Presserat – Mission Impossible

„In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“ Dabei sei zu beachten, dass „die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte“. Mit dieser gut gemeinten Selbsteinschränkung hat der deutsche Presserat das älteste Tabu des Journalismus gebrochen: Bewusst Informationen zu unterdrücken, um eine bestimmte politische Wirkung zu erzielen – oder eben zu verhindern.

Mit schlechten Folgen, wie Deniz Yücel selbstkritisch in der taz feststellt.

Die gleichen Maßgaben gelten für Taten, welche im Polizeideutsch „Rohheitsdelikte von Jugendgruppengewalt“ heißen. 1.049 solcher Delikte hat die Berliner Polizei im vergangenen Jahr registriert. 32 Prozent der Tatverdächtigen waren ausländische Staatsbürger (ohne Illegale), weitere 41,5 Prozent deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund. Macht zusammen 73,5 Prozent – bei einem Anteil von 43,1 Prozent an allen jugendlichen Einwohnern. Einen noch größeren Wert vermerkt die Statistik lediglich für die Geschlechtszugehörigkeit der Tatverdächtigen: 82,8 Prozent Männer. Wer aus Furcht vor Pauschalisierungen die Hakans und Mohammeds nicht beim Namen nennen will, kann ebenso die Geschlechtszugehörigkeit verschweigen. Die Opfer waren Menschen, die Täter auch, und wir sind alle schwer betroffen.
Ursachen? Ja, welche?

„Solche Taten haben gesellschaftliche Ursachen“, wird jetzt einer rufen; vermutlich ein Linker, vielleicht aber auch einer von der Gewerkschaft der Polizei. Falsch ist dieser Befund nicht. Er ist nur derart allgemeingültig, dass er so gut wie keine Aussagekraft besitzt. Wenn die Rede von den gesellschaftlichen Ursachen nicht der Verschleierung dienen soll, muss also genau fragen, welche gesellschaftlichen Ursachen ein solche Verhalten begünstigen.

Vielleicht erfolgte die einzige Erziehung, die die Mordbuben vom Alexanderplatz und ihresgleichen genossen, mit der Gürtelschnalle; vielleicht sahen ihre Eltern verzweifelt und ohnmächtig zu, wie ihre Söhne auf die schiefe Bahn gerieten. Vielleicht spielt der Islam eine Rolle, mithin in einer degenerierten Form, vielleicht ist diese Jugend auch eine ohne Gott. Vielleicht hatten diese Typen schon in der Schule keine Chance, vielleicht fühlen sie sich ausgegrenzt. Vielleicht hat der Kapitalismus keine Verwendung für sie und die Onkelökonomie auch nicht. Vielleicht sind sie arbeitslos, vielleicht auch gelangweilt. Vielleicht haben sie bloß zu kleine Schwänze. Auf jeden Fall haben sie gehörig einen an der Waffel und man hindert sie besser daran, das zu tun, was sie sonst tun.

Denn nichts von alledem ist eine Entschuldigung dafür, ohne jeden Grund und bar jeden Mitgefühls einen bereits am Boden liegenden Menschen totzutreten. Dazu hat sie niemand gezwungen. Wenn sie zuschlagen, dann tun sie es, weil sie zuschlagen wollen. Sie sind nicht das, was ihnen – vielleicht nach „Hurensohn“ und „Jude“ – als größte Beleidigung gilt: Opfer.

Die Selbstbeschränkung hat schlimme Folgen, auch für den selbstgestellten Erziehungsauftrag der Journalisten. Denn ganz so dumm ist das Volk nicht. Und wenn es spitz kriegt, dass die Erzieher etwas Verschweigen, holt es sich die Informationen anderswo – unkontrolliert von selbsternannten Qualitätsjournalisten. Wir finden das nicht so schlimm.

Spürnase: Jaette

  1. #1 von Pecos Bill am 24/10/2012 - 10:22

    Journalisten von heute: „Er ist nur derart allgemeingültig, dass er so gut wie keine Aussagekraft besitzt.“ Befunde können nichts „besitzen“.

  2. #2 von susi bibelmaus am 24/10/2012 - 10:32

    Ein weiterer nur konsequenter Schritt in einer immer okkulter werdenden EU jene im März 2011 verbindliche „OIC Resolution 16/18“ zur positiven Berichterstattung islamischer Befindlichkeiten umzusetzen. In zeitverzögernden Schritten werden nach und nach Fakten geschaffen. Der Bauer lockt das Huhn mit Körnern zum Schafott, erst wenn die Hand am Hals ist und sich das Beil hebt blickt es nochmal nach oben.
    .
    susi

  3. #3 von Pecos Bill am 24/10/2012 - 12:52

    Die Deppen, die immer wieder danach fragen, wieso die Nationalität/Religion eines Täters für die Presseberichterstattung „relevant“ ist, werden einfach nicht alle (s. Kommentare in der TAZ): Wieso ist es nur so schwer zu verstehen, dass man Straftäter und kopftretendes Pack nicht importiert, wenn man selbst genug davon hat?

