Schulfeiern werden zensurpflichtig

Die Zone lebt – wieder auf: „Zukünftig soll demnach das Programm bei von Schülern organisierten Veranstaltungen im Voraus von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abgesegnet werden“, teilt die Schulaufsicht mit. Das klingt schwer nach gleichlautenden Bestimmungen im antifaschistischen Arbeiter- und Bauernstaat „DDR“. Der Grund: Schüler hatten auf einer Abschlussveranstaltung ein „Nazilied“ gesungen, das so raffiniert Nazi ist, dass keiner der anwesenden Pädagogen und Eltern davon etwas bemerkte. Erst eifrige Kämpfer gegen Rechts entdeckten im Nachhinein, dass die Komponisten des Originals vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft würden. Es handelt sich aber nicht um eine von einem Hakenkreuzträger in Bayreuth vorgetragene Arie von Richard Wagner, sondern um das dem Titel nach eher unauffällige Lied „Verlorene Träume“ der Gruppe Sleipnir.

Die Rheinische Post berichtet:

Bei ihrer Abschlussfeier haben 30 Schüler einer Realschule in Kirchberg im Hunsrück für einen Eklat gesorgt. Als Entlassungslied stimmten sie nämlich das Lied „Verlorene Träume“ von Sleipnir an, wie die „Rhein Zeitung“ berichtet. Die Musikgruppe wird laut dem Bericht vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextem eingestuft.

Nachdem das Video bei Youtube aufgetaucht war, verbreitete sich der Skandal schnell im Internet. Laut „Rhein Zeitung“ hatte ein Schüler den Clip ins Internet gestellt, mit dem Hinweis, die Lehrer wären über die Song-Auswahl informiert gewesen.

Inzwischen hat sich nach Informationen der Zeitung die Schulaufsicht eingeschaltet. Zukünftig soll demnach das Programm bei von Schülern organisierten Veranstaltungen im Voraus von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion abgesegnet werden. Den Vorfall in Kirchberg bezeichnete diese laut „Rhein Zeitung“ als Aktion „bedauerlicher jugendlicher Naivität und Unüberlegtheit“.

  1. #1 von Kristof am 27/07/2012 - 18:51

    Hab doch glatt nachgucken müssen, welche Truppe „Sleipnir“ überhaupt sind. Dabei war „Verlorene Träume“ für eine Abschlußfeier genau das passende Lied.

  2. #2 von Klaus-J. Lewin am 27/07/2012 - 19:04

    Prima , da haben die links-bunten Gesinnungsterroristen mal wieder zugeschlagen.
    Mit jedem Tag der vergeht, schäme ich mich immer mehr mal “links“ gewesen zu sein.
    Trotzt meiner jüdischen Abstammung fühle ich mich „rechts“ zu Hause.

    Klaus-J. Lewin

  3. #3 von Wehrt euch endlich am 27/07/2012 - 19:37

    Was hat die Abstammung mit Rechts zu tun?
    Rechts hat was mit Zugehörigkeit zu tun!

  4. #4 von Klaus-J. Lewin am 27/07/2012 - 22:14

    ….waren es nicht die heute sogenannten“RECHTEN“ die im tausendjährigem Reich einen großen Teil meiner Groß-und Urgroßeltern ausgerottet haben ???????????
    Dann darf es einem doch wohl schwer fallen sich nach rechts zu orientieren , oder ?

    Klaus-J. Lewin

  5. #5 von rundertischdgf am 27/07/2012 - 22:31

  6. #6 von Gudrun Eussner am 28/07/2012 - 00:07

    Wir haben in den 50er Jahren in der Schule Lieder von Hans Baumann gesungen, der war der Komponist des berüchtigten Liedes „Es zittern die morschen Knochen“: „Wenn die bunten Fahnen wehen …“, „Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit …“, wir wurden nicht in der Nazi-Ideologie erzogen, „neue Lande woll’n wir uns gewinnen“ hat niemand als Aufforderung zur Eroberung von anderen Ländern interpretiert, sondern als Aufbruch zu neuen, unbekannten Abenteuern.

    Das Lied mit den „morschen Knochen“ kannten wir nicht, von dem habe ich erst viel später gehört. „Hohe Nacht der klaren Sterne“ war ein Lied, das ich in einem Buch „Deutsche Kriegsweihnacht 1942“ bei uns auf dem Dachboden gefunden habe. Einer aus unserer Familie hat es mir daraufhin vorgesungen, und ich fand das sehr feierlich.

    Keine meiner Klassenkameradinnen von einst ist rechtsextrem geworden, keine übrigens auch linksradikal. Erst das Theater, das jetzt um solche Lieder gemacht wird, politisiert die Jugendlichen in eine nicht gewünschte Richtung. Schon aus Protest gegen die Schulaufsicht werden die solche Lieder jetzt häufiger singen, geheim im Keller oder sonstwo. :mrgreen:

  7. #7 von Gudrun Eussner am 28/07/2012 - 02:20

    Und dann haben wir noch gesungen – soll ich’s lieber nicht hierher schreiben, werde sonst vielleicht verklagt?

    Negeraufstand ist in Kuba, Schüsse peitschen durch die Nacht,
    Weiße werden hingemordet, und in Büchsen eingemacht …“

  8. #8 von kolat am 28/07/2012 - 02:50

    @Gudrun Eussner

    Also ich kenne nur noch die Lightversion:

    „Negeraufstand ist in Kuba, Schüsse peitschen durch die Nacht, in den Straßen von Havanna werden Weiße umgebracht.“

  9. #9 von kurt am 29/07/2012 - 06:16

    Sleipnir ist allerdings eine 100% Nazi Band und keine Rechte.Natürlich achten sie drauf nicht Verbotenes zu Singen aber mann muss sich nur ansehen für wenn die Spielen.Und ein Lied wie Rudolf Hess sagt wohl alles allerdings hatte in den 80ern auch eine Englische Punkband wohl aus lauter Gutmenschentum Freiheit für Rudolf gefordert,das hätte wohl allerdings auch Protest ausgelöst wäre es in der Schule gesungen worden.

  10. #10 von S.Braun am 30/07/2012 - 13:18

    Sleipnir ist ganz eindeutig eine Rechtsrock – Band, aber dieser Liedtext hat absolut nichts Anrüchiges, -wieso also die Aufregung ? Haben wir keine ernsthaften Probleme ?

  1. Schluss mi Naziliedern für Merkel « quotenqueen