Leichtwasserreaktoren zur Verfügung zu stellen“, sagte Thränert der „Welt“.

Damit sollte auch der iranischen Bevölkerung gezeigt werden, dass es nicht darum geht, den Iran von einer zivil nutzbaren Technologie abzuschneiden. „Sollte es aber dem Iran nicht gelingen, die frühzeitige Entnahme von Brennstäben überzeugend zu erklären, müsste diese an sich richtige Politik dringend überdacht werden”, so Thränert.

Angesichts der in der Vergangenheit zutage getretenen Denkkapazitäten der verantwortlichen Politiker kann man davon ausgehen, dass das „Überdenken der Politik“ solange dauert, bis der Iran die Welt vor vollendete Tatsachen stellt.

Spürnase: Heimchen am Herd

  1. #1 von arab am 27/11/2012 - 15:46

    Sauber! dann kann man die jetzt endlich ignorieren, wie Pakistan, Nord Korea und Israel.

    aber wenn wir uns nicht mehr über den bösen Islam-Iran aufregen können, was sollen wir machen?
    Und was, wenn die mit ihren Uran tatsächlich Strom machen….. ???

    scheiße! Am Ende haben wir nur noch unsere eigene Dummheit, um uns aufzuregen…. Harte Zeiten….

  2. #2 von Heimchen am Herd am 27/11/2012 - 15:51

    Der ISLAM ist DAS BÖSE!!!

    „Und was, wenn die mit ihren Uran tatsächlich Strom machen….. ???“

    Und was. wenn NICHT??? Wollen wir es drauf ankommen lassen???

  3. #3 von quotenschreiber am 27/11/2012 - 16:02

    Um mit Uran Strom zu machen, muss man die Brennstäbe im Reaktor lassen. Wenn man sie vorzeitig rausnimmt, macht man Plutonium.

  4. #4 von Heimchen am Herd am 27/11/2012 - 17:14

    Magic Wand erfolgreich getestet

    Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) haben erfolgreich das Raketenabwehrsystem Magic Wand (Zauberstab) getestet, das auch als David’s Sling (Davids Schleuder) bezeichnet wird.

    Hauptziel des neuen Raketenabwehrsystems, das nun nach den erfolgreichen Tests bis zur Einsatzreife weiterentwickelt werden soll, ist das Abfangen von Raketen, die von der Terrororganisation Hisbollah aus dem Libanon auf israelisches Gebiet abgeschossen werden.

    http://haolam.de/artikel_11273.html

    Ist ja schön und gut, aber damit kann man keine Atombomben aus dem Iran aufhalten!

  5. #5 von 50pf am 27/11/2012 - 18:18

    Dann wird das vielleicht doch noch was mit dem Weltuntergang am 21.12. Das erkährt auch, warum die Israelis mit dem Waffenstillstand mit Gaza interessiert waren. Die greifen bald an. Dann ist es ohnehin egal. Wenn sie Teheran angreifen müssen sie gleichzeitig Gaza platt machen. Ich kaufe keine Weihnachtsgeschenke mehr. Das rentiert sich nicht!

  6. #6 von Heimchen am Herd am 27/11/2012 - 18:22

    Das nenne ich SCHWARZEN HUMOR!

  7. #7 von zrwd am 27/11/2012 - 20:52

    die friedliebenden Friedensreligiösen werden die Bombe werfen und die Welt an den Abgrund bringen. Das unterscheidet sie sogar von den Sowjets und Chinesen, deren marxistische Ideologie immerhin noch Lebens-bejahend ist. Wenn Israel atomar verglühen wird, werden die Anhänger der friedliebenden Friedensreligion in den westlichen Länder bomben und morden und die ‚linken‘ nützlichen Idioten werden dazu auch noch klatschen, während Karl Marx in seinem Grab verrückt wird.

  8. #8 von Sebastian am 27/11/2012 - 21:00

    …hat Pakistan auch .
    http://www.atomwaffena-z.info/atomwaffen-heute/atomwaffenstaaten/pakistan/index.html

    Das erste Kernkraftwerk im Iran sponsorte übrigens die USA.

