Wird PRO in 400 Jahren rehabilitiert?

400 Jahre dauert es in Köln, bis politische Verfehlungen von Obrigkeit und der ihr hörigen Masse zugegeben werden. Der Stadtrat rehabilitierte jetzt jetzt die 38 in Köln innerhalb von etwa 400 Jahren verurteilten Hexen. Ein evangelischer Pfarrer engagiert sich besonders und hofft auf einen Sühnegottesdient im katholischen Kölner Dom – denn dort sieht er die Hauptverantwortlichen für das historische Geschehen. Ein weit verbreiteter Irrtum. Auch die PRO-Fraktion stimmte zu – sicher in der Hoffnung, einst selber in Köln rehabilitiert zu werden. Denn die Hexenverfolgung von damals erinnert in vielen Zügen an den heutigen hysterischen Kampf gegen Rechts.

Die Rheinische Post berichtet:

Der evangelische Pfarrer Hartmut Hegeler hatte sich für die Rehabilitierung eingesetzt. Er hat dies auch in anderen Städten getan. „Es sind eine Menge Ängste bei diesem Thema vorhanden“, sagte Hegeler der Nachrichtenagentur dpa.

„Mancherorts fürchtet man sogar Regressansprüche der Nachkommen. Und immer wieder erzählen mir Leute gerade aus ländlichen Gegenden, dass ihnen noch die Oma mit großer Überzeugungskraft von Satan und seinen Helfershelfern, den Hexen, erzählt habe“, sagte der Pfarrer.

Andererseits bekomme er von Historikern immer wieder zu hören, dass solche Rehabilitierungen überflüssig seien, da heute kein Mensch mehr die Unschuld der damals als Hexen verurteilten Frauen bezweifle.
„Mein großer Wunsch wäre, wenn im Kölner Dom eine Messe zum Gedenken an die Opfer der Hexenverfolgung gelesen würde“, sagte Hegeler.

Der Versuch, die Hexenverfolgung einseitig der katholischen Kirche anzulasten, steht auf wackeligen Beinen. Wiki schreibt:

Erste Verurteilungen von Hexen gab es im 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Inquisition, wobei jedoch die Zielsetzung der Inquisition zu beachten ist: zielten die in der Frühen Neuzeit dominierenden Hexenprozesse weltlicher Gerichte auf die Bestrafung vermeintlich Schuldiger, strebte die Inquisition die Umkehr und Rekonziliation der Beschuldigten an, was in der weniger häufigen Anwendung der Todesstrafe ausdrückt. Darüberhinaus war das Hauptaugenmerk der Inquisition nicht auf Hexen, sondern auf Häretiker gerichtet. Diese Priorität wird deutlich in der Anweisung Papst Alexanders IV. vom 20. Januar 1260 an die Inquisitoren, Hexen seien nicht aktiv zu verfolgen, sondern auf Anzeigen hin festzunehmen. Prozesse gegen Hexen sollten bei Zeitmangel zurückgestellt werden, die Bekämpfung von Häresien habe Vorrang. Die staatliche spanische Inquisition, gegründet im späten 15. Jahrhundert, lehnte Hexenverfolgung ausdrücklich ab. Die im 16. Jahrhundert folgende römische Inquisition schritt wiederholt gegen Hexenverfolgungen ein.

Die eigentliche europäische Hexenverfolgung fand in der Frühen Neuzeit vor allem in West- und Mitteleuropa aufgrund von Anklagen gegenüber vermeintlichen Anhängern der sogenannten Hexenlehre statt. Bei der europäischen Hexenverfolgung von 1450 bis 1750 (Höhepunkt 1550–1650, Österreich bis 1680) handelte es sich nur zum Teil um eine kirchliche Aktion gegen Häretiker, sondern in erster Linie um ein europäisches Hysterie-Phänomen bezüglich Zauberei und Hexerei, das juristisch zur Straftat der Zauberei umgesetzt wurde und zu vielen Verdächtigungen, Denunziationen, öffentlichen Massenprozessen und Hinrichtungen führte. Die tatsächliche Verfolgung geschah, im Gegensatz zur Inquisition, durch Gerichte und in sehr vielen Fällen aufgrund von Denunziationen aus der Bevölkerung.

Neben dem Kampf gegen Rechts, als moderner Form der Hexenhysterie in Deutschland gibt es in anderen Ländern noch tatsächliche Hexenverfolgung. Merwürdigerweise fällt den Qualitätsjournalisten da ausgerechnet Simbabwe ein, wo 2 Frauen als Hexen angeklagt werden, weil sie behaupten, mit ihren Körben vom Feld geflogen zu sein. Sicherlich eine bizarre Geschichte, aber letztlich droht dort nur ein Bußgeld. Was die Journalisten wieder einmal vergessen: In Saudi Arabien und anderen islamischen Ländern gibt es noch tatsächliche, blutige Hexenverfolgung mit öffentlicher Folter und Hinrichtung. Dabei reicht oft die bloße Anschuldigung, etwa durch einen zurückgewiesenen Mann, zur Verurteilung. Die systematische Benachteiligung von Frauen vor Gericht, vorgeschrieben von der Scharia, macht es möglich.

  1. #1 von Hans am 29/06/2012 - 19:02

    „…da heute kein Mensch mehr die Unschuld der damals als Hexen verurteilten Frauen bezweifle.“

    In der Tat sind wir wohl inzwischen zu der Erkenntnis gelangt (ausser bei einigen Pfingskirchlern in Afrika), dass niemand vom nicht-existenten Satan befallen sein kann. Der Beweis der Unschuld ist damit a priori erbracht.

  2. #2 von Hans am 29/06/2012 - 19:04

    Nachtrag: Dass Moslems so einen Quatsch immer noch glauben, sieht man zum Beispiel hier: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/Kopf-ab-wegen-Wahrsagerei-17747292

  3. #3 von Serapio am 29/06/2012 - 19:44

    Und wer sollte die Pro Köln rehabilitieren? Der Imam der Claudia Fatima Roth-Moschee, die wir derzeit noch als Kölner Dom kennen?

  4. #4 von Hans am 29/06/2012 - 20:21

    Ich habe noch nicht ganz kapiert, was Pro mit den Hexen zu tun hat. Die sind doch nicht vom Satan besessen – eher ist das Gegenteil der Fall 🙂

  5. #5 von Milli Gyros am 30/06/2012 - 16:18

    #4 von Hans am 29/06/2012 – 20:21

    Nun, die sind doch angeblich vom „braunen“ Satan besessen – so wird ein Schuh draus!

    Gruß von einer Hexe