Niedrige Aufklärungsrate in NRW


Rot-Grün ist verärgert. Weil die Verbrechensaufklärung in NRW niedriger ist als in den meisten Bundesländern und die CDU darauf hinweist, ist sie „unterste Schublade“ und „populistisch“. Außerdem liegt das an der Struktur von NRW. Das ist eben kein Flächenstaaat wie Bayern, sondern hat viele Ballungszentren. Komisch, dann hat es doch sicher auch viel Zuwanderung und viele Moscheen, die die Kriminalitätsrate senken.

Die WELT schreibt:

So gründlich wurde die CDU schon lange nicht mehr niedergemacht: „In die unterste Schublade“ habe sie gegriffen, den Ruf des Landes mache sie „kaputt“, sie schüre „Ängste“, sei von „Weltuntergangsstimmung“ infiziert. „Populismus“ treibe sie natürlich auch. Ach ja, und „billig“ und „gefährlich“ sei dieser Auftritt ebenfalls. So hagelten die Vorwürfe vornehmlich rot-grüner Provenienz auf die Union nieder. Was war geschehen? Hatte sich die CDU-Fraktion mit der NPD verbrüdert?

Die CDU hatte es gewagt, im Landtag über einen alarmierenden Umstand sprechen zu wollen: Die Aufklärungsquote bei Straftaten in NRW ist miserabel. Deutschlandweit werden nur in den drei Stadtstaaten noch weniger Verbrechen aufgeklärt als in NRW. Mit 49,9 Prozent liegt die hiesige Quote auf dem viertletzten Platz im Ländervergleich und seit Jahren klar unter dem Bundesdurchschnitt (56 Prozent).

Woran liegt das? Und was lässt sich dagegen unternehmen? So fragte CDU-Innenpolitiker Theo Kruse – und deutete seine Antwort gleich an: Wer die Kriminalpolizei, also die Experten fürs Aufklären von Straftaten, so vernachlässige wie Rot-Grün, dürfe sich über mangelnden Aufklärungserfolg nicht wundern.

SPD und Grüne fanden dies geradezu empörend. In Wirklichkeit gebe es einen ganz anderen Grund für die niedrige Aufklärungsquote: NRW ist angefüllt mit Ballungszentren, in denen Kriminelle traditionell schlechter zu fassen sind als auf dem Land.

Andere Flächenländer wie Niedersachsen oder Bayern sind dagegen viel agrarischer geprägt. Dieser soziologische Unterschied und nicht eine falsche Sicherheitspolitik verursache die mauen Ergebnisse bei der Verbecherjagd.

Diesem Argument widerspricht allerdings partiell die Statistik. Denn: Nicht nur im Bundesländervergleich liegt NRW hinten, auch im Vergleich aller bundesdeutschen Städte ab 200.000 Einwohnern landen die NRW-Metropolen im Keller – und empfehlen sich dem Anschein nach als Kriminellenoase.

In über einem Dutzend NRW-Großstädte unterschreitet die Aufklärungsquote klar den Bundesdurchschnitt, während die Mehrzahl der Großstädte in anderen Bundesländern diesen Durchschnitt überschreitet. Auch die vier Großstädte mit den deutschlandweit niedrigsten Aufklärungsquoten liegen alle in NRW: Köln, Bonn, Gelsenkirchen und Düsseldorf. Die hohe Städtedichte reicht also nicht aus, um die Aufklärungsdefizite zu entschlüsseln, worauf auch Kenner wie Kölns Ex-Polizeipräsident Klaus Steffenhagen schon hinwiesen.

Die niedrige Aufklärungsrate liegt bestimmt keinesfalls an zu wenigen Polizisten, gegen die ja Rote und Grüne traditionell etwas haben. Vielleicht lässt sich die hohe Kriminalität durch mehr Sozialarbeiter senken…

  1. #1 von Nächstenliebe am 31/01/2012 - 01:02

    Die Ironie von Till-Reimer Stoldt, die er in diesem Beitrag abliefert, ist noch ein Lichtblick. 😉