    ….und nicht vergessen, der Irak hatte auch Giftgas . 🙄

  9. #9 von mike hammer am 27/11/2012 - 21:50

    IAEA hat anscheinend schon einen bauplan. 👿
    http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/162598#.ULUmymfg9Q8

  10. #10 von ceterum censeo am 27/11/2012 - 23:03

    #8 von Sebastian

    ….und nicht vergessen, der Irak hatte auch Giftgas .

    Danke, daß Sie dieses Thema mal ansprechen. Mich hat schon immer interessiert, wie Hussein damals ohne Giftgas die ganzen Kurden vergast hat. Oder war das auch eine Lüge?

  11. #11 von der neue Opel Mekka am 28/11/2012 - 08:20

    Nicht anzunehmen, daß die Teppichhändler mit Plutonium irgendetwas anzufangen wissen. :mrgreen:

  12. #12 von Sebastian am 28/11/2012 - 11:20

    #10 von ceterum censeo am 27/11/2012 – 23:03

    Danke, daß Sie dieses Thema mal ansprechen. Mich hat schon immer interessiert, wie Hussein damals ohne Giftgas die ganzen Kurden vergast hat. Oder war das auch eine Lüge?

    Ach, das ist schnell erklärt :

    – 70 % der Giftgasanlagen im Irak kamen von deutschen Firmen. Nach Saddams Überfall auf Kuwait im August 1990 wurde publik, daß mehrere Angestellte dieser Firmen für den Bundesnachrichtendienst arbeiteten.
    – 90 % der Lieferungen, mit deren Hilfe die Iraker an der Verbesserung von Scud-Raketen arbeiteten und eigene Raketen produzierten, kamen laut UNSCOM aus Deutschland. Ein Raketenspezialist des BND war führend in das irakische Programm involviert;
    – deutsche Firmen spielten eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Gaszentrifugenprogramms zur Urananreicherung im Irak; – Bundesbehörden wie das Bundesamt für Wirtschaft in Eschborn, zuständig für Ausfuhrgenehmigungen, hatten Firmen bei Ausfuhren in den Irak direkt unterstützt.

  13. #13 von ceterum censeo am 28/11/2012 - 12:34

    Das ist mir schon alles klar und sollte uns auch sehr zornig machen. Ich habe Ihre Äußerung aber als Sarkasmus interpretiert, da man ja seinerzeit nichts gefunden hatte.
    Oder hatte Hussein diese Anlagen gar nicht benutzt ?

  14. #14 von Sebastian am 28/11/2012 - 12:42

    #13 von ceterum censeo am 28/11/2012 – 12:34

    Es war Sarkasmus, zugegeben .
    Ich bin nur der Meinung, man sollte auch mal die Hintergründe beleuchten und sich fragen, wer denn die tatsächlich Schuldigen sind .

    Es ist ausnahmslos die Gier des „Westens“, wenn man es so nennen möchte .

    Iran, Irak, Libyen……Taliban……usw. usf.

  15. #15 von schweinsleber am 30/11/2012 - 09:21

    *** Kommentar selbst zensiert***

    Das man das mit einem Leichtwasser KKW kann, wusste ich nicht, aber mein angelesenes Wissen, stammt halt auch noch aus den 70er Jahren.

    Aber das ist keine Ausrede für die Experten, die das hätten wissen müssen!

    Langsam aber sicher stinkt die Sache zum Himmel, denn wenn die Experten dies gewusst haben, warum haben sie dann dem Iran den Import von Brennstäben gestattet?
    Ist dieser Block gegen den Iran nur ein Scheinblock, dem es nur darum ging, den Bombenbau des Irans zu verschleiern um Israel einen reinzuhauen?

    Übrigens soll eine neue Kampagne der UNdSSR für einen Nahen Osten ohne Nuklearwaffen anlaufen.
    Das die UN natürlich nur auf Israel abzielt versteht sich von selbst.

    Es geht den Judenhassern nur darum, Israel das Wasser so heiss zu machen, dass die Bürger die Flucht ergreifen und Isreal aufhört zu existieren.

    Traurig aber wahrscheinlich war.