94 Prozent bei Matheklausur durchgefallen

Neuer Rekord im Bildungsnotstandsland NRW: 94 Prozent der angehenden Mathematiklehrer an der Uni Köln sind zum Abschluss des ersten Semesters bei der Klausur zur Einführung in die Mathematik durchgefallen. Die Studenten protestieren gegen die zu hohen Anforderungen – schließlich wollen sie doch nur Lehrer werden und keine Mathematiker. Die Dozentin dagegen beklagt das immer geringere Bildungsniveau der NRW-Abiturienten. Dafür spricht, dass es in naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern längst der Normalfall ist, dass Abiturienten in einem mehrwöchigen Crashkurs auf den Stand gebracht werden müssen, um den Vorlesungen des ersten Semesters folgen zu können.

Der Kölner Stadtanzeiger berichtet:

Sie habe gelernt, gelernt und gelernt. Gereicht hat es trotzdem nicht. Karin W. (Name geändert) ist eine von 347 Studenten, die die „Einführung in die Mathematik“ an der Kölner Uni nicht bestanden haben. Nur 21 Kommilitonen haben die erforderliche Punktzahl erreicht. Das ergibt eine Durchfallquote von circa 94 Prozent.
Die Klausur sei zu schwer gewesen, das Programm während der Vorlesungen zu straff. „Da muss man sich fragen, ob die Relationen stimmen“, sagt Karin W. „Wir studieren ja auf Lehramt und nicht Mathematik, das ist bei uns nur ein kleines Nebenfach.“

Günther Kligge vom Prüfungsamt hat einen stärkeren Zulauf von Studenten beobachtet, die das Nebenfach wechseln wollen. Ob die Durchfallquote der Grund sei, wisse er nicht. Früher hätten die Studenten nach Siegen oder Wuppertal ausweichen können, um dort das Nebenfach zu absolvieren, das sei mit der Einführung des Bachelors nicht mehr möglich.

Die Dozentin bestreitet die Vorwürfe. Die Klausur sei nicht zu schwer gewesen, die Studenten seien schon von der Schule schlecht vorbereitet: „Das ist bei weitem die schwächste Generation, die ich bisher hatte.“ Die Mängel seien erschreckend. Das spiegele sich eben in den Ergebnissen wider. Sie habe sogar deutlich mehr getan, als sie müsse. Sie habe Sprechstunden angeboten, E-Mails beantwortet, ein unbezahltes Tutorium offeriert. Studentin Julia M. (Name geändert) bestätigt dieses Engagement. Aber die Einstellung habe nicht gestimmt. Es sei frustrierend, wenn eine Dozentin nicht mehr zu sagen habe als: „Ihr habt nicht mal das Niveau einer fünften Klasse.“

Auf Kritik habe die Frau nicht reagiert, stattdessen vor dem gesamten Hörsaal eine E-Mail mit der Bitte um mehr Beispiele vorgelesen und dabei die Studentin vorgeführt, indem sie ihren Namen genannt und auf Rechtschreibfehler hingewiesen habe. Nach dem Klausurergebnis haben sich die Studenten über Facebook organisiert, eine Unterschriftenaktion gestartet und einen Brief an den Asta der Universität formuliert. Laut Sprecherin Lisa Schwab wolle der Asta die Beschwerde prüfen und anschließend reagieren: „Die Quote ist definitiv viel zu hoch.“

Da hilft nur, die Mathematik einfacher zu machen. Oder andere Verdienste, etwa bei Demos im Kampf gegen rechts, ergebnisverbessernd in die Bewertung einzubeziehen, wie es an NRW-Schulen ja bereits gemacht wird. Was den Bildungsstand der Abiturienten erklärt.

  1. #1 von Fellfrosch am 24/02/2012 - 11:32

    Sorry für OT, aber vielleicht ist das auch für die Quotenqueen interessant.

    Die Betreiber von einzelfaelle.net haben einen Knaller aufgedeckt der jede Menge an medialem Sprengstoff hat.

    Das BKA manipuliert gezielt die jährlich veröffentlichten Statistiken.

    http://www.einzelfaelle.net

  2. #2 von Der Kristisator am 24/02/2012 - 12:33

    Das Problem liegt doch bloß darin, dass die Studiengänge noch nicht ans Bildungsniveau der NRW-Schulen angepasst sind. Höchste Zeit dort Hand anzulegen. Sonst wird das nix mit alle-gleich-schlecht-statt-unterschiedlich-gut.

  3. #3 von stm am 24/02/2012 - 16:46

    Da bewahrheitet sich wieder das alte Sprichwort: Man kann einem Esel nicht das Rechnen beibringen.

  4. #4 von indianerjones am 25/02/2012 - 02:40

    Seid fast 30 Jahren gilt ein Abi aus NRW, Bremen und Berlin nicht soviel wie das aus bayern oder BW, was aber nichts macht, weil die guten aus diesen Ländern sich sowieso bemerkbar machten, das ist das mit den „geschenckten“….für die da nicht so konformen Bevölkerungsgruppen.
    Ich möchte da fast nichts dazu sagen…….nur soviel…..ich bin aus Bayern und beim Abiturball meines Sohnes im Jahre 2009, war nur ein Freund meines Sohnes der einen tunesisches Vater hatte, sonst nur 2 slawisch klingende Namen, was aber hier auch eher normal ist.
    Ich war davon sehr überrascht, denn 10-15% hätte ich ja schon angenommen, 😀

    Wobei ich sagen muß, das selbst mein Sohn streng nach Deppennorm von Rot und Grün als migrantisch gilt, ausschweifend sogar ich, meine Mutter hatt nämlich eine tschechische Geburtsurkunde…. 🙄
    Mit einer richtigen Einwanderung und weniger Asyl nebst überprüfter Familienzusammenführung der Gastarbeiternachkommen, wäre vieles leichter gewesen……[…] 💡

  5. #5 von karl am 25/02/2012 - 14:26

    Die Hoffnung der SPD Schäfer Gümbel kann nicht mal 8×4 im Kopf rechnen!

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