  4. #4 von Lila am 24/10/2012 - 20:32

    Diese Weisung des Presserats entwickelt sich sowieso zum absoluten Eigentor:

    Die Menschen sind nicht so doof, wie sie die Multi-Kulti-Faschisten gern hätten. Sobald in einem Artikel keine Angabe zur Herkunft des Täters steht, vermutet der Leser inzwischen automatisch einen Migrationshintergrund.
    Das wird zum Boomerang, genauso wie damals die „Made-in-Germany“-Kennzeichnung.

  5. #5 von andienen am 24/10/2012 - 23:54

    Na gut. Das hier ist ein islamkritisches Blog. Aber es verdichten sich immer mehr die Anzeichen, daß das Grundübel die EU-Mainstreamjournalisten sind. Solange wir die im Verein mit der entsprechenden Politclique gewähren lassen, hat der Islam leichtes Spiel.

    An dem Tag, an dem die Wahrheit sich Bahn bricht, haben all diese Schätzerchen keine Chance mehr und werden in der Versenkung verschwinden wie Honeckers Leute damals.

  6. #6 von Martin Schrödl am 25/10/2012 - 08:48

    Also eben bei N24 waren die Berichterstatter bemerkenswert offen. Vielleicht, weil der Deckel nicht mehr draufzuhalten ist?

    „Einer der Täter, ein Türke, hat sich in die Türkei abgesetzt.“

    Fast schon ein revolutionärer Satz in der bundesdeutschen Medienlandschaft des Jahres 2012!

  7. #7 von Martin1 am 25/10/2012 - 17:57

    Hey, die Nennung des Geschlechts bei Straftaten ist sexistisch! Außerdem kann es zu Vorurteilen wie dass Männer viel gewalttätiger währen als Frauen führen.
    Und ist die Altersangabe nicht diskriminierend?

    Gemäß der unnormalen „Logik“ des Presserats müssten diese Punkte ab sofort beachtet werden!

  8. #8 von almansour am 26/10/2012 - 10:41

    Geht man davon aus, dass Berichte stimmen, die Täter hätten zuvor einer After-Show-Party im Lokal Cancun beigewohnt, so muss vermutet werden, dass sie zur Oberschicht türkischer Migranten in Berlin gehören – oder was sich eben dafür hält.
    An jenem Abend nämlich feierte dort, nach dem einzigen Konzert in Deutschland im Berliner Tempodrom, einer der derzeit bestverdienenden und angesagten türkischen Musiker, Murat Boz. Der singt nicht nur Schnulzen, die junge Türkinnen zum Kreischen und der Ohnmacht nahe bringen, er sitzt auch in der Jury von „O Ses Türkiye“ (Die Stimme der Türkei). Vor allem aber macht er Werbung, zuallererst für „Cola Turka“, ein Erfrischungsgetränk des Herstellers Ülker, dessen Dose in den Farben der türkischen Flagge daherkommt, das mit markigen nationalistischen und anti-amerikanischen Tönen angepriesen wird und welches mit propagandistisch mit einem Spruch von Atatürk eingeführt worden ist: „Friede in der Heimat, Friede in der Welt“.
    Man darf sich fragen, ob hier irgendwelche Zusammenhänge herzustellen sind. Eines aber ist anzunehmen: Die Gäste des Abends dürften handverlesen ausgewählt worden sein und auf einer zuvor erstellten Gästeliste gestanden haben. Andererseits darf man sich wundern, dass ein millionenschwerer Sänger in einem auf halbedel getrimmten Touristennepplokal mit türkischen Besitzern auftritt, wo Berlin doch feineres zu bieten hätte.
    Aber offensichtlich spielen Connections eine Rolle, wenn der Sänger einem eher schlecht beleumundeten türkischen Unternehmen einen Besuch abstattet, in dem vielfach junge Männer verkehren, die viel freie Zeit und viel Geld haben.
    Wer hier unterwegs ist, hält sich im „Business“ für einen Gewinner – vielleicht ist das ein Motiv, nach Opfern zu suchen und Opfer zu produzieren. Und vielleicht ist der kriminelle Hintergrund umfangreicher, als er sich in einer einzelnen Mordtat sichtbar wird. Und schließlich: Nach allen Kriterien der politischen Beurteilung ist das ein rechte Szene. Nur eben mit türkischem Nationalismus als Triebkraft.

  1. Chefarzt verprügelt « quotenqueen
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