Dann gehn die Lichter aus

Die Energieversorgung eines Landes ist keine Geheimwissenschaft, sondern eine Rechenaufgabe mit eindeutiger Lösung. Aber in einem Land, wo schon Schulkinder mehr Ideologie pauken müssen als Rechnen und Naturwissenschaft, sind irgendwann die Dummen in der Überzahl. Und dann gehn die Lichter aus.

WELT-online berichtet:

Die „dunkle Flaute“ wird in der Energiebranche gefürchtet: An kalten, lichtarmen und windstillen Wintertagen ist die Situation für die Stromversorgung besonders kritisch.

Und gerade jetzt, im Winter, wo saisonbedingt mehr Strom verbraucht wird, ist die Unterstützung der Netzleistung durch erneuerbare Energien gering.

Dabei arbeiten die Netze schon jetzt an der Grenze der Belastbarkeit. Da könnte aus kleinen Fehlern oder Störungen bei der Stromübertragung schnell ein großflächiges Problem werden. Ganze Regionen könnten von Blackouts betroffen sein.

„Um einen bundesdeutschen Blackout zu vermeiden, kann es notwendig sein, einzelne Regionen in Süddeutschland – etwa in der Größe des Großraums Stuttgart – dunkel zu schalten“, warnte RWE-Chef Jürgen Großmann bereits im Juli. Die Situation im Stromversorgungsnetz sei relativ kritisch, bestätigt Renate Hichert, Sprecherin der Bundesnetzagentur.

„Die nächsten zwei Winter könnte es eng werden.“ Weil acht Kernkraftwerke abgeschaltet wurden, fehle dem Stromnetz auf einen Schlag eine Erzeugerleistung von über 8000 Megawatt. Dies muss nun aus erneuerbaren Energien und anderen Quellen kompensiert werden.

Im Süden, wo die meisten Kraftwerke vom Netz gingen, stehen zudem viele Fabriken und Firmen mit hohem Stromverbrauch. Dies führt nun beispielsweise dazu, dass im Norden durch Offshore-Windkraftanlagen erzeugte Energie zunehmend in den Süden geleitet werden muss, um die Versorgung zu sichern. Schon jetzt sind die Nord-Süd-Leitungen voll ausgelastet.

Die Netze seien auf die jetzige Situation nicht ausgerichtet, sagt Hichert. „Früher haben sich die Erzeuger dort angesiedelt, wo der Verbrauch war, heute muss der dezentral erzeugte Strom über weite Netzdistanzen zu den Verbrauchspunkten hingeleitet werden.“ Das führe das Netz permanent an die Belastungsgrenze. Und erhöht das Risiko eines Zusammenbruchs.

Technisch steht hinter dem Blackout-Risiko ein Problem mit der Spannung, sagt ein Sprecher des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Zu viele Stromkonsumenten lassen die Spannung zu sehr absacken. Dafür sind Kraftwerke nicht ausgelegt, ihre Stromerzeugung bricht dann komplett zusammen.

Um die Spannung gleichmäßig zu halten, muss an allen Punkten des Netzes eine ausreichende „Blindleistung“ vorhanden sein. Das ist der Teil der eingespeisten Leistung, welcher im Gegensatz zu der vom Verbraucher genutzten Wirkleistung nicht dem Netz entnommen wird, sondern „unverbrauchbar“ im System pendelt. Die Bundesnetzagentur nennt sie das „Schmiermittel des Netzes“, ohne das eine Stromübertragung unmöglich ist.

Allerdings kann Blindleistung nicht über weite Entfernungen transportiert, sondern muss lokal erzeugt werden. Da nun acht Kernkraftwerke weggefallen sind und damit auch die durch sie erzeugte Blindleistung, bestehe beispielsweise im Raum Südwest die Gefahr, dass die Netzspannung auf unzulässig niedrige Werte absinke.

Mit anderen Worten: Egal wieviel Strom bestenfalls an der Nordsee produziert wird, oder in Tunesien, ohne Kraftwerke dort vor Ort, wo der Verbrauch am höchsten ist, wird es nicht funktionieren. Das konnte man wissen, aber Nachhaltigkeit in der Politik heißt eben: Bis zumnächsten Wahltermin.

  1. #1 von fritz am 04/12/2011 - 22:51

    ZUr Zeit wird durch Windkraft eh nurdie Leistung eines halben Atomkraftwerks Produziert-Höchtsleistung sind aber 20 Atomkraftwerke!

    Wäre der Winter so kalt wie die letzten wäre es wahrscheinlich schon zum zusammenbruch gekommen.

  2. #2 von stm am 05/12/2011 - 19:02

    #1 von fritz am 04/12/2011 – 22:51

    Wäre der Winter so kalt wie die letzten wäre es wahrscheinlich schon zum zusammenbruch gekommen.

    Na prima, dann ist die „Klimaerwärmung“ doch etwas Nützliches 😉

%d Bloggern gefällt das: