Kommt der kalte Krieg zurück?

Russland ist bekanntlich eine lupenreine Demokratie. Das hat uns der große Denker Gerhard Schröder gesagt und deswegen glauben wir daran, auch wenn es derzeit etwas schwer fällt. Zweifelhafte Wahlen, Unterstützung des iranischen Regimes und jetzt die Ankündigung, neue Raketen in Königsberg aufzustellen, die gegen den Westen gerichtet sind, wecken Zweifel. Der russische Botschafter in Deutschland, der das Wahlergebnis vermutlich schon kennt, kündigt im SPIEGEL-Interview die Rückkehr des Kalten Krieges an. Kommen die guten alten Zeiten wieder?

Die Highlights des Interviews mit Botschafter Rogosin über den geplanten Raketen Abwehrschirm der Nato in Polen – und die russischen „Gegenmaßnahmen“:

Wer unsere Bedenken nicht ernst nimmt, spielt mit dem Feuer. Die Angelegenheit ist viel zu wichtig, als dass wir sie zum Wahlkampfinstrument machen. Auf dem Spiel stehen unsere nationale Sicherheit, die russisch-amerikanischen Beziehungen und das strategische Gleichgewicht in der Welt. Damit treibt man keine Scherze, Russland jedenfalls nicht. Das wäre ein Verbrechen gegenüber unserem eigenen Volk. (…)

Sie (neue russische Raketen Red.) geben uns die Möglichkeit, die Nato-Raketenabwehr zu vernichten, wenn diese gegen uns verwendet wird. Wir sehen darin illegale Waffensysteme auf polnischem Boden oder auf Nato-Schiffen in der Nord- und Ostsee und Arktis. Deshalb sind sie legitime Angriffsziele. (…)

Die Raketenabwehr in Europa ist eine amerikanische Provokation. Russland hat ja sehr viel weniger konventionelle Waffen als Amerika, von der Nato ganz zu schweigen. Amerika will die strategische Balance zu seinen Gunsten verschieben, indem es unser nukleares Abschreckungspotential neutralisiert. (…)

Wir fürchten, dass die Aggressivität Washingtons dann noch zunimmt. Amerika wird noch aktiver Angriffskriege führen, um seine Interessen durchzusetzen, wenn es sicher sein kann, dass niemand einen Vergeltungsschlag führen kann. (…)

Ja, die Amerikaner begründen die Raketenabwehr mit einer angeblichen Drohung aus Iran und schauen uns dabei ganz ernst an. Das ist so, als würde ich feststellen, dass unsere künftigen Raketen in Kaliningrad der Anti-Terror-Bekämpfung dienen. (…)

Dieser Logik hing Michail Gorbatschow an. Er hat die Lage seiner westlichen Partner gut verstanden, die Situation im eigenen Land aber so wenig, dass dieses Land, die Sowjetunion, von der Landkarte verschwunden ist. Sie im Westen beklatschen ihn dafür, in Russland aber kann Gorbatschow sich nicht ohne Bodyguards auf der Straße blicken lassen, weil ihm sonst ein Arbeiter, ein Ingenieur oder eine Marktfrau eins auf die Rübe gibt. Weder Präsident Medwedew noch Wladimir Putin werden diese „Heldentaten“ Gorbatschows wiederholen. Wir Russen haben eine Allergie gegen Politiker wie ihn. (…)

Die Amerikaner halten ihr System für gut, ich nicht. Da haben zwei Parteien seit Jahrzehnten die politische Macht monopolisiert. Und England ist eine Monarchie. Ich bin aber ein Anhänger der republikanischen Staatsform. Was ich denke, sollte Amerikanern und Briten aber vollkommen egal sein. So wie es mir egal ist, was Amerikaner und Briten über die russischen Wahlen am Wochenende denken. (…)

Wir werden die totale Islamisierung des Nahen Ostens und Nordafrikas erleben. Dort wo der Westen seine Muskeln gezeigt hat, von Tunis über Libyen und Ägypten bis hin womöglich zu Syrien, werden massenhaft Taliban-ähnliche Kräfte auftauchen. Europa wird dabei als erstes unter die Räder kommen. Und in Europa wird als Reaktion auf die Islamisierung, wie wir sie in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien sehen, der Faschismus wiederauferstehen.

Ein bisschen kalter Krieg täte uns vielleicht in Deutschland ganz gut. Die große Verblödung setzte erst mit seinem Ende ein, als alle glaubten, man könne künftig Frieden und Freiheit durch Umweltschutzprogramme garantieren. Allerdings ist inzwischen nicht sicher, ob wir noch wissen, auf welche Seite wir gehören. Wer die Meinung der SPIEGEL-Leser hört, muss befürchten, dass wir nach der Übernahme durch die DDR beim nächsten Mal im kommunistischen Block stehen – gegen die freie Welt. Endlich mal wieder bei den Verlierern sein – da wäre es dann  nichts, mit der guten alten Zeit.

  1. #1 von aishe am 05/12/2011 - 08:16

    Russenhitler spricht vor Moslemführern!

    http://www.youtube.com/watch?v=S3sObhawhNQ .