37 Millionen Emails durchschnüffelt

Da wird Erich Mielke blass vor Neid: Allein im letzten Jahr haben deutsche Geheimdienste 37 Millionen Emails von Bürgern gelesen, weil sie bestimmte Schlagworte enthalten, die von automatisierten Kontrollsystemen erfasst werden. Das heißt wohl im Klartext: Jede Email, die wir schreiben, wird inzwischen kontrolliert und bei Verwendung bestimmter Worte einer genaueren Untersuchung zugeführt. Gerade einmal 213 mal ergaben sich daraus brauchbare Hinweise. Gesucht wird nach Waffenhändlern, Terroristen und Schleusern.

Der SPIEGEL berichtet:

Die deutschen Geheimdienste überwachen in immer größerem Stil E-Mails und andere Internetkommunikationen: 2010 wurden 37.292.862 E-Mails und Datenverbindungen überprüft, weil darin bestimmte Schlagwörter wie zum Beispiel „Bombe“ vorkamen, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Sie bezieht sich auf zwei neue Berichte des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages (PKG).

Damit habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verfünffacht. 2009 waren 6,8 Millionen Internet- und sonstige Kommunikationen überprüft worden, schreibt „Bild“. Insgesamt hätten die Dienste den E-Mail- und Datenverkehr nach rund 2000 Schlagwörtern im Bereich Terrorismus, 13.000 Suchwörtern wegen Proliferation und rund 300 Begriffen im Zusammenhang mit illegaler Schleusung durchstöbert. Trotz der massenweisen Überwachung habe es nur in 213 Fällen tatsächlich verwertbare Hinweise für die Geheimdienste gegeben.

  1. #1 von Bernie am 25/02/2012 - 14:06

    E-Mail schreibt man so, sonst bedeutet das was gaaaanz anderes, s. z.B. bei Wikipedia Email(le).

  2. #2 von Jaette am 25/02/2012 - 16:45

    Sie bezieht sich auf zwei neue Berichte des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages (PKG).

    Na so etwas! Ich nahm an, dass PKG-Berichte als geheim gelten… 😆

  3. #3 von stm am 25/02/2012 - 16:57

    Das macht eine satte Ausbeute von 0,00057%. Dafür ist es doch angemessen, das böse Internet, diesen Hort der Kriminalität, bis in den letzten Winkel zu bespitzeln. Kein Wunder, daß dann die Mittel fehlen, die Täter, dort wo man ihrer habhaft ist, zu verknacken. Es scheint modern zu sein, das Pferd beim Schwanz aufzuzäumen.

  4. #4 von Jaette am 25/02/2012 - 18:23

    Und impliziert die Frage, die mich gerade umtreibt, wo und wie dort abgegriffen wird. Technische Möglichkeiten wären nur ein Staats-Server, über den Alles läuft, die DNS-Server mit Zugriffsmöglichkeiten in der BRD oder die (deutschen) Mail – (Free 😆 ) Provider. Womit indirekt die meisten Möglichkeiten der Umgehung genannt wären… 😉

  5. #5 von Bernie am 25/02/2012 - 21:29

    E-Mail schreibt man so: „E-Mail“, sonst bedeutet das was gaaaanz anderes, s. z.B. bei Wikipedia Email(le).

  6. #6 von Pixel am 26/02/2012 - 11:19

    Man muss sich nur wehren…
    Ich selber benutze seit mehr als einem Jahr Antum – damit kann ich Emails schnell und einfach verschlüsseln (Based on AES 256 Bit Encryption)!

    Habe selber „Antum Extended Version“. Durch den extra Add-In in Outlook ist es ganz einfach zu benutzen.

    Mehr Info unter: http://www.inventus-software.com/software/

  7. #7 von dentix07 am 28/02/2012 - 22:38

    @ Jaette
    Wikipedia zu E-Mails:
    „Überwachung
    Inzwischen wird in vielen Ländern der E-Mail-Verkehr vom Staat überwacht. In Deutschland sind seit dem Jahr 2005 Internetdienstanbieter verpflichtet, entsprechende Hard- und Software vorzuhalten, um einer Überwachungsanordnung sofort Folge leisten zu können, ohne für die daraus erwachsenden Kosten einen finanziellen Ausgleich zu erhalten.“

    Das beantwortet die Frage wohl!

    Bei täglich ca. 35 MIlliarden E-Mails täglich allein in D (BearingPoint 2008) [das sind dann, Moment: 12.775.000.000.000 im Jahr; fast 13 Billionen, wow!], sind 37 Millionen die von Schlapphüten im Jahr (!) gelesen werden, noch nicht einmal viel!
    Da ist das Ergebnis von 213 verwertbaren Hinweisen allerdings ein derartiger Schuß in den Ofen, daß man darüber eigentlich lachen müsste, wenn, ja wenn es denn nicht zeigen würde wie dilletantisch deutsche Geheimdienste arbeiten.

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