Broder verklagt Monika Piel

Henryk M. Broder hat die WDR-Intendantin Monika Piel (Foto) verklagt. Hintergrund ist eine WDR-Hörfunksendung über „die braune Gefahr“, in der ein sogenannter Experte die RAF-Morde der 70er Jahre verharmlost hatte. Broder verklagt die Intendantin als juristisch Verantwortliche des Senders. Das dürfte im Falle einer Verurteilung die Gerichtskasse freuen. Frau Piel bezahlt sich von unseren Zwangsgebühren ein höheres Gehalt als das des Bundespräsidenten. Das gibt stattliche Tagessätze!

Bei der Achse des Guten schreibt Broder:

Ich habe heute bei der Kölner Polizei Strafanzeige gegen die Intendantin des WDR, Monika Piel, gestellt. Sie ist verantwortlich für die vom WDR ausgestrahlten Programme, u.a. für die “Funkhausgespräche” auf WDR 5, jeden Donnerstag um 20.05 Uhr. In der letzten Sendung am 24.11. ging es um ”Die braune Gefahr – Verharmlost und unterschätzt?” An der Diskussion nahm auch der Sozialwissenschaftler und Rechtsextremismusforscher an der Uni Köln, Prof. Dr. Christoph Butterwegge, teil. Dabei sagte er u.a. auch folgendes: “So sehr ich das verurteile und verabscheue, was die RAF gemacht hat, mit der ich nie in irgendeiner Form sympathisiert habe, aber einen Hanns-Martin Schleyer in einem gepanzerten Fahrzeug zu ermorden, ist trotzdem etwas anderes als einen wehrlosen Migranten und zwischen Gewalt und Gewalt gibt es gewaltige Unterschiede und man muss zur Kenntnis nehmen, wie sie politisch motiviert ist, und ich finde, zuallererst müsste man sich jetzt mal gegen die Gewalt wenden, die die Schwächsten im Lande betrifft, nämlich die Minderheiten …”

Man kann auch von einem Sozialwissenschaftler aus der Stadt von Tünnes und Schäl erwarten, dass er einen Tatbestand korrekt wiedergibt: Schleyer war nicht in einem “gepanzerten Fahrzeug” unterwegs, sondern in einem ganz normalen Mercedes 450 SEL. Bei dem Überfall wurden sein Fahrer Heinz Marcisz sowie die Polizeibeamten Reinhold Brändle, Roland Pieler und Helmut Ulmer erschossen, die in einem zweiten Wagen saßen. Schleyer dagegen wurde entführt, vorgeführt, misshandelt und später durch drei Schüsse in den Hinterkopf “hingerichtet”.

Butterwegge verurteilt und verabscheut das, “was die RAF gemacht hat”, um im selben Satz den Mord an Schleyer als eine “politisch motivierte” Tat zu beschreiben, die er zumindest billigend in Kauf nimmt. Es liegt ein Straftatbestand gemäss § 140 StGB vor. Die Belohnung und Billigung von Straftaten “wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft”.

Butterwegge selber ist ein armer Tropf, der sich mit seinen zahlreichen Auftritten im WDR ein kleines Zubrot verdient. Verantwortlich für das Programm des WDR ist die Intendantin. Und die soll jetzt mal erklären, wie ein gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Sender es mit der Gewalt hält.

  1. #1 von GrundGesetzWatch am 29/11/2011 - 17:55

    Das geht aus wie das Hornberger Schießen. Es wird von der Staatsanwaltschaft abgelehnt, oft genug davon gehört. Auch von diesem Video erfuhr

    ich dass sogar eine Zivilklage zurückgenommen wurde, da der Streitwert auf 10.000 Euro vom Gericht festgesetzt wurde. Kosten wenn verloren: 3.700 Euro. Der SWR darf also weiterlügen und hetzen gegen Sarrazin.

  2. #2 von Kulturopfer am 29/11/2011 - 18:30

    @ #1

    Vielleicht hat Herr Broder ja mehr Glück, da er ja einen anderen religiösen Hinergrund hat und nicht nur belasteter Dummdeutscher ist. Ich wünsche ihm jedenfalls den größtmöglichen Erfolg.

  3. #3 von schwebchen am 29/11/2011 - 19:43

    Butterwegge ist kein armer Tropf, der sich ein Zubrot mit menschenverachtenden Aussagen verdienen muss. Ich kenne viele Menschen, die garantiert weniger haben als er, sich aber um keinen Preis mit Dingen, die gegen ihr Gewissen sind, ein Zubrot verdienen würden. Es geht immer darum, was einem Menschen wichtiger ist: das volle Portemonnaie oder der Wunsch, sich nicht vor seinem eigenen Spiegelbild schämen zu müssen.

  4. #4 von Jaette am 29/11/2011 - 20:00

    @ #3: „Viele Menschen“ sind leider (noch) zu wenige! 😉

    Jedoch zaubert es mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn die Piel daraufhin „ein amtliches Schreiben“ bekommen wird. Weiß sie doch nun, dass noch nicht alle schlafen… 😆

  5. #5 von stm am 29/11/2011 - 20:25

    #4 von Jaette am 29/11/2011 – 20:00

    Das müßte sie eigentlich wissen, denn ihre Linie findet ja selbst in eigenen Kreisen nicht unbedingt Zustimmung.

  6. #6 von zweitesselbst am 29/11/2011 - 20:45

    eija, ich seh zwar auch einen Unterschied, ob jemand aufgrund seiner Funktion oder seiner Rasse ermordet wird. aber oke, letztendlich isses gleich. und weil ich nicht groß wußte, was ich dazu kommentier, ohne womöglich angezeigt zu werden, hab ich mal gegoogelt und bei Wikipedia gefunden:

    Versteht man unter dem geltenden Recht nicht nur die Summe der Normen, die das menschliche Verhalten in einem bestimmten Gebiet zu regeln beabsichtigen, sondern auch ihre Rechtsfolgen, also die tatsächlichen Auswirkungen dieser Normen bzw. die Art und Weise, wie diese Normen von den Betroffenen verstanden und angewendet werden, muss man zu dem Ergebnis kommen, dass die Rechtswissenschaft nur die Oberfläche des geltenden Rechts zu erkennen vermag und gelegentlich auch falsche Schlüsse daraus zieht.

    also, von da: http://de.wikipedia.org/wiki/Juristerei

  7. #7 von stm am 29/11/2011 - 21:40

    #6 von zweitesselbst am 29/11/2011 – 20:45

    Daher nennt man die Juristen ja auch Rechtsverdreher 😉