Diese Araber haben nichts mit dem Islam zu tun

Es gibt sie noch: Säkular gesinnte Araber, die nichts mit dem Islam zu tun haben oder zu tun haben wollen. Besonders in Ländern, in denen vorwiegend säkular ausgerichtete Diktatoren den Islam lange Jahre im Zaum hielten, konnte sich so etwas wie eine aufgeklärte Minderheit entwickeln. Menschen, die anfangs die arabischen Revolutionen mittrugen, in der Hoffnung, nach dem Fall der Diktatur westliche Freiheit zu genießen und die sich jetzt, nach der Kaperung der Bewegung durch Moslems getäuscht und ausgenutzt sehen. In Libyen kam es nach einer Demonstration säkularer Bürger – darunter offenbar auch traditionell freiheitsliebende Beduinen – gestern zum Sturm auf Kasernen der islamischen Milizen, die die Bürger seit dem Ende des Gaddafi-Regimes drangsalieren und die für den Sturm auf die US-Botschaft verantwortlich gemacht werden.

Die ZEIT berichtet:

In der ostlibyschen Hafenstadt Bengasi haben Bewohner in der Nacht zum Samstag mehrere Lager islamistischer Milizen gestürmt. Nach Berichten des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira wurden dabei durch Schusswechsel mindestens drei Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Die Nachrichtenagentur AFP schreibt unter Berufung auf Ärzte von mindestens vier Toten und 40 weiteren Verwundeten.

Den Ausschreitungen vorausgegangen war am Freitagnachmittag eine Demonstration von etwa 30.000 Menschen gegen Gewalt und die bewaffneten Islamisten beteiligt. Hunderte Demonstranten stürmten dabei zunächst die Kaserne der Salafisten-Gruppe Ansar al-Scharia im Zentrum von Bengasi. Die zum Teil mit Schwertern und Fleischerbeilen bewaffneten Demonstranten hätten die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und sie aus dem Lager vertrieben. Die Menschen riefen „Libyen, Libyen“, „Weg mit Al-Kaida“ oder „Das Blut, das wir für die Freiheit vergossen haben, soll nicht umsonst gewesen sein.“ Auf Fernsehbildern waren brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen.

Als die Menge ein weiteres Milizen-Lager in der Stadt stürmen wollte, ist sie Berichten zufolge von deren Kämpfern aus Maschinengewehren beschossen worden. Mehrere Angreifer seien verletzt worden.

Die schwer bewaffneten Milizen sind im nach-revolutionären Libyen zu einem der schwierigsten Probleme geworden. Viele Libyer werfen ihnen vor, die Zivilbevölkerung nach ihren radikalen Vorstellungen zu gängeln. In Libyen operieren noch immer zahlreiche Milizen, die teils besser bewaffnet sind als offiziellen Sicherheitskräfte. Etliche Demonstranten sagten, Polizei und Militär hätten sie beim Sturm auf das Gebäude von Ansar al-Scharia unterstützt.

Der Ansar al-Scharia-Miliz werden Verbindungen zum Terrornetz Al Kaida nachgesagt. Sie wird verdächtigt, am Angriff auf das US-Konsulat in der vergangenen Woche beteiligt gewesen zu sein. Aus Protest gegen einen anti-islamischen Film aus den USA hatten Angreifer am 11. September die US-Botschaft gestürmt, dabei sind der Botschafter Christopher Stevens und drei weitere US-Bürger getötet worden. Die Kommandeure der Miliz bestreiten allerdings jede Beteiligung an dem Angriff.

Bei der Demonstration am Freitagabend trauerten Demonstranten auch um Stevens und die anderen drei Amerikaner. Einige trugen Schilder mit der Aufschrift: „Der Botschafter war Libyens Freund“ und „Libyen hat einen Freund verloren.“

Ob die westlich orientierten Araber im Kampf gegen die Mohammedaner mit ähnlicher Unterstützung der zivilisierten Welt rechnen dürfen wie sie die Al-Kaida Truppen gegen Gaddafi erhielten – und die ihnen heute den waffentechnischen Vorsprung vor Militär und Polizei sichern?

Spürnase: Kebby

  1. #1 von Gast am 22/09/2012 - 21:43

    Ich fand es schon falsch, daß die Rebellen gegen Ghaddafi mit Waffen und Militäreinsätzen unterstützt wurden. Jedes ausländische Land sollte sich aus den Konflikten in Lybien heraushalten und in anderen Ländern ebenso. Die Lybier müssen sich selbst von den islamischen Terrorgruppen befreien und ich hoffe, dies gelingt ihnen auch. Einfach wird das nicht, die Golfstaaten, die OIC und die Muslimbruderschaft haben viel Geld, sind mächtig und einflußreich. Die US-Regierung unter Obama hat mit dem Teufel selbst einen Pakt geschlossen und mit der Muslimbruderschaft kooperiert, ein schwerer Fehler, der dadurch erklärbar ist, das die gesamte Obama-Administration von Islamisten unterwandert ist. Ein Umdenken und eine Unterstützung der säkularen Kräfte Lybiens durch die USA ist daher nicht zu erwarten. Die Lybier werden sich selbst helfen müssen.

  2. #2 von Heimchen am Herd am 22/09/2012 - 21:59

    #1 von Gast

    Wieder einmal ein sehr guter Kommentar von Dir, den ich 100% zustimme!